Quo vadis TSV Rantrum? Friedrichsberg-Busdorf feiert auswärts 5:0-Kantersieg
Erik Wegner (TSV Friedrichsberg-Busdorf) leitete den Untergang des TSV Rantrum ein. © 2026 Ismail Yesilyurt

Quo vadis TSV Rantrum? Friedrichsberg-Busdorf feiert auswärts 5:0-Kantersieg

von Ismail Yesilyurt·8. Oktober 2026

Der TSV Rantrum steckt in der Landesliga Schleswig immer tiefer im Tabellenkeller. Im Nachholspiel gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf kassierten die Nordfriesen vor 100 Zuschauern eine deutliche 0:5 (0:3)-Heimniederlage. Während Rantrum nach dem bitteren Rückschlag auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, feierte Friedrichsberg den zweiten Sieg in Folge und kletterte über den Strich.

Friedrichsberg überrollt Rantrum in der Anfangsphase

Für den TSV Rantrum wurde das Kellerduell schon früh zum Albtraum. Die Gäste aus Friedrichsberg-Busdorf erwischten einen Blitzstart und nutzten die Unsicherheiten in der Rantrumer Defensive konsequent aus.

Bereits in der fünften Minute brachte Erik Wegner die Mannschaft von Dennis Usadel mit 1:0 in Führung. Nur acht Minuten später legte Luca Clausen nach. Der Angreifer erhöhte in der 13. Minute auf 2:0 und machte mit seinem zweiten Treffer nur fünf Minuten später den frühen Dreierpack perfekt.

Nach gerade einmal 18 Minuten stand es 3:0 für die Gäste. Rantrum fand gegen den furios aufspielenden TSV kaum Zugriff und konnte sich glücklich schätzen, zur Pause nicht noch deutlicher zurückzuliegen.

„Wirklich ein sackstarkes Spiel von meiner Truppe“, schwärmte Friedrichsbergs Trainer Dennis Usadel anschließend. Seine Mannschaft habe „von der ersten bis zur letzten Minute“ eine überragende Leistung gezeigt.

„Zur Halbzeit müssen wir 6, 7, 8:0 sogar führen“

Der 5:0-Erfolg fiel aus Sicht des Friedrichsberger Trainers keineswegs zu hoch aus. Im Gegenteil: Usadel sah noch deutlich mehr Möglichkeiten für seine Mannschaft.

„Ich glaube, zur Halbzeit müssen wir 6, 7, 8:0 sogar führen“, sagte der Gäste-Coach. Immer wieder erspielte sich Friedrichsberg Chancen, ließ diese jedoch ungenutzt. Die komfortable 3:0-Führung zur Pause somit hochverdient.

Für Usadel war dabei vor allem wichtig, dass seine Mannschaft nach den beiden jüngsten Niederlagen endlich ihr vorhandenes Potenzial auf den Platz brachte. „Da sieht man mal, was in der Truppe drinsteckt“, betonte der Trainer.

Rantrum findet keinen Weg zurück ins Spiel

Die Gastgeber kamen nach dem Seitenwechsel zwar mit dem Willen aus der Kabine, das Spiel noch einmal zu drehen, doch Friedrichsberg ließ keinen Zweifel daran aufkommen, wer an diesem Abend das Geschehen bestimmte.

„Wir haben sie komplett überrollt. Rantrum wusste gar nicht, wo vorne und hinten ist“, beschrieb Usadel das Aufeinandertreffen mit den Nordfriesen.

Marvin Matthiesen und der TSV Rantrum wurden in der Defensive kalt erwischt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Spätestens mit dem 0:4 in der 71. Minute war die Partie endgültig entschieden. Jonas Goos traf für die Gäste und sorgte für die endgültige Entscheidung. Neun Minuten später durfte sich auch Alin Ungureanu in die Torschützenliste eintragen. Der eingewechselte Angreifer erzielte mit seinem ersten Saisontor das 5:0.

Selbst danach blieb Friedrichsberg gefährlich und hätte das Ergebnis noch weiter in die Höhe schrauben können.

Rantrum steckt tief in der Krise

Für den TSV Rantrum wird die Situation dagegen zunehmend bedrohlich. Noch in der vergangenen Saison belegte die Mannschaft einen guten sechsten Platz in der Landesliga Schleswig. In diese Gegend wollten die Rantrumer auch diese Saison. Nun findet sich das Team von Trainer Erik von Lanken nach der deutlichen Heimniederlage auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder.

Besonders schmerzhaft ist der Verlust von Torjäger Rasmus Wunderlich, der zum TSB Flensburg wechselte. Seine 24 Treffer aus der vergangenen Saison fehlen dem TSV bislang spürbar. Die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive trifft dabei auf eine Defensive, die gegen Friedrichsberg bereits in der Anfangsphase erhebliche Probleme offenbarte.

Aus dem erhofften Befreiungsschlag im Kellerduell wurde damit ein weiterer herber Rückschlag. Die Frage „Quo vadis TSV Rantrum?“ wird nach dem 0:5 zwangsläufig lauter.

Friedrichsberg mit Rückenwind zu Inter Türkspor

Ganz anders ist die Stimmung beim TSV Friedrichsberg-Busdorf. Nach dem 5:0-Erfolg hat die Mannschaft von Dennis Usadel nun zwei Spiele in Folge gewonnen und sich damit zunächst über den Strich gearbeitet.

„Die letzten beiden Spiele gewonnen, was super wichtig war, auch für die Köpfe“, erklärte Usadel. Entsprechend selbstbewusst blickt der Coach auf die nächste Aufgabe. Am Sonntag geht es zum Tabellenzweiten Inter Türkspor Kiel.

Nach dem überzeugenden Auftritt in Rantrum kann Friedrichsberg diese Aufgabe mit deutlich weniger Druck angehen. „Da kannst du auch auf jeden Fall komplett befreit aufspielen und vielleicht sogar für eine Überraschung sorgen“, blickt Usadel voraus.

Für Rantrum geht es derweil ebenfalls am Sonntag um weitere wichtige Punkte im Abstiegskampf. Beim Heikendorfer SV wartet das nächste Kellerduell. Viel Zeit, über die 0:5-Pleite nachzudenken oder zu verdauen, bleibt den Nordfriesen damit nicht.

Stimmen zum Spiel

  • TSV Rantrum: Timon Hansen – Arne Harring, Brian Kliese, Henning Lorenzen (76. Gunnar Hermerding), Justin-Jason Pein, Louis Petersen (34. Hannes Guth), Kevin Henke (46. Oke Flatterich), Marvin Matthiesen, Marvin Theede, Max Flemming, Damian Krause

  • Trainer: Erik von Lanken

  • TSV Friedrichsberg-Busdorf: Melvin Bolleininger – Tjark von Lanken, Jonas Goos, Max Albrecht – Omar Al-Batal, Marko Grbavac, Daniel Schubert (81. Tim Schubert), Zakaria El-Omrani (84. Florian Kracht), Juri Alexa (81. Julian Lechtenfeld) – Luca Clausen (73. Janne Sievers), Erik Wegner (61. Alin Ungureanu)

  • Trainer: Dennis Usadel

  • Schiedsrichter: Cedric Petersen (Kilia Kiel)

  • Assistenten: Konstantin Gurkasch, Benjamin Müller

  • Zuschauer: 100

  • Tore: 0:1 Erik Wegner (5.), 0:2 Luca Clausen (13.), 0:3 Luca Clausen (18.), 0:4 Jonas Goos (71.), 0:5 Alin Ungureanu (80.)

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