Viele Chancen, keine Tore: Frisia und Hattstedt trennen sich torlos
Torhüter Jorge Hansen hielt für Frisia Risu-Lindholm den Punkt fest. © 2025 Olaf Wegerich

Viele Chancen, keine Tore: Frisia und Hattstedt trennen sich torlos

von Ismail Yesilyurt·5. Oktober 2026

Im Westküsten-Derby in Nordfriesland zwischen Frisia Risum-Lindholm und dem TSV Hattstedt sind die Tore trotz zahlreicher Möglichkeiten ausgeblieben. Vor 188 Zuschauern trennten sich beide Mannschaften nach einer spannenden Partie mit 0:0. Während Hattstedt vor der Pause die besseren Chancen hatte, übernahm Frisia nach dem Seitenwechsel zunehmend die Kontrolle. Am Ende blieb es auch nach knapp 15 Minuten Nachspielzeit beim torlosen Remis.

Für Hattstedt war es das fünfte Spiel in Folge ohne Niederlage. In der Tabelle bleiben beide Teams eng beieinander: Frisia steht mit einem Punkt Vorsprung auf Platz sieben, Hattstedt folgt auf Rang neun.

Hattstedt lässt vor der Pause mehrere Großchancen liegen

Die Gäste erwischten den besseren Start und hätten bereits früh in Führung gehen können. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld wurde der Ball gefährlich verlängert, doch Frisia-Torhüter Jorge Hansen reagierte stark und parierte mit dem Fuß. „Das hätte da schon echt klingeln können“, ärgerte sich Hattstedts Trainer Sebastian Kiesbye rückblickend.

In den ersten zehn Minuten hatte der TSV das Geschehen weitgehend im Griff. Frisia fand anschließend besser in die Partie und erhöhte die Intensität in den Zweikämpfen. Danach entwickelte sich eine Phase, in der Hattstedt den Grundstein für einen möglichen Auswärtssieg hätte legen können.

„Dann folgten so circa 20 Minuten von uns, die das Spiel hätten entscheiden müssen“, sagte Kiesbye. Vier oder fünf gute Möglichkeiten habe seine Mannschaft in dieser Phase gehabt, mehrfach standen die Hattstedter Angreifer frei vor Hansen. Doch der Ball wollte nicht ins Netz.

Auch Frisia-Spieler Morten Höfer bestätigte, dass die Gastgeber in dieser Phase Probleme hatten. Nach Ballverlusten im Spiel nach vorne stimmte die Restverteidigung nicht immer. Dadurch entstanden mehrere Eins-gegen-eins-Situationen.

„Da hält Jorge uns im Spiel auf jeden Fall“, betonte und bedankte sich Höfer bei seine Keeper. Hattstedt hätte zur Pause durchaus mit zwei Toren führen können.

Torlose in die Pause trotz guter Möglichkeiten

Frisia hatte seinerseits ebenfalls Chancen. Ein Kopfball von Mads Nielsen und ein geblockter Volleyschuss von Jannik Schwerdtfeger gehörten zu den besseren Möglichkeiten der Gastgeber. Insgesamt war Höfer mit dem eigenen Auftritt vor der Pause jedoch nicht zufrieden.

Rouven Jorden (li.) und die Hattstedtt blieben zu dritten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer. © 2025 Ismail Yesilyurt

„In der ersten Hälfte hat auf jeden Fall Hattstedt ein deutliches Chancenplus gehabt“, analysierte der Frisia-Spieler.

Kiesbye sah dagegen eine eher verhaltene Partie ohne Ball auf beiden Seiten. Beide Mannschaften ermöglichten dem Gegner zunächst den Spielaufbau und zogen sich erst im Mittelfeld zurück. Dadurch lief der Ball häufig in der hinteren Reihe. „Also nicht so attraktiv für die Zuschauer, würde ich behaupten“, meinte Kiesbye.

Frisia wird nach dem Seitenwechsel stärker

Nach der Pause veränderte sich das Bild. Frisia stand kompakter, ging aggressiver in die Zweikämpfe und bekam dadurch mehr Zugriff auf die Partie. „In der zweiten Hälfte hat sich das Spiel ein bisschen gedreht“, stellte Höfer fest. Die Gastgeber hatten nun mehr Ballbesitz und kamen häufiger über die Außenbahnen und ihre schnellen Offensivspieler nach vorne.

