
TSB Flensburg bleibt die Überraschung der Oberliga
Zuth-Doppelpack ebnet den Weg zum siebten Saisonsieg mit 3:1 in Kaltenkirchen
Der TSB Flensburg setzt seinen Erfolgskurs in der Oberliga Schleswig-Holstein fort. Bei der Kaltenkirchener TS gewann die Mannschaft von Trainer Tore Wächter mit 3:1 und feierte damit bereits den siebten Saisonsieg. Tobias Zuth stellte mit einem frühen Doppelpack die Weichen, Patrick Thomsen machte den Auswärtserfolg kurz vor Schluss perfekt. Der Aufsteiger bleibt damit eine der großen Überraschungen der Saison und hat sich im oberen Tabellenbereich festgesetzt.
Mit 23 Punkten nach dem 13. Spieltag hat der TSB ein solides Polster aufgebaut. Nach dem Abstieg aus der Oberliga im Sommer 2025 gelang unter Neutrainer Wächter der direkte Wiederaufstieg. In der Beletage führt der ehemalige Torwart seine sehr erfolgreiche Arbeit fort: Nun sammelt die Mannschaft auch in der höchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins fleißig Punkte.
Gegen den Abstieg! „Das waren heute wirklich wieder drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, dem wir sicherlich jetzt ein großes Stück näher sind“, sagte der 41-jährige TSB-Sportlehrer. Zugleich warnte er vor vorschneller Entspannung: „Mit 23 Punkten hat noch niemand die Klasse gehalten. Daher heißt es weiter konzentriert arbeiten“, sprach Wächter aus TSB-Erfahrung. Im Abstiegsjahr 2025 erwischte es den Turnerschaftsbund mit 31 Punkten.
Tobias Zuth trifft zweimal in der Anfangsphase
In Kaltenkirchen erwischte der TSB Flensburg einen Traumstart. Bereits in der vierten Minute brachte Tobias Zuth die Gäste in Führung. Die Flensburger blieben am Drücker und legten in der 14. Minute nach: Erneut war Zuth zur Stelle und erhöhte mit Saisongoal Nummer 4 auf 2:0.
Trainer Tore Wächter war mit dem Auftakt entsprechend zufrieden. Seine Mannschaft habe die ersten 20 Minuten hervorragend gestaltet und den Gegner kaum zur Entfaltung kommen lassen. „Kaltenkirchen hat zu diesem Zeitpunkt gar keinen Zugriff auf uns bekommen, und wir haben es einfach sehr gut gespielt“, erklärte der TSB-Coach.

Die Verletzungssorgen wollen für Trainer Martin Genz und seine Kaltenkirchener TS einfach nicht aufhören. © 2025 Ismail Yesilyurt
Für die Kaltenkirchener TS , die, was das Personal betrifft, immer noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte ist, verlief der Beginn dagegen enttäuschend. Trainer Martin Genz sah vor allem die ersten zehn bis 15 Minuten als entscheidend an. Seine Mannschaft habe diese Phase verschlafen und bei beiden Gegentoren durch eigene Fehler mitgeholfen. Damit brachte sich die abstiegsgefährdete KTS früh in eine schwierige Ausgangslage.
Kaltenkirchen kämpft sich zurück
Nach dem Zwei-Tore-Rückstand reagierte Genz mit einer taktischen Umstellung. Die Hausherren waren fortan griffiger, präsenter, zeigten gute Kombinationen und kamen bis in den Strafraum, wenn auch ohne zwingende Abschlüsse. „Wir waren zumindest auf Augenhöhe, und der TSB hatte keine nennenswerten Torchancen mehr“, sagte KTS-Trainer Martin Genz.
In der 29. Minute gelang Jonas Hinz der Anschlusstreffer. Mit einem sehenswerten Freistoß aus rund 20 Metern verkürzte die Nummer 7 der Gastgeber auf 1:2 und brachte die Hoffnung auf eine Wende zurück.
