
Mordhorst und Waschko mit Doppelpack: Klausdorf mit 5:2-Wiedergutmachung gegen Husum
Der TSV Klausdorf hat den Husumer SV mit 5:2 (2:2) bezwungen und damit die passende Antwort auf die enttäuschenden vergangenen 30 Minuten a letzten Spieltag in Heiligenstedten gegeben. In einem offensiv geprägten Landesliga-Spiel lieferten sich beide Mannschaften a 11. Spieltag zunächst ein Duell auf Augenhöhe. Nach dem Seitenwechsel war Klausdorf jedoch deutlich abgeklärter und machte aus dem 2:2 noch einen klaren Heimsieg.
Offener Schlagabtausch auf dem Kunstrasen
„Für uns ging es in allererster Linie um die Wiedergutmachung für die letzten bodenlosen 30 Minuten in Heiligenstedten“, erklärte Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz nach der Partie. „Das ist uns mit dem 5:2 dann am Ende auch gut gelungen.“ Für den Coach war es zugleich ein „relativ attraktives Spiel auf gutem Landesliga-Niveau“ mit zwei Mannschaften, deren Stärken derzeit vor allem in der Offensive liegen.
Husum erwischte den besseren Start. Nach einem Ballverlust im Klausdorfer Spielaufbau wurde Daouda Soumah im Strafraum von Michel Petersen gefoult. Der Torjäger und aktuell beste Schütze in der Landesliga ließ sich die Gelegenheit in der 13. Minute nicht entgehen und verwandelte den Strafstoß sicher zum 0:1.

Daouda Soumah (Husumer SV), der mit dem Schiedsrichter diskutiert, traf zum 18. Mal in dieser Saison ins Schwarze. © 2026 Ismail Yesilyurt
Klausdorf antwortete zehn Minuten später ebenfalls vom Punkt. Driton Gashi traf zum 1:1. Zuvor hatte der TSV bereits eine Großchance durch Gashi, der aus kurzer Distanz am Husumer Torhüter Kenny Koch scheiterte.
Hannes Backsen bringt Husum die erneute Führung
Die Partie blieb temporeich und intensiv. Beide Teams suchten konsequent den Weg nach vorne. Husum gelang in der 32. Minute erneut die Führung. Nach einem Ballverlust der Gastgeber schickte Soumah Levin Jensen tief, der legte quer und Hannes Backsen vollendete die Kombination zum 1:2.
„Husum hat das offensiv echt gut gemacht. Super geradlinig, richtig schnell und flink dabei“, lobte Trociewicz den Gegner.
Klausdorf ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Kurz vor der Pause schlug Stian-Petter Waschko zu. Der Mittelfeldspieler nahm den Ball rund 16 Meter vor dem Tor auf und setzte ihn überlegt ins rechte untere Eck (44.).
Husums Trainer Michael Schmidt sah bis dahin ein „Duell auf Augenhöhe“. Seine Mannschaft habe den unter der Woche einstudierten Dreieraufbau phasenweise sehr gut umgesetzt und „gute Passstafetten“ gezeigt. Allerdings ärgerte ihn der Zeitpunkt des Ausgleichs: „Das war natürlich ein ungünstiger Zeitpunkt.“
Leon Mordhorst stellt die Weichen auf Heimsieg
Nach dem Seitenwechsel erwischte Klausdorf den besseren Start. In der 47. Minute schickte Gashi Leon Mordhorst in die Tiefe. Der Angreifer hätte querlegen können, entschied sich aber für den eigenen Abschluss und traf ins lange Eck zum 3:2.
Nur zwölf Minuten später legte Mordhorst nach. Sein flacher Schuss von außerhalb des Strafraums schlug zum 4:2 ein. Damit hatte Klausdorf die Partie innerhalb weniger Minuten gedreht mit einem Zwei-Tore-Vorsprung.
Für Schmidt waren genau diese frühen Gegentreffer nach der Pause entscheidend. „Wir kassieren kurz nach der Halbzeit auch wieder zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt das 3:2 und dann noch mal das 4:2“, analysierte der Husumer Coach.
Klausdorf verteidigt den Vorsprung souverän
Husum musste anschließend mehr riskieren und öffnete damit Räume für die Gastgeber. Die große Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung hatte zunächst allerdings Paul Battermann. Nach einem Zuspiel von Gashi scheiterte er frei vor dem Tor an Koch.
