Holstein Kiel II lässt Rotenhof keine Chance: Jungstörche feiern 5:0-Kantersieg
Holstein Kiel II hat seine beeindruckende Serie am 13. Spieltag der Flens-Oberliga eindrucksvoll fortgesetzt. Gegen den formstarken Tabellenvierten TuS Rotenhof gewann die U23 des Zweitligisten im Citti-Fußball-Park verdient mit 5:0 (3:0) und feierte den neunten Sieg im zehnten Spiel ohne Niederlage.
Vor der Partie sprach einiges für ein enges Duell trotz der klaren Favoritenstellung von Holstein: Rotenhof war mit 16 Punkten aus den letzten sechs Spielen und fünf Siegen in Folge nach Kiel gereist. Doch die Gastgeber ließen dem Aufsteiger in die Spitzengruppe von Beginn an kaum Raum zur Entfaltung.
„Wir hatten unfassbar viel Spielfreude“
„Wir haben im Zugriff nichts zugelassen, wir waren immer wieder in der nächsten Welle gleich da, haben die Tore in richtigen Momenten gemacht“, sagte Holstein-Trainer Freddy Kaps. „Wir hatten unfassbar viel Spielfreude, egal welcher Spieler das war, egal in welcher Rolle er war. Und deswegen wirkt dann so ein Sieg leicht.“
Malte Petersen und Kian Tack stellen früh die Weichen
Rotenhof begann ungewöhnlich mutig und wollte zunächst mitspielen, statt sich wie viele Gegner der Kieler U23 tief einzugraben. In den ersten zehn Minuten hielt der Tabellenvierte zwar mit, ohne jedoch ernsthaft Gefahr vor dem Holstein-Tor zu erzeugen. Kiels Schlussmann Henrie Müller-Kalthoff hatte in der ersten Halbzeit knapp eine Handvoll an Ballkontakten per Fuß und musste lediglich einen zentral abgegebenen Fernschuss festhalten.
Kian Tack (Holstein Kiel II) zeigte erneut seinen Torinstinkt und bleibt gleich in der Grätsche von Dennis Bienwald (TuS Rotenhof) hängen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Die Platzherren zeigten gleich zu Beginn, wohin der Wind weht. In der zweiten Minute bot sich Jorden Winter nach einem abgewehrten Schuss die erste Gelegenheit für Holstein, doch sein Abschluss vom linken Torraumeck verfehlte das lange Eck knapp.
In der elften Minute schlugen die Jungstörche erstmals zu. Nach einer Flanke von Leland-Jorden Junge von der rechten Seite lief der torgefährliche Innenverteidiger Malte Petersen am kurzen Pfosten ein und brachte die Gastgeber in Führung.
Nur sieben Minuten später legte Holstein nach. Nach einem Pfostentreffer setzte sich die Szene im Torraum fort. Kian Tack stand im Torraum goldrichtig und schob zum 2:0 ein. Der Angreifer bewies damit einmal mehr seinen Torinstinkt.
Niko Takahashi verpasst 3:0
Kaum 30 Sekunden später hätte Niko Takahashi beinahe erhöht. Der offensivfreudige Linksverteidiger, der im Laufe der Partie vermutlich die meisten Meter aller Spieler absolvierte und das 3:0 sowie 4:0 per flacher Hereingabe vorbereitete, tauchte nach einem feinen Steckpass frei vor TuS-Keeper Justin Sörensen auf, chippte den Ball jedoch knapp am langen Pfosten vorbei.
Niko Takahashi (Holstein Kiel) , der hier den Ball annimmt, war auf seiner linken Seite überall zu finden. © 2026 Ismail Yesilyurt
Die Gäste kamen direkt nach den beiden Gegentreffer defensiv aus dem Gleichgewicht und zunehmend unter Druck. So ging ein Abschluss von Mark Richter Monserrat knapp vorbei. Holstein kontrollierte danach weiterhin das Geschehen und ließ den Gästen kaum Raum, um ihre eigenen offensiven Qualitäten einzubringen.
