Souveräner Favoritensieg: Holstein Kiel II verteidigt Tabellenführung mit 4:0 gegen Hohenwestedt
Holstein Kiel II hatte wieder viel Grund zum Jubeln. Hier nach dem 4-0-Enstand durch Mark Richter Monserrat. © 2026 Ismail Yesilyurt

Souveräner Favoritensieg: Holstein Kiel II verteidigt Tabellenführung mit 4:0 gegen Hohenwestedt

von Ismail Yesilyurt·3. Oktober 2026

Holstein Kiel II bleibt das Maß der Dinge in der Oberliga Schleswig-Holstein. Die U23 der Störche setzte sich am Sonnabend souverän mit 4:0 (2:0) gegen den MTSV Hohenwestedt durch und verteidigte damit die Tabellenführung. Nach der bislang einzigen Saisonniederlage am dritten Spieltag gegen Phönix Lübeck II ist die Mannschaft von Trainer Freddy Kaps inzwischen seit acht Spielen ungeschlagen.

Kian Tack und Mark Richter Monserrat trafen jeweils doppelt. Für den erst 19-jährigen Tack waren es die Saisontore acht und neun. Damit übernahm der Mittelstürmer auch die Führung in der Torjägerliste der Flens-Oberliga. Hohenwestedt dagegen rutschte durch die Niederlage auf den letzten Tabellenplatz ab.

Holstein bestimmt das Spiel von Beginn an

Von der ersten Minute an entwickelte sich ein Spiel, in dem Holstein Kiel II die Initiative übernahm. Die Gastgeber setzten den MTSV mit aggressivem Gegenpressing und hohem Balltempo unter Druck. Hohenwestedt verteidigte zunächst konzentriert und hielt die Räume insbesondere im Zentrum eng. Klare Torchancen blieben deshalb in der Anfangsphase zunächst aus.

„Ich finde, es war ein superdominanter Auftritt von uns von Start weg“, befand Holstein-Trainer Freddy Kaps anschließend. Hohenwestedt habe kaum etwas zugelassen, während seine Mannschaft nach rund 25 Minuten noch besser in die Zwischenräume gekommen sei und „den Ball schneller laufen“ ließ.

Richter Monserrat eröffnet den Torreigen

Nach 20 Minuten war die defensive Ordnung der Gäste erstmals geknackt. Mark Richter Monserrat fasste sich aus der Distanz ein Herz und brachte Holstein mit einem sehenswerten Schuss mit 1:0 in Führung.

Es lief viel bei Holstein über die rechte Seite vom agilen Mark Richter Monserrat (Holstein Kiel II). © 2026 Ismail Yesilyurt

Der Treffer öffnete die Partie weiter. Holstein fand nun zunehmend die Lücken gegen die tief stehenden Gäste und erhöhte nur acht Minuten später. Andu Kelati spielte den Ball in die Box, wo Kian Tack einlief und die Vorarbeit zum 2:0 verwertete.

Bis zur Pause hätten die Kieler ihren Vorsprung sogar noch weiter ausbauen können. Doch der überragende MTSV-Torhüter Calvin Schultz bewahrte seine Mannschaft mit mehreren starken Aktionen i gesamten Spiel vor einem höheren Rückstand. „Wir müssen eigentlich zur Halbzeit schon mit ein oder zwei Toren mehr führen“, stellte Kaps fest.

Tack legt direkt nach der Pause nach

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Holstein spielbestimmend. Hohenwestedt kam zwar nun etwas besser nach vorne, musste aber bereits vier Minuten nach Wiederbeginn den nächsten Rückschlag hinnehmen.

Kian Tack schnürte seinen Doppelpack und stellte auf 3:0. Die Kieler erspielten sich anschließend weitere gute Möglichkeiten, scheiterten jedoch mehrfach an der eigenen Chancenverwertung oder an Schultz im MTSV-Tor.

„In beiden Halbzeiten sind wir, glaube ich, noch zweimal alleine vorm Tor“, sagte Kaps. Dass am Ende dennoch ein deutlicher 4:0-Erfolg stand, war für den Holstein-Coach deshalb sogar noch eine eher knappe Angelegenheit: „Ich glaube, insgesamt ist es angemessen zu sagen, dass das 4:0 dann insgesamt noch recht gnädig von uns war.“

Richter Monserrat it de Endstand

Den Schlusspunkt setzte erneut Mark Richter Monserrat. In der 79. Minute traf der Offensivspieler nach dem einzigen Fehler von Keeper Schultz zum 4:0 und machte damit den Doppelpack perfekt.

Kaps zeigte sich vor allem mit der Konsequenz und Konzentration seiner Mannschaft zufrieden. „Dieser dominante Auftritt von Start weg, das ist dann schon das, worauf ich stolz bin und die Jungs auch stolz sein können“, sagte der Holstein-Trainer.

Gleichzeitig fand Kaps lobende Worte für den MTSV, der sich auch nach dem klaren Rückstand nicht aufgab. „Die haben auch nach dem 3:0 nicht aufgehört“, betonte er. Hohenwestedt habe weiter in den Zweikämpfen dagegengehalten und sich keineswegs ergeben.

