Rune Möller startet den Böller: Kronshagen mit Last-Minute-3:2 gegen Dörpum
Rune Möller (li., TSV Kronshagen) sorgte für Partylaune beim Spitzenreiter. © 2026 Ismail Yesilyurt

Rune Möller startet den Böller: Kronshagen mit Last-Minute-3:2 gegen Dörpum

von Ismail Yesilyurt·4. Oktober 2026

Der TSV Kronshagen hat seine Tabellenführung mit einem dramatischen 3:2-Heimsieg gegen den SV Dörpum nach der 2:3-Niederlage von Inter Türkspor Kiel auf 6 Punkte ausgebaut. Nach 1:2-Rückstand drehten die Gastgeber die Partie in der Schlussphase und erzielten den Siegtreffer erst in der achten Minute der Nachspielzeit. Rune Möller wurde dabei zum späten Matchwinner.

Kronshagen mit verdienter Führung

Dörpum hatte sich beim Spitzenreiter viel vorgenommen und war gut auf den Gegner eingestellt. Spielertrainer Thies Borchardt schickte sein Team mit klaren defensiven Abläufen, mit denen seine Mannschaft das Zentrum schließen und Kronshagen das Leben schwer machen wollte, auf dem Kieler Kunstrasenplatz.

Zunächst ging der Plan auf. Dennoch hatte Kronshagen die Partie in der ersten Halbzeit weitgehend unter Kontrolle. „In der ersten Halbzeit hatten wir das eigentlich sehr gut im Griff“, sagte TSV-Trainer Coskun Yamak.

Die Belohnung folgte in der 36. Minute. Justus Schröder eroberte den Ball hoch und legte für Laurynas Kulikas auf. Der blieb im Strafraum eiskalt und schob am Dörpumer Torhüter Stefan Hansen vorbei zum 1:0 ein.

Dörpum dreht die Partie vom Punkt

Nach der Pause änderte sich das Bild. Kronshagen leistete sich Abstimmungsprobleme und Dörpum kam besser in die Begegnung. Ein aus Kronshagener Sicht zumindest umstrittener Strafstoß brachte den Gästen in der 58. Minute den Ausgleich durch.

„Der Elfmeter war meiner Meinung nach außerhalb“, meinte Yaak, schränkte aber ein: „Müssen wir uns aber noch mal auf Video anschauen.“ Simon Bahnsen ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte zum 1:1. Wenig später zeigte der Schiedsrichter erneut auf den Punkt. Diesmal war die Entscheidung aus Sicht des Kronshagener Trainers eindeutig. Bahnsen trat wieder an und verwandelte auch den zweiten Strafstoß. Innerhalb von nur sechs Minuten hatte Dörpum das Spiel gedreht.

Simon Bahnsen (li., SV Dörpum) erzielte vom Punkt Saisontor Numer zwei und drei. © 2026 Ismail Yesilyurt

„Wir kommen sehr, sehr gut aus der Halbzeit raus. Die Reaktion war wirklich gut“, sagte Borchardt. Seine Mannschaft hatte aus dem Rückstand die passende Antwort gefunden und lag plötzlich mit 2:1 vorne.

Kronshagen erhöht den Druck

Mit zunehmender Spieldauer warf Kronshagen immer mehr nach vorne. Dörpum versuchte, den Spielfluss des Spitzenreiters zu bremsen und die Führung über die Zeit zu bringen. Yamak sah darin eine entscheidende Phase: „Danach versucht Dörpum, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, indem sie sich hinlegen, hinschmeißen oder auf Zeit spielen.“

Doch Kronshagen blieb am Drücker. Die Gastgeber erhöhten den Druck und wurden in der Schlussphase belohnt. In der 89. Minute bekam der ungeschlagene Tabellenführer der Landesliga Schleswig, der 9 von seinen 10 Spielen gewonnen hatte zunächst einen Elfmeter zugesprochen, nach Intervention des Linienrichters wurde daraus jedoch ein Freistoß.