Cengizhan Koc belohnt seine starke Performance
Nach dem 2:0 wackelte das bis dahin stabile Gefüge der Rotenhöfer merklich. Holstein gönnte dem Gegner nach etwa 30 Minuten nach Tacks Treffer eine kurze Ruhepause, blieb aber weiter tonangebend ohne Hochkaräter. Einen gab es kurz vor dem Seitenwechsel durch das 3:0 von „Cengo“ Koc.
Kian Tack (Holstein Kiel II) ist erster Gratulant für den Premierentreffer von Cengizhan Koc (li.). © 2026 Ismail Yesilyurt
Der beste Spieler der Partie setzte sich elegant im Zentrum durch, ließ sich auch durch ein Foul im Strafraum nicht aus dem Gleichgewicht bringen und schoss auf Höhe des Elfmeterpunkts ein. Für Kaps war der Auftritt des Mittelfeldspielers besonders wertvoll: „Das ist einfach richtig schön, dass er wieder da ist. Er hat eine lange Leidenszeit gehabt, nachdem er sich letzte Saison verletzt hat.“
„Als Typ superwichtig für uns als Gruppe“
Koc sei „als Typ superwichtig für uns als Gruppe“ und ein „toller Fußballer“, betonte der Trainer, „das ist einfach eine Freude, so einen Spieler da zu haben und ihn nicht im Kraftraum zu sehen, weil er verletzt arbeiten muss.“
Die Partie war somit zur Pause schon entschieden, weil Trainer Freddy Kaps seine leichtfüßige Mannschaft von Beginn an bestens vorbereitet sah: „Wir haben es, glaube ich, heute leicht wirken lassen, weil wir einfach von Beginn an so ready waren“, erklärte der Holstein-Coach. Seine Elf habe im Zugriff nichts zugelassen, die Tore zu den richtigen Zeitpunkten erzielt und darüber hinaus weitere Möglichkeiten liegen gelassen.
Der quirlige Mark Richter Monserrat (Holstein Kiel) dcheitert knapp mit einem Schuss am langen Pfosten vorbei. © 2026 Ismail Yesilyurt
Besonders zufrieden war Kaps mit dem hohen Spieltempo und der Kontrolle über die Partie. Holstein habe verhindern wollen, dass Rotenhof seine gefährlichen Umschaltmomente entwickeln könne: „Wir wollten das gar nicht zur Entfaltung kommen lassen und von vorne weg einfach dieses Spiel diktieren. Das ist uns richtig gut gelungen.“
Kian Tack schnürt den Doppelpack
Zur zweiten Halbzeit stellte Knuth seine Elf in einen tieferen Block um. Doch paradoxerweise, eher erstaunlicherweise macht die Begegnung nun viel mehr Spaß. Bei den Gastgebern, die weiterhin auf die Tube drücken. Mit viel Freude und Vergnügen auf Höchstlevel gibt es eine Mehrzahl an interessanten Szenen um und im TuS-Strafraum.
Aber auch die Knuth-Elf ist nun mit mehr Lust und Engagement in der Offensive unterwegs. Natürlich nicht in der Quantität und Qualität, die Holstein in seinem Portfolio hat. Rotenhof suchte nun häufiger den Weg nach vorne und beschäftigte Müller-Kalthoff stärker als noch im ersten Durchgang. Die Gäste setzten vereinzelt Nadelstiche, konnten die Überlegenheit des Tabellenführers aber nicht ernsthaft infrage stellen. Für die Zuschauer ergibt das ein attraktives Spiel mit Kurzweil. Es macht Spaß, den Akteuren auf dem Platz zuzuschauen.
Felix Struck (re., TuS Rotenhof) gewinnt dieses Duell gegen Leland Junge. © 2026 Ismail Yesilyurt
Das Match hat schon längst seine Entscheidung gefunden, als die Heimelf nach dem Wiederanpfiff auf 4:0 erhöht. Nach einem schnell und kurz ausgeführten Freistoß auf der linken Seite nutzt Kian Tack den flach in die Mitte gespielten Ball zu seinem 11. Saisontreffer.
