Verkappter deutlicher Sieg mit Schönheitsfehlern: Inter Türkspor schlägt Friedrichsberg mit 5:1
Serkan Yildirimer (Inter Türkspor Kiel) ist nach seinem Doppelpack mit 7 Treffern Zweitbester bei Inter. Links Ilidio Santos (Weiche Flensburg 08 II). © 2026 Ismail Yesilyurt

Verkappter deutlicher Sieg mit Schönheitsfehlern: Inter Türkspor schlägt Friedrichsberg mit 5:1

von Ismail Yesilyurt·13. Oktober 2026

Am 12. Spieltag der Landesliga Schleswig hat Inter Türkspor Kiel seine Hausaufgaben erledigt und den Rückstand auf den spielfreien Tabellenführer TSV Kronshagen auf drei Punkte verkürzt. Gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf setzten sich die Landeshauptstädter vor 80 Zuschauern am Ende standesgemäß mit 5:1 (1:1) durch. Doch das Resultat täuscht über weite Strecken: Die Gäste aus Schleswig verkauften ihre Haut teuer und gestalteten die Partie lange Zeit vollkommen offen. Ein zu hohes 5:1 – da waren sich beide Trainer nach Abpfiff einig.

Früher Schock und prompte Antwort in Durchgang eins

Der Start in die Begegnung verlief für die Hausherren denkbar unglücklich. Aus einer eigenen Einwurfssituation und einem Pfostenschuss schalteten die Schleswiger blitzschnell um: Omar Al-Batal vollendete den Konter bereits in der 4. Minute eiskalt zur 1:0-Gästeführung. Inter ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und erzwang nur wenig später die Antwort: Serkan Yildirimer nutzte einen Abstimmungsfehler im Friedrichsberger Zentrum zum 1:1-Ausgleich (10.).

Torhüter Oleksii Drui (Inter Türkspor Kiel) konnte das 0:1 nicht verhindern, sollte aber später eine Schlüsselszene positiv gestalten. © 2026 Ismail Yesilyurt

Friedrichsberg-Coach Dennis Usadel bedauerte die verpassten Gelegenheiten der Anfangsphase: „Wir kommen eigentlich super ins Spiel rein durch Omar Al-Batal. Haben danach zwei, drei gute Konter fahren können, wo wir dann falsche Entscheidungen treffen. Hätten vielleicht sogar auf 2:0 stellen können.“

Auch Inter-Coach Onur Cokgez sah Verbesserungsbedarf trotz des schnellen Ausgleichs: „Wir sind weiter dran geblieben und haben den Gegner gut laufen lassen. Es hat halt einfach der letzte Biss zum Tor beim Abschluss gefehlt.“

Melih Cerrah, Torwart Oleksii Drui und Christopher Kramer ebnen Inter-Weg

Direkt nach dem Seitenwechsel nahm das Unheil für die Gäste seinen Lauf: Ein abgefälschter Schuss von Melih Cerrah senkte sich in der 47. Minute wie eine Bogenlampe unhaltbar im langen Eck ab – 2:1 für Kiel. Die Riesenchance zum 2:2 vor dem 3:1 entschärfte Oleksii Drui spektakulär gegen Juri Alexa, der aus aus acht Metern am Inter-Schlussmann scheiterte.

Juri Alexa (TSV Friedrichsberg-Busdorf). © 2026 Ismail Yesilyurt

Cokgez hob die Wichtigkeit dieser Parade hervor: „Ein Spielzug, wo unser Torhüter Alexej überragend hält und dadurch das Spiel dann wirklich für uns lenkt.“ Usadel trauerte der Szene ebenfalls hinterher: „Wenn der reingeht, weiß ich nicht, wie das Spiel sich vielleicht noch drehen kann.“

Als Christopher Kramer in der 65. Minute auf 3:1 erhöhte, schien die Partie entschieden. Doch Friedrichsberg steckte nicht auf und drängte nach dem 1:3 auf den Anschlusstreffer.

Mit Julius Alt (li.) und Christopher Kramer hat Inter Türkspor Kiel zwei Neuzugänge gewonnen, die Inters Skills erhöhen. © 2026 Ismail Yesilyurt

In der Schlussphase nutzte der Favorit die schwindenden Kräfte der Gäste gnadenlos aus: Youssef Bouzoumita (89.) und erneut Serkan Yildirimer (90.+3) schraubten das Resultat in den Schlussminuten noch auf 5:1 in die Höhe. Wobei die Interisti davor schon die Möglichkeiten hatten, das Ergebnis zu erhöhen.

„Wir müssen in jeder Phase klarer und disziplinierter bleiben“

Trotz des deutlichen Sieges mahnte Inter-Trainer Onur Cokgez zur Disziplin für die kommenden Aufgaben: „Das 5:1 fiel am Ende zu hoch aus. Ich war mit dem Auftritt und dem Ergebnis natürlich zufrieden. Was ich der Mannschaft aber auch gesagt habe: Wir müssen in jeder Phase klarer und disziplinierter bleiben und dürfen uns solche Phasen nicht erlauben. Jetzt heißt es, eine Reaktion auswärts in Rantrum zu zeigen.“

„Wir sind heute auf keinen Deut vier Tore Differenz schlechter gewesen“

Dennis Usadel blickte trotz der phasenweise bitteren Pleite zuversichtlich nach vorne: „Eine aus meiner Sicht viel zu hohe Niederlage. Wir sind heute auf keinen Deut vier Tore Differenz schlechter gewesen. Das gibt uns Auftrieb für die nächsten Wochen und wirft uns nicht um. Dienstag geht es weiter im Training und Samstag wartet ein ganz wichtiges Spiel zu Hause gegen Heiligenstedten auf uns.“

Stimmen zum Spiel

  • Inter Türkspor Kiel: Oleksii Drui – Justin Petersen, Krenar Svirca, André Volkers (90. Moritz Haye), Arian Jashari – Melih Cerrah (87. Rinol Lahu), Serkan Yildirimer, Julius Alt (73. Badreddin Hamze), Eugen Halili, Ömer Sönmez (46. Rezan Acer) – Christopher Kramer (87. Youssef Bouzoumita)

  • Trainer: Onur Cokgez

  • TSV Friedrichsberg-Busdorf: Melvin Bolleininger – Tjark von Lanken, Jonas Goos, Julian Dietz (69. Max Albrecht) – Omar Al-Batal (90. Blendi Iberhysaj), Daniel Schubert, Marko Grbavac (90. Julian Lechtenfeld), Zakaria El-Omrani, Juri Alexa – Erik Wegner (58. Alin-Ungureanu), Ali Alhindawi (70. Sazan Serbest Mohammed)

  • Trainer: Dennis Usadel

  • Schiedsrichter: Sebastian Vorbeck (FC Niendorf/Ostsee)

  • Assistenten: Marek Borkowski, Bastian Weisbrod

  • Zuschauer: 80

  • Tore: 0:1 Omar Al-Batal (4.), 1:1 Serkan Yildirimer (10.), 2:1 Melih Cerrah (47.), 3:1 Christopher Kramer (65.), 4:1 Youssef Bouzoumita (89.), 5:1 Serkan Yildirimer (90.+3)

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