Weiner wird zum Kieler Helden – Holstein trotzt Hertha BSC einen Punkt ab
Keeper Timon Weiner (Holstein Kiel) war der überragende Spieler gegen Tabellenführer Hertha BSC. © 2026 Olaf Wegerich

Weiner wird zum Kieler Helden – Holstein trotzt Hertha BSC einen Punkt ab

von Liridon Imeri·16. Oktober 2026

Torloser Krimi im Holstein-Stadion – überragende Torhüter und Chancen auf beiden Seiten

Holstein Kiel hat Hertha BSC im Holstein-Stadion einen packenden Kampf geliefert und dem bis dahin makellosen Hauptstadtklub alles abverlangt. Nach 90 intensiven Minuten stand ein 0:0 auf der Anzeigetafel. Während die Berliner ihre Chancen auf den entscheidenden Treffer mehrfach liegen ließen, avancierte Kiels Schlussmann Timon Weiner mit einer herausragenden Vorstellung zum Matchwinner. Für die Störche war es ein hart erkämpfter Punkt im Kampf um den Anschluss.

Hertha übernimmt das Kommando – Kiel lauert auf Konter

Von Beginn an übernahm Hertha BSC die Initiative. Die Berliner ließen den Ball gut laufen, setzten Holstein mit punktuellem Pressing unter Druck und näherten sich immer wieder gefährlich dem Kieler Tor. Besonders Oluwaseun Adewumi sorgte mit seinen Vorstößen für Unruhe.

Doch Kiel hielt zunächst stand. Weiner musste früh aus seinem Tor eilen, um einen Durchbruch Adewumis zu verhindern. Wenig später bekam der Schlussmann bei einem abgefälschten Versuch von Luca Grönning gerade noch die Fingerspitzen an den Ball. Auch bei einem weiteren Abschluss der Berliner blieb Weiner aufmerksam.

Leon Parduzi (Holstein Kiel) klärt vor Julian Eitschberger (Hertha BSC). © 2026 Olaf Wegerich

Die Gastgeber konzentrierten sich zunächst auf eine kompakte Defensive und schnelle Gegenangriffe. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Störche mutiger und suchten selbst den Weg nach vorne.

Weiner gegen Grönning – Gersbeck gegen Harres

In der 31. Minute schien die Berliner Führung greifbar nahe. Nach einem präzisen Steckpass von Paul Seguin kam Grönning aus halbrechter Position zum Abschluss. Doch Weiner reagierte glänzend und verhinderte mit einer starken Parade das 0:1.

Kiel antwortete mit eigenen Offensivaktionen. Besonders Jonas Therkelsen und Adrian Kapralik versuchten, die Berliner Abwehr mit schnellen Angriffen in Bedrängnis zu bringen. Kurz vor der Pause bot sich den Hausherren die große Chance zur Führung: Nach einem Freistoß köpfte Phil Harres gefährlich auf das Hertha-Tor. Doch auch Marius Gersbeck zeigte seine Klasse und tauchte rechtzeitig ab.

Jonas Therkelsen (Holstein Kiel) setzt sich gegen Oluwaseun Adewumi (hertha BSC) durch. © 2026 Olaf Wegerich

So ging es trotz guter Möglichkeiten auf beiden Seiten torlos in die Kabinen. Hertha hatte mehr Ballbesitz, Kiel hielt mit Leidenschaft und einer starken Torhüterleistung dagegen.

Turbulente zweite Halbzeit: Beide Teams vergeben den Sieg

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie weiter Fahrt auf. In der 48. Minute hatte Holstein die Führung auf dem Fuß: Therkelsen startete einen schnellen Gegenangriff über links und legte quer auf Kapralik. Doch Gersbeck parierte den Abschluss, und auch der Nachschuss brachte keinen Erfolg.

Auf der Gegenseite blieb Weiner der entscheidende Rückhalt. Als Adewumi nach einem Steckpass vor ihm auftauchte, war der Kieler Keeper rechtzeitig zur Stelle und entschärfte die Situation.

