Masters-Ticket gelöst: Kilia Kiel besiegt Nordmark Satrup nach Heimrechttausch und Auf und Ab
Yannik Jakubowski (Kilia Kiel) nach seinem 1:0. © 2026 Ismail Yesilyurt

Masters-Ticket gelöst: Kilia Kiel besiegt Nordmark Satrup nach Heimrechttausch und Auf und Ab

von Ismail Yesilyurt·21. Oktober 2026

„Erstes Saisonziel erreicht“, klatschte Berkant Özel, Ligamanager und 2. Vorsitzender in Personalunion beim FC Kilia Kiel, nach dem Abpfiff der Partie am Dienstagabend gegen den TSV Nordmark Satrup virtuell in die Hände.

Mit dem 4:2 gegen die Mannschaft aus Mittelangeln holten sich die Kilianer das Ticket für die Teilnahme bei den LOTTO MASTERS 2027 in der Merkur Ostseehalle am 9. Januar in Kiel. Das seit 1999 stattfindende Indoor-Spektakel, das größte seiner Art in Deutschland, war auch der Grund dafür, dass das am letzten Wochenende vor drei Tagen ausgefallene Spiel in Satrup nun mit einem Heimrechttausch kurzfristig am Dienstag auf dem Kunstrasenplatz in der Landeshaupstadt stattfand.

Quotientenregel unerwünscht - faire Ermittlung der LOTTO MASTERS-Teilnehmer

Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV), Mitausrichter des Hallenturniers, will nach dem letzten Hinrundenspieltag, wenn die Teilnehmer ermittelt werden, eine Quotientenregelung vor der Masters-Qualifikation vorbeugen. Sollte ein Team nach dem 15. Spieltag am 31.10. und 01.11. weniger Spiele ausgetragen haben, kommen die durchschnittlichen Punkte zum Tragen, welche drei Teams aus der höchsten Landesklasse sich qualifizieren. Zweitligist Holstein Kiel und die vier Regionalligisten Weiche Flensburg, Phönix Lübeck, VfB Lübeck und SV Todesfelde sind für das Turnier gesetzt.

Mit dem hart erarbeiteten, am Ende aber völlig verdienten Heimsieg gegen den TSV Nordmark Satrup sicherten sich die Landeshauptstädter vor 80 Zuschauern auf dem heimischen Kunstrasenplatz nicht nur die LOTTO MASTERS. Mit dem Komplementärziel kletterte die Mannschaft von Cheftrainer Nicola Soranno zudem auf den zweiten Tabellenplatz und schob sich bis auf drei Punkte an den Spitzenreiter Holstein Kiel II heran.

Kilias Feuerwehr-Start durch Jakubowski-Tor löscht Satrup mit kalter Dusche

Kilia erwischte einen Auftakt nach Maß und setzte die Gäste aus Mittelangeln von Beginn an unter massivem Druck. Mit einer Doppelchance in der zweiten Minute ging der heiße Start der Kieler los. Erst traf Luca Senger aus kurzer Distanz den Ball nicht und in der gleichen Szene verhinderte Satrups Keeper Jonas Wolf nach einem Kopfball von Marc Schwabe aus sechs Metern einen Rückstand.

Jonas Wolz (TSV Nordmark Satrup) im Glück - dieser Schuss geht nicht rein. © 2026 Ismail Yesilyurt

Doch bereits in der 7. Spielminute belohnte Yannik Jakubowski die Bemühungen der Heimelf, als er nach einem Eckball von der Strafraumgrenze zur 1:0-Führung vollendete. Die kalte Dusche für die Kieler folgte jedoch knapp sechs Minuten später: Ein langer Ball hebelte die Kilia-Defensive aus, und Edvin Skrijelj vollstreckte über den herauseilenden Keeper Tom Pachulski hinweg zum 1:1-Ausgleich (13.).