Ein Tor als „Kirsche auf der Torte“
Das Schlusslicht setzten die Störche in der 74. Minute: Cengizhan Koc leitete aus dem Mittelfeld eine sehenswerte One-Touch-Kombination ein, Islam Matene wurde blank gespielt und vollendete zu seinem siebten Saisontor. Das 5:0 war zugleich das spielerische Highlight eines ohnehin überzeugenden Auftritts.
„Das fünfte Tor ist, glaube ich, die Kirsche auf der Torte“, sagte Kaps. „Das ist natürlich ganz, ganz großartig.“ Rotenhof hatte in der Nachspielzeit noch eine große Chance auf den Ehrentreffer, doch Moritz Gersteuer verfehlte – in die Tiefe geschickt – mit seinem Abschluss das Holstein-Gehäuse.
„Es macht einfach Freude, wie viel gute junge Spieler wir hier haben“, schwärmte Kaps anschließend von der Qualität und Spielfreude seiner Mannschaft.
„Das war teilweise sehr beeindruckend“
Für Rotenhofs Trainer Henning Knuth war die Niederlage auch in dieser Höhe verdient. „Das war teilweise sehr beeindruckend, was die heute gespielt haben“, räumte er ein. Seiner Mannschaft habe es vor allem an Zugriff, Härte und Aggressivität gefehlt. Eigenschaften, die Rotenhof in den vergangenen Wochen deutlich besser auf den Platz gebracht hatte.
Cedric Nielsen (Rotenhof), umgeschult vom Offensivspieler zum Linksverteidiger, mit einem erfolgreichen Tackling gegen Mark Richter Monserrat (Holstein II). © 2026 Ismail Yesilyurt
Der Unterschied in der individuellen Qualität sei allerdings spürbar gewesen, erklärte Knuth. „Also Holstein ist dazu in der Lage, Dinge dann auch auf engem Raum aufzulösen. Wenn dir der Zugriff dann natürlich vorne irgendwie fehlt und du tiefer irgendwie auch verteidigen musst, dann wird es auch eng für unsere Verteidiger“, analysierte der TuS-Sportlehrer, der sich im zweiten Amtsjahr bei den Rendsburgern befindet.
Henning Knuth wollte die deutliche Niederlage dennoch nicht überbewerten und verwies auf die immer noch starke Serie, die ein gebrauchter Tag in Kiel nicht auslöschen kann.
Stimmen zum Spiel
Holstein Kiel II - U23: Henrie Müller-Kalthoff – Leland-Jordan Junge (65. Rene Guder), Malte Petersen, Caspar Medlin (76. Maximilian Apelt), Niko Takahashi – Tayar Tasdelen (76. Veit Lückner), Cengizhan Koc – Mark Richter Monserrat, Andu Kelati, Jorden Winter (77. Kjell Knaak) - Kian Tack (65. Islam Matene)
Trainer: Freddy Kaps
TuS Rotenhof: Justin Sörensen – Christoph Ohm, Dennis Bienwald, Lorenz Billerbeck, Cedric Nielsen – Felix Knuth (86. Kenneth Traulsen), Til Berg – Mats Henke (61. Dustin Jacob), Henry Grothkopp (46. Thies Flemming Bütow), Felix Peter Struck – Jann-Ole Fiebelkorn (61. Moritz Gersteuer)
Trainer: Henning Knuth
Schiedsrichter: Hendrik Plambeck (VfL Vorwerk)
Assistenten: Tim Hohmann, Lovis Nesemann
Zuschauer: 383
Tore: 1:0 Malte Christoph Petersen (11.), 2:0 Kian Tack (18.), 3:0 Cengizhan Koc (45.), 4:0 Kian Tack (52.), 5:0 Islam Matene (74.)
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