Ein bitterer Moment folgte für Sebastian Schonlau. Der Kieler Innenverteidiger, der sein Debüt für die Störche gab, musste nach einer Verletzung am linken Oberschenkel bereits in der 50. Minute ausgewechselt werden. David Zec kam für ihn in die Partie.

Hertha erhöhte anschließend den Druck. In der 59. Minute fehlten nur Zentimeter zur Führung: Nach einer Flanke von Adewumi kam Grönning am Fünfmeterraum völlig frei zum Kopfball. Der Ball touchierte den rechten Pfosten – Kiel hatte Glück!

Schlussphase voller Spannung – Weiner hält Kiel im Spiel

Mit mehreren Wechseln versuchten beide Trainer, noch einmal neue Impulse zu setzen. Hertha drängte zunehmend auf den Sieg, während Kiel mit großem Einsatz verteidigte und auf seine Konterchancen lauerte.

In der 79. Minute kam Innenverteidiger Colin Kolbe nach einer Flanke zum Kopfball, setzte den Ball aber neben das Tor. Kurz darauf wurde es auf der anderen Seite erneut brandgefährlich: Paul Seguin schickte den eingewechselten Luca Schuler mit einem Steckpass in die Tiefe. Der Berliner Joker scheiterte gleich zweimal am glänzend reagierenden Weiner.

Adrian Kapralik (Holstein Kiel) verfolgt Deyovaisio Zeefuik (Hertha BSC). © 2026 Olaf Wegerich

Der Kieler Schlussmann zeigte eine überragende Vorstellung und hielt seine Mannschaft mit mehreren entscheidenden Paraden im Spiel. Auch bei einer kurz ausgeführten Ecke der Gäste blieb er aufmerksam und fing die anschließende Flanke sicher ab.

In der Schlussphase wurde es noch einmal hitzig. Paul Seguin sah nach einem Trikotzupfer an Harres die Gelbe Karte. Die Kieler forderten wegen einer vermeintlichen Notbremse sogar einen Platzverweis, doch Schiedsrichter Jarno Wienefeld beließ es bei einer Verwarnung. Auch der anschließende Freistoß brachte keine Gefahr mehr.

Dann war Schluss: Kein Tor, aber jede Menge Spannung!

Fazit: Ein Punkt für Kiel, verpasste Chance für Hertha

Holstein Kiel kann mit diesem Unentschieden durchaus zufrieden sein. Gegen eine bis dahin in der Liga makellose Hertha-Mannschaft hielten die Störche kämpferisch dagegen und erspielten sich selbst gute Möglichkeiten. Vor allem Timon Weiner verdiente sich mit zahlreichen starken Paraden Bestnoten.

Hertha BSC hingegen dürfte dem vergebenen Sieg nachtrauern. Grönnings Pfostentreffer und Schulers doppelte Großchance hätten die Partie zugunsten der Berliner entscheiden können. Trotz spielerischer Vorteile fehlte den Gästen im entscheidenden Moment die letzte Konsequenz.

Der Gewinner des Abends war deshalb vor allem Timon Weiner. Mit seinen Glanzparaden bewahrte er Kiel vor einer Niederlage und sorgte dafür, dass die Störche gegen den favorisierten Hauptstadtklub einen wichtigen Punkt mitnehmen konnten. Für Hertha ist es ein Dämpfer – für Kiel ein möglicher Mutmacher im Kampf um den ersten Saisonsieg.

Holstein Kiel: Weiner – Sekine, Schonlau (50. Zec), Madsen, Parduzi – Meffert, Balzi (64. de Regt), Wiese (64. Ugoh), Kapralik (82. Richter Montserrat), Therkelsen (82. Kvilitaia) – Harres
Trainer: Tim Walter
Hertha BSC: Gersbeck – Eitschberger (69. Pedersen), Gechter, N. Kolbe, Zeefuik – Seguin, Sessa, Adewumi (89. Gouram), Thorsteinsson (76. Alfa-Ruprecht), Brekalo – Grönning (69. Schuler)
Trainer: Stefan Leitl
Schiedsrichter: Jarno Wienefeld (Hamburg)
Assistenten: Jan Seidel, Tim Kohnert
Zuschauer: 11.700

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