Treffer von Edvin Skrijelj knockt Kilia an

Der Gegentreffer zeigte Wirkung. Während Kilia zunächst den Faden verlor, wurden die Gäste mutiger und aktiver und sorgten mit Flanken und gefährlichen Standardsituationen für Unruhe. In der 20. Minute fehlte nur wenig zur Führung: Christoph Ottsen erkannte an der Mittellinie, dass Pachulski weit vor seinem Tor stand, und versuchte es mit einem Heber aus knapp 50 Metern. Der Ball segelte über den Kieler Schlussmann hinweg, verfehlte das Gehäuse aber knapp. Spätestens nach etwa 30 Minuten fingen sich die Fördestädter wieder, hatten noch ein, zwei brauchbare Chancen und hielten die Begegnung im Gleichgewicht bis zur Pause.

Jan Matti Seidel (Kilia Kiel), hier gegen Sebastian Waterhues (li., TSV Nordmark satrup) machte mit seinem zweiten Saisontor den Sieg klar. © 2026 Ismail Yesilyurt

„Wir machen ein überragendes Spiel. Dann machen wir eine Unachtsamkeit – wir wussten um die langen Bälle, die Satrup spielen würde. Das hat uns komplett aus dem Spiel genommen und wir wurden vogelwild. Mir fehlte da die Kontrolle. Ich bin aber froh, dass wir in der zweiten Halbzeit ruhig geblieben sind“, spoilerte Soranno.

Nico Empen und Björn Lass nicht dabei

Satrups Coach Thomas Knuth, der mit Nico Empen (verletzt) und Björn Lass (dienstlich verhindert) auf zwei seiner wichtigsten Offensiv-Trumpfkarten verzichten musste, zeigte sich zufrieden: „Alles in allem haben wir eine gute Reaktion gezeigt auf den frühen Rückstand. Aber ich ärgere mich natürlich mehr, dass wir überhaupt so früh in den Rückstand gehen und nicht von der ersten Minute an wach sind.“

Für den ambitionierten Gastgeber war das 1:1 allerdings zu wenig. Serhat Yazgan, der langzeitverletzte Mittelfeldantreiber der Kieler, brachte die Probleme in der ersten Halbzeit auf den Punkt: „Wir spielen zu unsauber.“

Wiederholung des Musters – Trepca wird zum Matchwinner

Kilia kam mit deutlich mehr Entschlossenheit aus der Kabine. Die Gastgeber setzten die Vorgaben von Trainer Nicola Soranno nun besser um: „Wir haben einfach gesagt: Haltet euch daran, was wir vorher besprochen haben – Verlagerung reinkriegen, Ball laufen lassen, ruhig bleiben, geduldig bleiben.“

Wie schon im ersten Durchgang erwischte Kilia Kiel erneut den besseren Start in die zweite Halbzeit: Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff bediente Drilon Trepca mit einer weiten Flanke seinen Pendant auf der anderen Seite Luca Senger, der am langen Pfosten volley zum 2:1 einschoss (48.).

Luca Senger (21, Kilia Kiel) hat gerade das 2:1 erzielt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Doch der Gast bewies Moral. Die Gäste schlugen erneut zurück. Nach einem schnellen Umschaltangriff setzte sich Edvin Skrijelj im Mittelfeld durch und schickte Clemens Nielsen mit einem perfekten Flugball auf der rechten Seite. Dessen Hereingabe wurde leicht abgefälscht, fand aber Christoph Ottsen am Torraum, der zum 2:2 einschob (52.).

„Dann kriegen wir nach einem Konter das 2:2. Das nervt natürlich tierisch, weil genau davor wir gewarnt haben. Aber am Ende bin ich froh, dass wir gewonnen haben und uns fürs Masters qualifiziert haben. Das zählt heute“, blickte Kilias Headcoach kurz zurück.

