Traumtor von Yannik Jakubowski weckt Kilias Spielfreude beim 6:1 in Eckernförde
Yannik Jakubowski (Kilia Kiel), Deutschlands bester Torschütze 2024-25 auf Ebene fünf, gelang ein schöner und wirkungsvoller Treffer. © 2025 Ismail Yesilyurt

Traumtor von Yannik Jakubowski weckt Kilias Spielfreude beim 6:1 in Eckernförde

von Ismail Yesilyurt·4. Oktober 2026

Der FC Kilia Kiel hat in der Oberliga Schleswig-Holstein beim Aufsteiger Eckernförder SV einen deutlichen 6:1-Auswärtssieg gefeiert. Dabei war die Partie zur Pause noch längst nicht entschieden. Das 1:6 fiel am Ende deutlich höher aus, als es die erste Halbzeit vermuten ließ.

Trainer Maik Gabriel sah seine Mannschaft am 11. Spieltag lange Zeit auf Augenhöhe, monierte aber den Verlust der Achtsamkeit nach dem Rückstand. „Aus meiner Sicht haben wir eine gute erste Halbzeit gezeigt und das Spiel über weite Teile ausgeglichen gestaltet", sagte Gabriel. Sein Team sei „zweikampfstark" und „laufstark" gewesen, habe gute Umschaltmomente gehabt und auch Möglichkeiten, um ein Tor zu erzielen.

Ärgerliches 0:1 als Wendepunkt

Der erste Gegentreffer durch Marc Schwabe in der 28. Minute ärgerte den ESV-Coach besonders. „Beim 0:1 dann sehr unglücklich, weil die Situation hatten wir schon geklärt", so Gabriel. Nach einem Ballverlust habe man den Kielern das Tor geschenkt – ein Moment, den die Mannschaft zunächst noch wegsteckte.

Trotz des Rückstands blieb Eckernförde zunächst im Spiel. Auch Kilia-Trainer Nicola Soranno räumte ein, dass die Gastgeber durchaus ihre Möglichkeiten hatten. „Eckernförde hätte auch ein Tor machen können mit Sicherheit“, sagte der Kieler Coach.

Rayan Hansen (li., Eckernförder SV) erzielte später den Ehrentreffer. © 2026 Olaf Wegerich

Doch die zweite Halbzeit wurde zum ESV-Albtraum: „Wir wollten zwar, haben versucht, auf das 1:2 zu drängen. Haben aber jede Achtsamkeit und alles eigentlich, was man so macht, eine vernünftige Restverteidigung, das haben wir dann nicht mehr gut gemacht", analysierte Gabriel. Kiel nutzte die entstandenen Räume konsequent.

„Es ist hier immer schwierig"

Kilia-Trainer Nicola Soranno wusste vor dem Spiel, was auf seine Mannschaft zukommen würde. „Es ist hier immer schwierig", sagte er und lobte den Aufsteiger: „Eckernförde hat an sich auch eine gute Mannschaft und macht das ganz gut." Soranno hatte seine Spieler entsprechend eingestellt: „Dass wir hier erst mal arbeiten müssen. Ich glaube, das haben wir getan." In der ersten Halbzeit hätte man „auch noch ein Tor mehr machen können", räumte er ein, gleichzeitig sei auch Eckernförde nicht chancenlos gewesen.

Traumtor von Yannik Jakubowski als „Brustlöser"

Der entscheidende Moment kam kurz nach Wiederanpfiff: Yannik Jakubowski erzielte in der 51. Minute das 2:0 mit einem spektakulären Fernschuss. „Mit dem Tor von Jakubowski, so ein bisschen als Brustlöser, haben wir den Spielfluss wieder bekommen, die Spielfreude gefunden", sagte Soranno. Der Torschütze selbst beschrieb die Szene knapp: „Der Ball kam ganz gut. Ich hatte freie Sicht auf das Tor und irgendjemand rief noch: ‚Schieß!' und habe ich mir einfach mal den genommen." Das Ergebnis: „Habe ich natürlich überragend getroffen. Geht unhaltbar rein."

Für Kilia war der Treffer der entscheidende Moment. Soranno bezeichnete das Tor als „so ein bisschen als Brustlöser“. Jakubowski sah es ähnlich: Der frühe Treffer habe seiner Mannschaft „einen Push“ gegeben. Danach habe sich Kilia „in so einen kleinen Rausch gespielt“.

Marcel Freund (Kilia Kiel) gehörte zu den sechs verschiedenen Torschützen. © 2026 Ismail Yesilyurt

Kilia nutzt jetzt seine Klasse gnadenlos aus

Nach dem 2:0 legte Kilia nach – Marcel Freund (59.), Marvin Müller (64.), Jan Matti Seidel (66.) mit seinem ersten Tor nach seinem Comeback vor zwei Wochen und Kevin Kortum (78.) bauten die Führung aus. Jakubowski beschrieb den Unterschied zwischen den Halbzeiten so: „Halbzeit eins haben wir uns ein bisschen schwergetan. Gerade die ersten fünfzehn Minuten, wo sie uns doch sehr konsequent angelaufen haben." Als sich Eckernförde zurückzog, sei Kilia besser ins Spiel gekommen. In der Pause habe man sich vorgenommen, mit „neuer Energie rauszukommen" – und das Tor zum 2:0 beflügelte: „Das gibt einem dann natürlich dann so einen Push und dann haben wir uns in so einen kleinen Rausch gespielt."

Nicola Soranno: „Oktober ist entscheidend"

Trotz des 6:1 blieb Soranno nicht ganz zufrieden – das Gegentor durch Rayan Hansen in der 82. Minute störte ihn. „Ja klar. Also noch mal, wir haben immer den Anspruch für uns, gerade wenn es dann gut läuft und wir auf der Siegerstraße sind, dann trotzdem zu null zu spielen", sagte er. Doch am Ende zählten die drei Punkte. Mit dem Sieg habe Kilia den wichtigen Oktober gut gestartet: „Wir haben gesagt, der Oktober ist entscheidend für uns. Bis zum Holsteinsspiel müssen wir gute Spiele absolvieren und im Idealfall Punkte holen", so der Trainer. Die Bankspieler hätten gezeigt, dass man jeden brauche – ein gutes Zeichen für die weiteren Wochen.

Stimmen zum Spiel

  • Eckernförder SV: Lauritz Sievers – Timo Bamler, Ole Jeß, Malte Clausen, Jannes Mohr - Paul Richter, Philipp Helpling – Rayan Hansen, Luc-Jonathan Justen, Leon Apitz – Christian Peters

  • Trainer: Maik Gabriel

  • FC Kilia Kiel: Tom Pachulski – Yannik Jakubowski Louis Drews, Paul Meseberg – Marcel Freund – Drilon Trepca, Jannis Voß, Felix Niebergall, Tino Klein, Marvin Müller – Marc Schwabe

  • Trainer: Nicola Soranno

  • Schiedsrichter: Mika Hems

  • Assistenten: Lennart Gawellek, Sönke Paulsen

  • Zuschauer: 194

  • Tore: 0:1 Marc Schwabe (28.), 0:2 Yannik Jakubowski (51.), 0:3 Marcel Freund (59.), 0:4 Marvin Müller (64.), 0:5 Jan Matti Seidel (66.), 0:6 Kevin Kortum (78.), 1:6 Rayan Hansen (82.)

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