Pedi Thomsen: Meine Zeit bei Weiche hat mich sportlich und menschlich sehr geprägt
Pedi Thomsen und Weiche Flensburg im Spiel beim VfB Lübeck. © 2021 Olaf Wegerich

Pedi Thomsen: Meine Zeit bei Weiche hat mich sportlich und menschlich sehr geprägt

von Olaf Wegerich·21. Oktober 2026

Zu den prägenden Stützen beim Flens-Oberligisten TSB Flensburg gehört mit Sicherheit Patrick „Pedi“ Thomsen. Der 36-jährige kann auf die Erfahrung von 14 Jahren beim SC Weiche 08 Flensburg zurückblicken und absolvierte dabei 303 Punktspiele für Deutschlands nördlichsten Regionalligisten. Zu seinen größten Erfolgen zählen sicherlich die beiden Spiele um den Drittliga-Aufstieg im Mai 2018 gegen den FC Energie Cottbus, die nur knapp verloren gingen. Im Sommer 2024 beendete Thomsen nach vielen Höhen und wenigen Enttäuschungen die unglaubliche Karriere bei seinem Heimatverein und wechselte zum Landesliga-Aufsteiger RB Obere Treene, wo sein Engagement aber bereits nach wenigen Spielen wieder endete.

Seine Verbundenheit zu seinem Geburtsort Flensburg unterstrich der 1,90 Meter große Hüne mit dem Wechsel zum TSB im Sommer 2025, der gerade aus der Flens-Oberliga abgestiegen war. Auch dank Thomsen gelang dem TSB ungeschlagen, frühzeitig und mit 18 Punkten Vorsprung vor dem Eckernförder SV der sofortige Wiederaufstieg.

Auch in der aktuellen Saison sind der TSB und „Pedi“ Thomsen gut aus den Startlöchern gekommen. Der von Aufstiegs-Trainer Tore Wächter stimmig zusammengestellte Kader konnte sich daher nicht ganz unerwartet mit guten Leistungen in der Spitzengruppe der Flens-Oberliga etablieren. Einen großen Anteil daran hatte „Pedi“ Thomsen als Innenverteidiger, der alle 13 Saisonspiele absolvierte und zudem drei Treffer beisteuern konnte.

Pedi Thomsen - Volle Konzentration vor dem Spiel. © 2023 Olaf Wegerich

Ein guter Grund also um bei Pedi Thomsen einmal nachzufragen welche Erinnerungen bei ihm an seine Zeit bei Weiche Flensburg haften geblieben sind und was er dem TSB Flensburg sportlich noch erreichen möchte.

Du bringst mit 14 Jahren beim SC Weiche Flensburg und über 300 Spielen in der Regionalliga Nord einen riesigen Erfahrungsschatz mit. Wie hast du es geschafft, über einen so langen Zeitraum auf einem so hohen Level spielen zu können?

Meine Familie hat mich über all die Jahre immer unterstützt, was sehr wichtig für mich war. Dazu bin ich glücklicherweise weitgehend verletzungsfrei geblieben. Vor allem habe ich aber bis heute Spaß am Fußball und die Leidenschaft dafür nie verloren.

Seitdem du den Weg zum TSB Flensburg gefunden hast, läuft es für euch richtig gut. Was waren die damaligen Beweggründe zum TSB zu wechseln und was macht euch aktuell als Mannschaft so stark?

Ich habe mich beim TSB von Anfang an sehr wohlgefühlt und war bereits in meiner Jugend dort. Wir haben ein tolles Mannschaftsgefüge und eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Wenn wir als Mannschaft zusammenhalten und füreinander arbeiten, können wir viel erreichen.

Pedi Thomsen und der TSB Flensburg hier zusammen mit Leon Knittel spielen eine starke Saison. © 2026 Jaqueline Röder

Was würdest du persönlich als deine größten Stärken auf dem Platz bezeichnen?

Ich würde meine Erfahrung, mein Stellungsspiel, meine Kopfballstärke und meine Zweikampfstärke nennen. Durch meine Erfahrung kann ich viele Situationen gut einschätzen und versuche, der Mannschaft damit Sicherheit zu geben.

Am Sonntag kommt mit dem VfR ein Spitzenteam an die Eckenerstraße. Wie siehst du die Ausgangslage vor dem Spitzenspiel und worauf wird es ankommen, um erfolgreich zu sein?

Uns erwartet ein starker Gegner, auf den wir uns freuen. Wir müssen konzentriert sein, die Zweikämpfe annehmen und einfache Fehler vermeiden. Wenn wir unsere Stärken auf den Platz bringen und als Mannschaft geschlossen auftreten, können wir zu Hause etwas holen.

Pedi Thomsen mit eleganter Ballführung. © 2026 Jaqueline Röder

Solltet ihr von gravierenden Verletzungen verschont bleiben, in welcher Region würdest du dein Team zum Saisonende tabellarisch einordnen?

Unser erstes Ziel als Aufsteiger muss sein, uns in der Oberliga zu etablieren. Wenn wir von größeren Verletzungen verschont bleiben und unsere Leistungen konstant abrufen, traue ich uns durchaus die obere Tabellenhälfte zu. Entscheidend wird sein, dass wir Woche für Woche unsere Leistung bringen.

Noch einmal ein Blick zurück auf deine Zeit bei Weiche. Gibt es vielleicht noch schöne Erinnerungen an deine dortige Zeit, an besondere Spieler oder Personen?

Meine Zeit bei Weiche hat mich sportlich und menschlich sehr geprägt. Besonders Trainer Daniel Jurgeleit, der mich zehn Jahre trainiert hat, ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben. In dieser Zeit sind viele Freundschaften fürs Leben entstanden, und ich bin dankbar für die vielen gemeinsamen Erlebnisse.

Patrick Thomsen im Pokalspiel beim PSV Neumünster. © 2023 Olaf Wegerich

Warum, denkst du, haben es so viele Aufsteiger aus Schleswig-Holstein in der Regionalliga so schwer zu bestehen, und ist das nur am Budget festzumachen?

Am Budget liegt es sicher auch, aber nicht ausschließlich. In der Regionalliga sind das Tempo und die individuelle Qualität noch einmal höher, und als Aufsteiger muss man sich erst an dieses Niveau gewöhnen. Neben den finanziellen Möglichkeiten sind deshalb auch eine gute Vereinsstruktur, ein funktionierendes Mannschaftsgefüge und die kontinuierliche Weiterentwicklung entscheidend.

Hinzu kommen die regionalen Gegebenheiten und die Schwierigkeit, Spieler für ambitionierten Fußball in Schleswig-Holstein zu gewinnen und langfristig zu halten.

Pedi Thomsen und Malek Fakhro (VfB Lübeck). © 2021 Olaf Wegerich

Wie beurteilst du die Chancen von Weiche Flensburg in der Regionalliga, den Platz an der Sonne bis zum Ende zu verteidigen?

Ich habe die Mannschaft in dieser Saison noch nicht selbst spielen sehen, traue Weiche aber einiges zu. Der Verein hat viel Erfahrung und die Voraussetzungen, um in der Regionalliga eine gute Rolle zu spielen. Ich denke, dass neben Weiche vier bis fünf weitere Mannschaften um die Spitzenplätze mitspielen können. Entscheidend wird sein, über die gesamte Saison konstant zu punkten.


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