Im Gegensatz zum ersten Durchgang ließen sich die Landeshauptstädter vom erneuten Dämpfer jedoch nicht aus dem Konzept bringen. In der 68. Spielminute avancierte der überragende Drilon Trepca vollends zum Matchwinner, als er von der rechten Seite in den Strafraum eindrang und Keeper Jonas Wolz zum 3:2 überwand. „Durch seine Beine“, sagte der Torschütze kurz nach seiner Auswechslung auf dem Weg zur Bank.

Für den endgültigen Knockout sorgte Jan-Matti Seidel in der 74. Minute, als er nach Vorarbeit des eben gerade eingewechselten Tino Klein mit einem Schuss aus dem Strafraum den 4:2-Endstand markierte. In der Schlussphase schwanden den kräftezehrend verteidigenden Gästen spürbar die Körner.

Gestrecktes Bein von Selim Cetintürk (Kilia Kiel) gegen Kapitän Lasse Andresen (TSV Nordmark Satrup)? Einen Pfiff gab es nicht. © 2026 Ismail Yesilyurt

Soranno sparte nach dem Abpfiff nicht mit Lob für die Mentalität seines Kaders: „In der zweiten Halbzeit haben wir die Verlagerungen reingekriegt, den Ball laufen lassen und sind geduldig geblieben. Egal wer reinkam, alle haben ihre Aufgabe erfüllt.“ Auf das Thema LOTTO MASTERS angesprochen, antworte der 37-Jährige: „Ich glaube, du brauchst die Jungs nicht motivieren, wenn es ums Masters geht, weil jeder Bock hat, dieses Turnier zu spielen.“

Satrup-Trainer Knuth zollte dem Sieger neidlos Respekt: „Der Sieg von Kilia ist natürlich verdient. Das ist schon eine richtig gute Oberligamannschaft, die einen mürbe spielt und laufen lässt. Nachher waren wir dann wirklich müde und dann hat Kilia ihre Stärken ausgespielt. Dennoch haben sich die Jungs hier als Einheit präsentiert.“

Fazit

Beim TSV Nordmark Satrup, der knapp eine Stunde ein gutes Spiel im Rahmen seiner Möglichkeiten präsentierte, forderte das kräfteraubende und laufintensive Spiel seinen
Tribut: Rechtsverteidiger Christian Reimer musste mit einem Wadenkrampf in
der 58. Minute ausgewechselt werden.

Nach der dritten Führung für die Gastgeber durch Drilon Trepca hatte Nordmark nicht mehr
die Kraft, auch zum dritten Mal auszugleichen. Zudem schöpfte das Soranno-Ensemble das vorhandene Potenzial viel besser aus nach dem Pausentee.

Stimmen zum Spiel

  • FC Kilia Kiel: Tom Pachulski – Yannik Jakubowski, Ove Witt, Paul Meseberg – Marcel Freund (64. Marvin Müller) – Luca Senger, Selim Cetintürk (85. Hussein Sharba), Jannis Voß, Drilon Trepca (73. Tino Klein) – Jan Matti Seidel (77. Lucas Groß), Marc Schwabe (90. Kevin Kortum)

  • Trainer: Nicola Soranno

  • TSV Nordmark Satrup: Jonas Wolz – Christian Reimer (58. Kjell Kaiser), Lasse Andersen, Sebastian Waterhues, Nick Falke (82. Mohamed Hamid) Max Wiedenhoff - Clemens Nielsen (72. Brian Nielsen), Sabastian Zamanakos, Gian Luca Bracht, Christoph Ottsen (82. Jannik Sellmer) – Edvin Skrijelj (82. Marc Lau)

  • Trainer: Thomas Knuth

  • Schiedsrichter: Chris Olimsky (MTV Tellingstedt)

  • Assistenten: Tjark Schröder, Tjark Marten Reimers

  • Zuschauer: 80

  • Tore: 1:0 Yannik Jakubowski (7.), 1:1 Edvin Skrijelj (13.), 2:1 Luca Senger (48.), 2:2 Christoph Ottsen (52.), 3:2 Drilon Trepca (68.), 4:2 Jan Matti Seidel (74.)

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