Spitzenreiter Weiche Flensburg beim 4:0 gegen Tofe mit brutaler Offensive
Tanyel Eckstein (Flensburg) im Kopfballduell mit Benjamin Petrick (Todesfelde). © 2026 Volker Schlichting

Spitzenreiter Weiche Flensburg beim 4:0 gegen Tofe mit brutaler Offensive

von Olaf Wegerich·11. Oktober 2026

Der SC Weiche 08 Flensburg hat die Tabellenführung in der Regionalliga Nord souverän behauptet. Mit einem auch in der Höhe verdienten 4:0 (2:0)-Erfolg konnte sich der Ligaprimus im Landesderby beim SV Todesfelde durchsetzen. Trotz der deutlichen Niederlage vor 501 Zuschauern im JODA-Sportpark leistete der Regionalligaaufsteiger über weite Strecken eine beachtliche Gegenwehr und verdiente sich trotz einiger Abwehrschwächen gegen die zweitbeste Offensive der Liga mit bereits 40 erzielten Treffern mehrfach den Applaus der heimischen Fans.

Für die Mannschaft von Trainer Tim Wulf war es im siebten Auswärtsspiel bereits der fünfte Dreier. 21 Treffer haben die Flensburger bereits auf fremden Plätzen erzielt. Das ist absolute Ligaspitze. Damit scheinen die Flensburger gut gerüstet für das Spitzenspiel am kommenden Freitagabend um 19:30 Uhr gegen den SV Drochtersen/Assel, wenn im Manfred-Werner-Stadion die beiden besten Offensivreihen der Liga aufeinandertreffen. Der SV Todesfelde rutscht nach der achten Saison-Niederlage auf den 15. Platz und hat mit 42 Gegentreffern die meisten in der Regionalliga Nord kassiert.

Kevin Ntika (Flensburg) im Kopfballduell mit Pawel Erfmann (Todesfelde). © 2026 Volker Schlichting

Beim Tabellenführer rutschte Kevin Ntika für Ole Wagner in die Startelf. Tofe-Trainer Björn Sörensen vertraute der Mannschaft, die am letzten Wochenende bei Kickers Emden drei Zähler entführen konnte.

Bei besten äußeren Bedingungen begannen die Gastgeber sehr mutig, doch schnell wurde klar, dass die Gäste mit ihrem nahezu perfekt vorgetragenen Tempofußball dem Spiel ihren Stempel aufdrücken würden.

Behrmann mit der frühen Führung

Bereits der erste gefährliche Flensburger Angriff führte zum Führungstreffer durch Theo Behrmann (10.), der mit einem Sololauf aus der eigenen Hälfte gestartet war und aus halbrechter Position flach in das lange Eck vollendete.

Die Gäste aus dem hohen Norden waren jetzt richtig im Flow und wollten schnell nachlegen. Nur sechzig Sekunden später prüfte Ibrahim Ali (11.) mit einem Schuss von der Strafraumgrenze den aufmerksamen Fabian Landvoigt im Tor der Gastgeber.

Nur vier Minuten später verfehlte Benjamin Lamce (15.) nach einem Sololauf aus knapp 20 Metern nur knapp das Gehäuse.

Theo Behrmann (Todesfelde) im Lauduell mit Janek Sternberg (Todesfelde). © 2026 Volker Schlichting

Petrick mit der ersten Chance – Boland als Aktivposten

Nach knapp zwanzig Minuten kamen die Gastgeber langsam besser ins Spiel und versuchten ihrerseits für Gefahr zu sorgen. Dabei agierte Mirko Boland immer wieder als treibende Kraft mit Spielwitz und vorbildlichem Einsatz. Eine scharfe Hereingabe des 39-Jährigen nach einem gewonnenen Zweikampf von der Eckfahne geschlagen setzte Benjamin Petrick (23.) mit dem Kopf knapp über das Tor.

Kurz danach sah Boland von Schiedsrichter Dominik Koopmann, der sich mit vielen seiner schwer nachvollziehbaren Entscheidungen vor allem in der ersten Hälfte wiederholt den Unmut des Publikums zugezogen hatte, nach einem harten Einsteigen gegen Benjamin Lamce die Gelbe Karte. Mehrere harte Aktionen gegen Benjamin Petrick blieben hingegen ungeahndet.

Auch die nächste gute Aktion gehörte der Mannschaft von Trainer Björn Sörensen, doch nach einem Eckball, der zunächst geklärt werden konnte, landete der Ball bei Noel Denis, der im letzten Moment am Schussversuch gehindert werden konnte.

In dieser guten Phase der Gastgeber wirkte die Weiche-Mannschaft vor allem bei Standards nicht immer sattelfest, und auch Torhüter Ronny Seibt hatte einige Probleme bei hohen Bällen.

Rasmus Tobinski (Flensburg) hier gegen Erfmann, Körting, Rave und Landvoigt (Todesfelde) verpasst nur knapp. © 2026 Volker Schlichting

Tolle Kombination vollendet Lamce mit dem zweiten Treffer

Doch dann wurde ein schnell vorgetragener Konter der stets brandgefährlichen Gäste zum Stimmungskiller. Dabei hatte sich Marcel Cornils mit viel Tempo schön über die rechte Seite durchgesetzt und dann scharf auf den zweiten Pfosten zu Erolind Krasniqi gepasst, der Rasmus Tobinski im Zentrum bediente. Der gebürtige Kieler legte zurück auf Benjamin Lamce (32.), der zum 2:0 traf.

Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken zeigten die Flensburger nun sehenswerten Kombinationsfußball, leisteten sich aber auch gelegentlich immer mal wieder einige Aussetzer, als Kapitän Kevin Ntika an der Strafraumgrenze den Ball gegen den energisch nachsetzenden Benjamin Petrick verlor, der schnell in die Mitte zu Mirko Boland passte. Doch der dann folgende Abschluss war zu ungenau angesetzt und blieb in den Abwehrbeinen hängen.

Ben Jablonski (Todesfelde) fährt Marcel Cornils (Flensburg) in die Parade. © 2026 Volker Schlichting

Cornils schockt Tofe mit dem dritten Treffer

Mit frischer Energie nach dem Seitenwechsel leisteten sich die Gastgeber nach einem eigenen Eckball einen folgenschweren Fehler, als der Ball verloren ging, die Restabsicherung fehlte und Marcel Cornils (48.) aus der eigenen Hälfte völlig ungehindert einen Sololauf startete und stark zum 3:0 vollendete.

Doch trotz des nun hoffnungslosen Rückstands ließen sich die Gastgeber nicht hängen und kamen durch Ben Jablonski (49.) zu einer Großchance, bei der Ronny Seibt im Tor der Flensburger zum ersten Mal richtig gefordert war.

In dieser Phase fühlte es sich an wie ein offener Schlagabtausch, und auf der Gegenseite hatte Weiche nur zwei Minuten später Pech mit einem Pfostentreffer.

Nachdem ein Schuss von Marcel Cornils (53.) für die Gäste nur knapp das Tor verfehlte, war die Heimmannschaft wieder an der Reihe, doch Ben Jablonski (58.) konnte nach einer scharfen Hereingabe von Janek Sternberg noch entscheidend am Torschuss gestört werden.

Ebenso konnte der aufopferungsvoll kämpfende Christian Rave nach einem langen Ball auf Rasmus Tobinski mit einer starken Grätsche den Torschuss verhindern.

Rasmus Tobinski (Flensburg) gegen Christian Rave (Todesfelde). © 2026 Volker Schlichting

Tytarenko kommt und trifft

Aber dann zeigte der Tabellenführer wieder seine unfassbare Qualität im Offensivspiel, und Trainer Tim Wulf bewies ein glückliches Händchen bei der Einwechslung von Maksym Tytarenko: Denn nur sechs Minuten nach dessen Hereinnahme traf der Ukrainer aus wenigen Metern zum 4:0, nachdem Randy Gyamenah auf der linken Seite durchgebrochen war und scharf vor das Tor passte. Auch Vorlagengeber Gyamenah war erst drei Minuten auf dem Platz.

Trotz der deutlichen Führung für die Gäste brachte Tofe-Trainer Björn Sörensen mit Drawz, Liebert, Henk und Odiase in der Schlussphase noch vier frische Offensivkräfte. Das führte dazu, dass die Heimmannschaft noch zu einigen gefährlichen Abschlüssen kam. Eine scharfe Hereingabe von Marco Drawz (74.) konnte im Gewühl geklärt werden, und einen raffiniert getretenen Freistoß des 27-Jährigen fischte Torhüter Ronny Seibt mit einer starken Parade aus dem rechten Winkel. Ansonsten wäre hier der durchaus verdiente Ehrentreffer für die unermüdlich kämpfenden Gastgeber fällig gewesen.

Flensburg beschränkte sich in der Schlussphase weitestgehend auf Ergebnisverwaltung, hatte aber auch noch eine Großchance, als Randy Gyamenah (89.) aus spitzem Winkel nur knapp verzog.

Marcel Cornils (Flensburg) gegen Mirko Boland (Todesfelde). © 2026 Volker Schlichting

Fazit: Weiche Flensburg scheint gut gerüstet für das Spitzenspiel gegen den SV Drochtersen/Assel

Wie die Mannschaft von Trainer Tim Wulf innerhalb kürzester Zeit zusammengewachsen ist und in der Offensive harmoniert, sucht in der Liga ihresgleichen. Todesfelde zeigte gegen den Ligaprimus eine anständige Leistung, muss aber schnellstmöglich seine Abwehrprobleme in den Griff bekommen.

Stimmen zum Spiel

SV Todesfelde: Landvoigt – Grosche, Rave, Körting, Sternberg – Erfmann, Boland – Denis (65. Drawz), Petrick (80. Henk), Jablonski (80. Odiase) – Sohn (74. Liebert).

Trainer: Björn Sörensen.

SC Weiche 08 Flensburg: Seibt – Behrmann, Duah, Ntika, Eckstein – Lamce, Celotto (69. Serifi) – Bashiru Ali (61. Tytarenko), Krasniqi (78. Piechnik Hust), Cornils (74. Selutin) – Tobinski (64. Gyamenah).

Trainer: Tim Wulf.

Schiedsrichter: Dominik Koopmann (Eintracht Norderstedt).

Assistenten: Dr. André Becker und Timo Rehder.

Zuschauer: 501 im JODA-Sportpark von Todesfelde.

Tore: 0:1 Theo Behrmann (10.), 0:2 Benjamin Lamce (32.), 0:3 Marcel Cornils (48.), 0:4 Maksym Tytarenko (67.).


Mehr aus dieser KategorieAlle Beiträge von Regionalliga Nord ansehen

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar schreiben