Thorge Jess war das fast wie ein Elfmeter: Aus rund 17 Metern hämmerte er den Ball ins Torwarteck und stellte auf 2:2.

Rune Möller trifft in der achten Minute der Nachspielzeit

Damit war der Spuk für die Gäste noch nicht vorbei. Die Nachspielzeit fiel aufgrund weiterer Unterbrechungen länger aus. Dörpum musste zeitweise sogar mit zwei Spielern weniger agieren, nachdem Behandlungspausen dafür gesorgt hatten, dass Spieler vorübergehend das Feld verlassen mussten.

Kronshagen nutzte die Überzahl schließlich doch noch aus. In der 90.+8 Minute schlug die Stunde von Rune Möller. Eine Flanke segelte in den Strafraum, ein zweiter Kronshagener rutschte am Ball vorbei und Möller stand goldrichtig. Möller nahm die Kugel an und schob sie am Torhüter vorbei zum 3:2 ins Netz. Der Spitzenreiter hatte die Partie tatsächlich noch komplett gedreht.

„Ein sehr, sehr moralisch wichtiger Sieg“

Bei den Gastgebern war die Freude entsprechend riesig. „Das war ein sehr, sehr moralisch wichtiger Sieg für uns“, sagte der Kronshagener Trainer.

Seine Mannschaft habe trotz des Rückstands immer weiter investiert und sich dafür am Ende belohnt. „Wir waren einfach mehr investiert“, bilanzierte der 33-jährige Kronshagener Übungsleiter. Der späte Sieg war nicht nur aufgrund der dramatischen Entstehung wichtig, sondern auch mit Blick auf die Tabelle.„Wir sind jetzt sechs Punkte in Führung“, stellte Yamak fest. Entsprechend groß war die Erleichterung nach dem Abpfiff.

Trainer Coskun Yamak und sein TSV Kronshagen entscheiden die schwierigen Fälle für sich. Ein großer Pluspunkt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Dörpum nimmt trotz Niederlage viel Positives mit

Für Dörpum war das Ende dagegen maximal bitter. „Ein wahnsinnig bitteres Ende für uns“, sagte Borchardt. Seine Mannschaft habe über weite Strecken ein „wirklich gutes Spiel“ gemacht und dem Tabellenführer Paroli geboten. Gerade deshalb schmerzten die beiden späten Gegentreffer besonders. „Wenn man dann zwei Gegentore noch so spät fängt, ist es einfach ärgerlich“, sagte der Spielertrainer.

Trotz der Niederlage wollte Borchardt aber nicht nur auf die verlorenen Punkte schauen. Dörpum habe gezeigt, „was in uns steckt, was für ein Potenzial in uns steckt.

Stimmen zum Spiel

  • TSV Kronshagen: Paul Frech – Julius Siebenhüner,Teyi Lawson-Body, Malte Kallenbach – Lars Wethgrube (67. Peeke Schmitz), Yasin Cheriag (73. Thorge Jess), Justus Schröder (84. Luca Bertermann), Abbas Sharba – Emre Boz – Laurynas Kulikas, Milo Sankowski (67. Rune Möller)

  • Trainer: Coskun Yamak

  • SV Dörpum: Stefan Hansen – Finn Paulsen, Lasse Moellgaard, Henrik Jessen, Momme Petersen – Malte Johannsen (65. Thies Borchardt), Jannik Holsteiner (90.+2 John Petersen), Finn Christiansen – Simon Bahnsen, Kjell Möllgaard, Kevin Thomsen (85. Niklas Freiberg)

  • Trainer: Thies Borchardt

  • Schiedsrichter: Mika Baghai-Anaraki (VfL Oldesloe)

  • Assistenten: Linus Eisenbach, Gernot Zesch

  • Zuschauer: 154

  • Tore: 1:0 Laurynas Kulikas (36.), 1:1 Simon Bahnsen (58., Strafstoß), 1:2 Simon Bahnsen (64., Strafstoß), 2:2 Thorge Jess (89.), 3:2 Rune Möller (90.+8)

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