Jorden Winter knackt die TSB-Abwehr
Holsteins Matchwinner - Jorden Winter. © 2026 Ismail Yesilyurt

Jorden Winter knackt die TSB-Abwehr

von Ismail Yesilyurt·12. Oktober 2026

Tabellenführer Holstein II entscheidet Spitzenspiel beim Vierten aus Flensburg

Respekt, TSB Flensburg! Am 12. Spieltag der Flens-Oberliga empfing der Aufsteiger mit Holstein Kiel II das Nonplusultra der höchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins. Die U23 der KSV Holstein reiste als Tabellenführer mit 26 Punkten, acht Siegen und beeindruckenden 40 Toren zum Eckener Platz. Doch die Mannschaft von TSB-Trainer Tore Wächter machte den Jungstörchen das Leben schwer, bot viel Paroli und hielt die Partie lange offen.

Gegen die spielstarken Kieler verteidigte die Gastgeber diszipliniert, leidenschaftlich und mit hoher Konzentration. Die Flensburger standen kompakt, machten die Räume eng und erschwerten dem Favoriten den Weg in die gefährlichen Zonen. Holstein hatte zwar mehr Ballbesitz, musste gegen die bis dahin beste Defensive der Liga jedoch viel Geduld aufbringen.

TSB Flensburg fordert den Tabellenführer

„Das war heute ein wirklich sehr gutes Oberligaspiel am Eckener Platz“, befand TSB-Coach Tore Wächter nach der Partie. Dass seine Mannschaft dem Ligaprimus so lange Paroli bieten konnte, erfüllte den 41-Jährigen mit Stolz. „Wir waren sehr diszipliniert, sehr fokussiert, sehr leidenschaftlich und haben das Spiel sehr lange offen gestalten können“, erzählte der ehemalige Torwart.

Holstein drückt, Ole Rathmann hält die Null

Die erste Halbzeit gehörte über weite Strecken den Gästen, die den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen ließen und nach Ballverlusten das Spielgerät wieder haben wollten. Gegen die tief stehenden Flensburger fehlte zunächst allerdings die letzte Konsequenz im Abschluss.

Die ersten Möglichkeiten für den Favoriten gab es durch Mark Richter Monserrat (20.) und Andu Kelati (37.). Diese Aufgaben meisterte TSB-Torhüter Ole Rathmann und verhinderte somit einen Rückstand.

Keeper Ole Rathmann (TSB Flensburg) war ein sicherer Rückhalt für den TSB Flensburg. © Ismail Yesilyurt

Kurz vor der Pause versuchte es Niko Takahashi aus der Distanz. Abermals behielt der Schlussmann die Oberhand. So ging es nach fünf Minuten Nachspielzeit mit einem torlosen Remis in die Kabinen zur Pause. Für den Aufsteiger war das ein Teilerfolg gegen die beste Offensive der Liga, die bis dahin bereits 40 Treffer erzielt hatte.

Geduldsspiel im Mittelfeld

Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung intensiv. Zahlreiche Zweikämpfe bestimmten das Geschehen, klare Torchancen waren zunächst Mangelware. Der TSB hielt mit großem Einsatz dagegen und durfte weiterhin auf einen Punktgewinn hoffen.

Holstein ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Die Mannschaft von Cheftrainer Freddy Kaps blieb ihrem geduldigen Spielansatz treu und wartete auf die entscheidende Lücke. Dass die Kieler auch in einer zähen Partie ihre Besonnenheit behielten, war für Kaps ein wichtiger Faktor.

„Unsere geduldige Spielweise hat mir heute sehr gut gefallen“, erklärte der Holstein-Trainer auf der Homepage der Kieler. Gegen einen offensivstarken Gegner habe sich seine Mannschaft vorgenommen, „ein hohes Maß an Resilienz und Frustrationsresistenz an den Tag zu legen, gerade wenn Dinge mal nicht klappen“.

Joker Jorden Winter trifft zum 0:1

In der 74. Minute zahlte sich die Geduld der Jungstörche aus. Der bereits in der 37. Minute für Moritz Reimers eingewechselte Jorden Winter leitete mit einem Steilpass auf Islam Matene den entscheidenden Angriff ein und setzte seinen Lauf in den Strafraum fort. Dort bekam er den Ball von Matene mustergültig zurück und vollendete aus kurzer Distanz zum 1:0 für Holstein Kiel II.

