
Oleksii Drui wird zum Rückhalt: Inter Türkspor Kiel trotzt Rantrumer Welle und siegt 3:0
Der Tabellenzweite der Landesliga Schleswig, Inter Türkspor Kiel, kehrte mit einem standesgemäßen 3:0 (0:0)-Erfolg von der schweren Auswärtstour aus Nordfriesland zurück. Beim TSV Rantrum mussten die Landeshauptstädter jedoch eine enorm heikle erste Hälfte überstehen, in der die Hausherren Hochkaräter liegen ließen. Allen voran Türkspor-Schlussmann Oleksii Drui rettete sein Team mit glänzenden Paraden und einem parierten Elfmeter vor einem drohenden Rückstand, ehe die Kieler nach der Pause eiskalt zuschlugen.
Rantrumer Chancenwucher und Drui-Ganzparade per Elfmeter
Für den neuen Rantrumer Interimstrainer Andreas Paltian, der im zweiten Spiel nach der Trennung von Erik von Lanken an der Seitenlinie stand, begann die Partie nach Maß – zumindest spielerisch. Der tabellarische Außenseiter auf Platz 13 begegnete dem Favoriten mit hoher Aggressivität und brandgefährlichem Umschaltspiel. Gleich ein halbes Dutzend bester Tormöglichkeiten erarbeitete sich der TSV im ersten Durchgang. Der Höhepunkt folgte in der 19. Spielminute: Nach einem Foul entschied der Unparteiische auf Strafstoß für Rantrum, doch Inter-Keeper Oleksii Drui ahnte die Ecke und parierte stark. Auf der Gegenseite verzeichnete Kiel lediglich einen Kopfball von Christopher Kramer an den Innenpfosten.
Rantrums Interimscoach Andreas Paltian bedauerte die verpassten Gelegenheiten vor der Pause: „Wir haben eine Führung in der ersten Halbzeit liegen lassen. Das war eine ganz toll gespielte und stark gespielte Halbzeit von uns. Wir hatten wirklich fünf, sechs, sieben gute Möglichkeiten, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. In der ersten Halbzeit können wir uns nur über uns selbst ärgern.“

Ein Jubel blieb dem TSV Rantrum trotz guter Performance verwehrt. © Ismail Yesilyurt
Auch Inter-Trainer Onur Cokgez ging spürbar selbstkritisch mit der Anfangsphase ins Gericht: „Wir haben uns ein bisschen schwergetan reinzukommen. Wir waren einfach zu konteranfällig, sodass der Gegner relativ simpel zu Torchancen gelang. Die erste Halbzeit war wirklich zum Vergessen. Aber unser Torhüter Oleksii hat uns im Spiel gehalten – wenn alles gegen uns läuft, gehen wir mit 0:1 oder 0:2 in die Kabine.“
Dreierpack binnen zehn Minuten entscheidet die Partie
Mit Wiederanpfiff präsentierte sich der Favorit wie ausgewechselt. Die Kieler nahmen die tiefen Platzverhältnisse und die windigen Bedingungen nun vollends an und erhöhten die Schlagzahl. Nur vier Minuten nach dem Seitenwechsel belohnte Serkan Yildirimer die Gäste mit dem Führungstreffer zum 1:0 (49.).
Ein Wirkungstreffer auf den TSV Rantrum: Nur fünf Minuten später baute André Volkers den Vorsprung nach einer Standardsituation auf 2:0 aus (54.). Den endgültigen K.o.-Schlag versetzte Julius Alt den Nordfriesen in der 59. Spielminute, als er einen Handelfmeter souverän zum 3:0-Endstand verwandelte. Binnen zehn Minuten hatte der Aufstiegsaspirant das Spiel komplett auf seine Seite gezogen.
Cokgez zeigte sich stolz auf die Reaktion seiner Elf nach dem Seitenwechsel: „Wir haben die Sachen in der zweiten Hälfte angenommen, besser gemacht und vor allem mit Emotionen und Motivation gestartet. Bis zur 60. Minute haben wir das Spiel für uns entschieden. Am Ende haben wir es wirklich gut gemacht und verdient gewonnen.“
Paltian richtete den Blick trotz der bitteren Niederlage nach vorne: „Innerhalb von zehn Minuten hat Intertürk das Spiel gewonnen, das war schon sehr ärgerlich. Wir fanden dann auch nicht mehr zurück in die Partie. Aber auf das, was in der ersten Halbzeit gewesen ist, können wir natürlich aufbauen und den Kopf wieder hochnehmen.“
Stimmen zum Spiel
TSV Rantrum: Timon Hansen – Brian Kliese, Arne Harring, Marvin Matthiesen, Max Flemming – Ok Flatterich (46. Marvin Theede), Hannes Guth, Henning Lorenzen (70. Kevin Henke), Damian Krause – Mats Andresen (55. Jan Ole Bruhn) – Justin-Jason Pein (69. Nico Samow (81. Louis Petersen))
Trainer: Andreas Paltian
Inter Türkspor Kiel: Oleksii Drui – Justin Petersen (46. Rinol Lahu), Till Börner, Krenar Svirca (77. Badreddin Hamze), André Volkers – Melih Cerrah (76. Hamza Ismail), Julius Alt, Eugen Halili, Serkan Yildirimer (70. Ömer Sönmez), Youssef Bouzoumita (77. Moritz Haye) – Christopher Kramer
Trainer: Onur Cokgez
Schiedsrichter: Lutz Jessen (IF Stj. Flensborg)
Assistenten: Lukas Zänker, Denis Oluschinski
Bes. Vorkommn.: Oleksii Drui (19., Inter) hält Elfmeter
Tore: 0:1 Serkan Yildirimer (49.), 0:2 André Volkers (54.), 0:3 Julius Alt (59., Strafstoß)
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