Eine gute Möglichkeit ergab sich nach einer Ecke von Jannik Danielsen, als Jawad Shams zum Kopfball kam. Mehrfach schaffte es Frisia zudem bis an die Grundlinie. Im entscheidenden Moment fehlte jedoch die Präzision beim letzten Pass.

Hattstedt blieb seinerseits über Konter gefährlich. Die Gäste hatten weiterhin Möglichkeiten, kamen aber nicht mehr so regelmäßig zu klaren Abschlüssen wie im ersten Durchgang.

Hattstedt mit ausgelassenen Chancen

Auch nach der Pause blieb Hattstedt offensiv aktiv. Rouven Jordan wurde nach einem Doppelpass im Strafraum freigespielt, setzte seinen Abschluss aber über das Tor. Wenig später musste Hansen bei einer Großchance von Rinor Ademi eingreifen und lenkte den Ball über die Latte.

Kiesbye sah seine Mannschaft deshalb auch im zweiten Durchgang als das aktivere Team. „Wir haben die zweiten Bälle im Mittelfeld gehabt. Wir haben auch in der zweiten Halbzeit noch Chancen uns herausgespielt“, erklärte der Hattstedter Trainer.

Frisia hatte dagegen vor allem in der Schlussphase mehr vom Spiel. Die Gastgeber drängten zunehmend auf den Sieg, konnten ihre Angriffe aber nicht konsequent genug zu Ende spielen.

Keine Entscheidung trotz langer Nachspielzeit

In der Schlussphase bot sich Frisia noch einmal eine gute Gelegenheit. Nach einem Freistoß von Jawad Shams aus dem rechten Halbfeld lief Jannik Danielsen gut ein, traf den technisch schwierigen Volley jedoch nicht richtig.

Kurz vor dem Ende musste Hattstedt zudem nach einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl weiterspielen. Auf den Ausgang hatte dies allerdings kaum noch Einfluss. Auch die ungewöhnlich lange Nachspielzeit von knapp 15 Minuten brachte keinen Treffer mehr.

Höfer konnte deshalb mit dem Punkt leben. „Alles in allem war das ein ganz ordentlicher Auftritt“, sagte er. Mit etwas mehr Konsequenz im letzten Drittel wäre für Frisia sogar mehr möglich gewesen.

Hattstedt bleibt ungeschlagen

Während Frisia nach dem Seitenwechsel einem Sieg näher kam, trauerte Hattstedts Kiesbye den vergebenen Chancen hinterher. „In meinen Augen definitiv haben wir da zwei Punkte liegen lassen“, befand der Coach.

Trotzdem überwog beim TSV die Freude über die anhaltende Serie. Hattstedt ist nun seit fünf Spielen ungeschlagen und will diese Serie am kommenden Spieltag gegen den Tabellenführer ausbauen.

Frisia richtet den Blick derweil auf die nächste Aufgabe in Nortorf. Dort wartet mit dem Tabellendritten erneut eine schwere Prüfung. „Eine Selbstläufer ist sowieso gar nichts“, weiß Höfer. Seine Mannschaft werde deshalb versuchen, „alles in die Waagschale zu werfen“, um erneut etwas Zählbares mitzunehmen.

Stimmen zu Spiel

  • SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Jorge Hansen – Lasse Böckenholt (53. Torge Sönnichsen), Malte Bethke, Jannik Danielsen – Jesse Traber (61. Lennox Sodemekou), Morten Höfer, Mads Nielsen, Eduard Klemmer, Tobias Pause (90.+7 Luca Sönnichsen) – Jannik Schwerdtfeger, Jawad Shams

  • Trainer: Uwe Petersen

  • TSV Hattstedt: Fynn Wachsmuth – Kristian Gasko, Manuel Lorenzen, Mart Lewe Michelsen, Ruven Jorden – Nico Thiesen, Ruda Jaber, Tom Heldt – Dennis Jeßat, Rinor Ademi, Niklas Ludwig (90.+7 Melvin Jensen),

  • Trainer: Sebastian Kiesbye

  • Schiedsrichter: Gerrit Steinmetz (Osterrönfelder TSV)

  • Assistenten: Bozidar Macic, Oliver Langeberg

  • Zuschauer: 188

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