Für Winter war es der Lohn für einen konzentrierten Auftritt der gesamten Mannschaft. „Wir waren sehr präsent im Gegenpressing und haben hinten alles super wegverteidigt, obwohl Flensburg ein paar gefährliche Flanken geschlagen hat“, sagte der Torschütze. Auch die Umschaltmomente hätten gut funktioniert. Umso mehr freue es ihn, „dass ich die Mannschaft bei einer dieser Aktionen mit dem Tor für die gezeigte Leistung belohnen konnte“.

Caspar Medlin lobt reifen Auftritt der Jungstörche

Nach dem Führungstreffer kontrollierte Holstein die Begegnung und ließ den Gastgebern nur wenige Möglichkeiten, noch einmal zurückzukommen. Die Kieler verteidigten konsequent und hielten den TSB vom eigenen Tor fern.

Stürmer Tobias Zuth (re., TSB Flensburg) verrichtete auch gute Defensivaufgaben. © 2025 Ismail Yesilyurt

Innenverteidiger Caspar Medlin zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Holstein-Performance. „Ich fand unseren Auftritt sehr reif“, sagte der Abwehrspieler. Gegen den Ball habe Holstein über die gesamte Spielzeit „extrem verantwortungsbewusst verteidigt“ und im Gegenpressing sofort reagiert.

Auch offensiv habe die individuelle Qualität immer wieder für Möglichkeiten gesorgt. „Wir haben dann im richtigen Moment das entscheidende Tor gemacht“, brachte Medlin den Spielverlauf auf den Punkt.

In der 87. Minute hätte Islam Matene beinahe für die endgültige Entscheidung gesorgt. Sein Abschluss landete jedoch am Pfosten, sodass es beim knappen 1:0 blieb. Der TSB, der eine starke Saison spielt, konnte aus seiner engagierten Leistung keinen Punktgewinn machen, während Holstein auf dem erwünschten Weg zurück in die Regionalliga Nord die nächsten drei Zähler einfuhr.

Wächter-Team nimmt Zuversicht mit

Trotz der Niederlage überwog bei Tore Wächter der Stolz auf die Leistung seiner Mannschaft. Gegen den Spitzenreiter so lange ohne Gegentor geblieben zu sein, wertete der TSB-Trainer als Bestätigung des eigenen Weges. „Am Ende verlieren wir es 1:0. Schade, aber auf die Leistung können wir sehr stolz sein“, sagte Wächter.

Mit diesem Auftritt gehe seine Mannschaft zuversichtlich in die nächste Trainingswoche. In der kommenden Partie bei der Kaltenkirchener TS hofft der Aufsteiger auf bessere Chancen, etwas Zählbares mitzunehmen.

Holstein Kiel II dagegen baute mit dem knappen Erfolg seine Tabellenführung aus (das Spiel des Verfolgers VfR Neumünster fiel aus) und blieb im siebten Auswärtsspiel der laufenden Pflichtspielsaison ungeschlagen. Der Tabellenführer musste im hohen Norden hart arbeiten, setzte sich am Ende aber dank Geduld, defensiver Stabilität und dem dritten Saisontor von Jorden Winter durch.

Stimme zum Spiel

  • TSB Flensburg: Ole Rathmann – Alton Zymeraj, Patrick Thomsen, Tom Schäpler (75. Leon Knittel), Jon Jessen – Noel Kurzbach, Elias Kurzbach (54. Lennart Steiner), Maxim Jurk (63. Cedric Neumann), Cosmo Nitsch (83. Jakob Friedrichs) – Melf Siemund (63. Jonatan González Miranda), Tobias Zuth

  • Trainer: Tore Wächter

  • Holstein Kiel II: Henrie Müller-Kalthoff – Leland-Jordan Junge, Malte Petersen, Caspar Medlin, Niko Takahashis (75. Rene Guder - Till Wiese - Moritz Reimers (37. Jorden Winter), Andu Kelati (75. Kjell Knaak) Cengizhan Koc, Mark Richter Monserrat – Kian Tack (66. Islam Matene)

  • Trainer: Freddy Kaps

  • Schiedsrichter: Mika Hems (TSV Oldenswort)

  • Assistenten: Tom Braun, Lennard Gawellek

  • Zuschauer: 242

  • Tor: 0:1 Jorden Winter (74.)

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