Zweite Halbzeit gehört zunächst dem KTS
Nach dem Seitenwechsel übernahm Kaltenkirchen das Kommando. „Die ersten fünfzehn Minuten der zweiten Halbzeit gehen sicherlich an Kaltenkirchen“, räumte Wächter ein. „Die kamen mit viel Druck und Furor raus und haben uns wirklich das Leben schwer gemacht.“
Die Hausherren fuhren zahlreiche Angriffe, spielten den Ball mehrfach durch den Sechzehner – vermissen aber den entscheidenden Abschluss. „Wir haben viele Bälle quer durch den Sechzehner gespielt, wo wir den Mann aber leider nicht gefunden haben“, sagte Genz. „Uns fehlten die letzten drei, vier, fünf Prozent in der Box.“
Bitter wurde es zudem personell: Tom Grimsmann verletzte sich an der Schulter, offenbar mit einem doppelten Schlüsselbeinbruch. „Das ist super bitter, erst für ihn und dann natürlich auch für uns, weil wir sowieso jedes Wochenende personelle Veränderungen aufgrund vieler Verletzter vornehmen müssen“, sagte Genz.
Patrick Thomsen macht Sack zu
Der TSB Flensburg fing sich mit der Zeit, stellte sich besser um und wartete auf seine Chance. In der 89. Minute nutzte Patrick Thomsen die erste wirklich klare Möglichkeit der Gäste in der zweiten Halbzeit: Sein Kopfball bedeutete das 1:3 und die Entscheidung.
Patrick Thomsen (TSB Flensburg), hier gegen Kristof Koop (re., TSV Kronshagen), beendete alle KTS-Hoffnungen. © 2025 Ismail Yesilyurt
„Kaltenkirchen hatte keine klare Torchance mehr in dieser Phase, und wir machen dann mit der ersten richtigen Torchance im zweiten Durchgang das 3:1“, sagte Wächter. „Das ließ sich auch sehr schwer verteidigen.“ Anschließend vergaben die Flensburger beim aufgerückten Gegner sogar noch Möglichkeiten zum vierten oder fünften Treffer.
Genz: „Es war definitiv mehr drin“
Trotz der Niederlage zog Genz ein mutmachendes Fazit. „Es war definitiv mehr drin am Wochenende“, sagte er. „Aber der Auftritt gibt trotzdem Mut, dass in den nächsten Wochenenden wieder etwas bei rumkommt für uns.“
Für Flensburg ging es dagegen mit einem wichtigen Sieg und neuer Selbstsicherheit in die kommende Woche. „Damit fahren wir glücklich nach Hause und können jetzt beruhigt in die nächste Trainingswoche gehen“, sagte Wächter. Bereits am kommenden Spieltag wartet mit dem VfR Neumünster ein absolutes Top-Team – eine weitere Standortbestimmung für den Aufsteiger, der die Liga bislang beeindruckt. Und sollte der Lauf fortgeführt werden, darf man ruhig ein weiteres Ziel aufnehmen. Nicht wahr?
Stimmen zum Spiel
Kaltenkirchener TS: Justus Scharbert – Lennart Pietsch, Ben Mügge, Tom Grimsmann (58. Till Siemßen), Jonas Hinz, Janik Jensen, Jonas Jeschke (73. Josef Jueidi), Marten Soder, Linus Goldmann – Max Spreitzer, Lenny Glissmann (85. Jan Zimmermann)
Trainer: Martin Genz
TSB Flensburg: Ole Rathmann – Leon Knittel Patrick Thomsen,Tom Schäpler - Jon Jessen (29. Felix Stuewe), Elias Kurzbach (76. Jonatan Miranda), Maxim Jurk (89. Lars Wolff), Noel Kurzbach, Lennart Steiner (53. Cosmo Nitsch),- Jakob Friedrichs (67. Kean Wojnarowski), Tobias Zuth
Trainer: Tore Wächter
Schiedsrichter: Sven Asmussen (TSV Altenholz)
Assistenten: Tobias Illner, Jan Pannenborg
Zuschauer: 126
Tore: 0:1 Tobias Zuth (4.), 0:2 Tobias Zuth (14.), 1:2 Jonas Hinz (29.), 1:3 Patrick Thomsen (89.)
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