Tino Knobel (MTSV Hohenwestedt) kann vor Andu Kelati (Holstein Kiel II) klären. © 2026 Ismail Yesilyurt

MTSV hält phasenweise dagegen

MTSV-Trainer Arend Müller erkannte die klare Überlegenheit des Tabellenführers an. „Holstein Kiel ist eine absolute Profimannschaft“, sagte Müller und verwies auf die individuelle Qualität der Kieler. Jeder einzelne Spieler sei „individuell stark“, zudem trainiere die Mannschaft täglich.

Trotzdem war Müller mit Teilen des Auftritts seiner Mannschaft zufrieden. „Ich bin der Meinung, wir haben das teilweise wirklich gut gemacht und ordentlich gemacht.“ Bei zwei Gegentoren habe der MTSV allerdings „ein bisschen mitgeholfen“.

Die Marschroute war zunächst klar: defensiv kompakt stehen und über einzelne Konter Nadelstiche setzen. Nach dem Seitenwechsel musste Hohenwestedt aufgrund des Rückstands offensiver werden. „Wenn du hinten liegst, dann musst du natürlich aktiver vorne sein“, erklärte Müller. Die Möglichkeiten, Holstein zumindest einmal ernsthaft unter Druck zu setzen, waren allerdings begrenzt.

Knaak trifft auf alte Weggefährten

Für Kjell Knaak war die Partie zudem eine besondere. Der Holstein-Spieler war in der Winterpause vom MTSV Hohenwestedt nach Kiel gewechselt und traf nun erstmals auf seinen früheren Verein.

„Als ich auf dem Platz war, war es schon was Schönes, gegen alte Freunde, alte Teamkameraden zu spielen“, sagte Knaak, „hätte natürlich gerne mehr gespielt heute.“

Kjell Knaak (Holstein Kiel II) gegen seinen ehealigen Mitspieler Thies Kochanski (re., MTSV Hohenwestedt).

Sportlich hatte auch Knaak einen verdienten Kieler Erfolg gesehen. Die eigene Mannschaft habe sich gut auf die langen Bälle des MTSV eingestellt und die Vorgaben konsequent umgesetzt. Ziel sei es gewesen, „Zielräume zu bespielen, hinter die Ketten, Breite halten und unser Spiel einfach weiterhin spielen“.

Auch der ehemalige Hohenwestedter hob die Anfangsphase der Gäste hervor. Die ersten zehn bis 15 Minuten habe der MTSV „richtig gut gemacht“, insbesondere durch die enge Zentrumsverteidigung. „Da hatten wir wenig Ideen“, räumte Knaak ein. Erst als Holstein die Breite besser bespielte, wurde es für Hohenwestedt zunehmend schwierig.

Kochanski: „Verdiente Niederlage“

MTSV-Spieler Thies Kochanski sprach nach dem Abpfiff ebenfalls von einer verdienten Niederlage. „Wir wussten, dass es heute sehr, sehr schwer wird, dass wir leiden müssen, viel verteidigen müssen“, sagte er.

Phasenweise sei das gut gelungen, doch die erhofften offensiven Nadelstiche blieben weitgehend aus. Gleichzeitig wertete Kochanski die Partie als bessere Reaktion auf die vorherige Niederlage in Eckernförde.

„Die trainieren ja jeden Tag. Von daher sind die alle fit, sind frisch, die wollen sich zeigen“, sagte Kochanski mit Blick auf die jungen Kieler. Trotz der hohen Belastung habe der MTSV „ganz gut wegverteidigt“ und sich auf Torhüter Calvin Schultz verlassen können.

Für Hohenwestedt bleibt damit trotz einer kämpferisch ordentlichen Vorstellung eine deutliche Niederlage beim Tabellenführer. Holstein Kiel II dagegen marschiert weiter vorneweg und unterstrich mit dem 4:0 einmal mehr seine Ambitionen in der Oberliga.

Stimmen zu Spiel

  • Holstein Kiel II: Henrie Müller-Kalthoff – Leland-Jordan Junge, Malte Petersen, Caspar Medlin (46. Rene Guder), Lennard Lüth – Cengizhan Koc (58. Kjell Knaak), Henrik Westphal – Mark Richter Monserrat, Andu Kelati (70. Jorden Winter), Valton Mehmeti (77. Maximilian Schmitz) – Kian Tack (70. Islam Matene),

  • Trainer: Freddy Kaps

  • MTSV Hohenwestedt: Calvin Schultz – Tino Knobel, Henrik Schnoor, Macius Dahm, Jannik Sierks – Tim Sienknecht – Jan-Ole Belz (67. Arsenij Ksenofontov), Tjark Sievers (69. Sebastian Sanchez Garcia), Thies Kochanski, Louis Klatt (46. Felix Ploog) – Mats Schaller (56. Fabian Engbrecht)

  • Trainer: Arend Müller

  • Schiedsrichter: Chris Olimsky (MTV Tellingstedt)

  • Assistenten: Tjark Schröder, Tjark Reimers

  • Zuschauer: 223

  • Tore: 1:0 Mark Richter Monserrat (20.), 2:0 Kian Tack (28.), 3:0 Kian Tack (49.), 4:0 Mark Richter Monserrat (79.)

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