Klausdorf zog sich in der Schlussphase etwas zurück und konzentrierte sich darauf, die Husumer Angriffe wegzuverteidigen. Die Gäste kamen zwar noch zu einigen Halbchancen, richtig brenzlig wurde es vor dem Tor von Johannes Marxen jedoch nicht mehr.
„In der zweiten Halbzeit waren wir ein bisschen effektiver, haben dafür auch so gut wie gar nichts mehr zugelassen und haben deswegen am Ende auch verdient gewonnen“, bilanzierte Trociewicz.
Waschko macht den Deckel drauf
Den Schlusspunkt setzte schließlich erneut Waschko. In der fünften Minute der Nachspielzeit wurde der Klausdorfer von Phil Baumgarn freigespielt und stand plötzlich völlig frei vor dem Tor. Waschko blieb cool und erzielte mit seinem zweiten Treffer des Tages das 5:2.

Stian Waschko (re., TSV Klausdorf) jubelte über seinen ersten Doppelpack in seiner Karriere. © 2026 Ismail Yesilyurt
Trociewicz hob den besonderen Moment mit dem Treffer zu Endstand hervor: „Stio hat dann sein ersten Doppelpack in seinem Leben zum 5:2 gemacht.“
Husums Michael Schmidt erkannte den verdienten Sieg der Gastgeber an. Klausdorf habe die Partie im zweiten Durchgang „abgeklärter“ und „einen Tick reifer“ gespielt. Gleichzeitig wollte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen: „Die haben sich komplett reingehängt, die haben gut gearbeitet.“
Schmidt-Team nimmt keinen Punkt mit, aber Erkenntnisse
Trotz der deutlichen Niederlage sieht Schmidt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Husum bleibt auf Platz sechs und will die Erkenntnisse aus dem Spiel mitnehmen. Vor allem die individuellen Fehler in der Defensive sollen aufgearbeitet werden.
„Wir wissen, woran es gelegen hat. Wir werden weiter an den Fehlern arbeiten“, sagte der Trainer. Hoffnung macht ihm dabei auch der heimische Kunstrasenplatz, der in der kommenden Woche eröffnet werden soll. Dadurch will sich der HSV künftig besser auf die Bedingungen einstellen, wenn Auswärtsspiele auf Kunstrasen anstehen.
„Dann werden wir in der Rückserie auch noch mal viel Erfahrung sammeln, einiges mitnehmen, einiges anpassen“, blickte Schmidt voraus. Sein Ziel ist klar: In der zweiten Saisonhälfte soll Husum noch einmal nach oben schielen und „ein, zwei Gegner aus Kiel ärgern, die bisher völlig zu Recht oben in der Tabelle stehen“.
Stimmen zum Spiel
TSV Klausdorf: Johannes Marxen – Nils Adjamgba, Michel Petersen, Jonathan Beeck, Leon Petersen (77. Daniel Grossmann) - Stian-Petter Waschko, Lennart Bossen, Leon Mordhorst (82. Linus Knöfel) – Tim Hartlep (46. Phil Baumgarn), Driton Gashi (85. Kevin Link), Finn Schwee (66. Paul Battermann)
Trainer: Dennis Trociewicz
Husumer SV: Kenny Koch – Johan Siebels, Saleh Beko (79. Lasse Hintze), Hannes Backsen, Flemming Westensee (82. Michael Pavlenok), Leven Meiko Jensen (59. Kim-Marvin Martensen), Tjerk Hansen, Raghib Hasan, Daouda Soumah, Nik Böckmann (59. Mustaf Emrulahu), Hawas Hasan (59. Ferhat Dogan)
Trainer: Michael Schmidt
Schiedsrichter: Thorsten Reinke (Büchen-Siebene. SV)
Assistenten: Curtis Richter, Johanna Giard
Zuschauer: 90
Tore: 0:1 Daouda Soumah (13., Strafstoß), 1:1 Driton Gashi (23., Strafstoß), 1:2 Hannes Backsen (32.), 2:2 Stian-Petter Waschko (44.), 3:2 Leon Mordhorst (47.), 4:2 Leon Mordhorst (59.), 5:2 Stian-Petter Waschko (90.+5)
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