Heiligenstedten feiert dritten Sieg in Folge – Friedrichsberg kommt zu spät
Marko Grbavac und TSV Friedrichsberg-Busdorf kamen zu spät in Fahrt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Heiligenstedten feiert dritten Sieg in Folge – Friedrichsberg kommt zu spät

von Ismail Yesilyurt·17. Oktober 2026

Der TSV Heiligenstedten hat im Kellerduell der Landesliga Schleswig einen wichtigen 4:3-Auswärtssieg beim TSV Friedrichsberg-Busdorf gefeiert. Nach einer starken ersten Stunde lag der Aufsteiger mit 4:1 in Front, musste in der Schlussphase aber noch einmal zittern, ehe der dritte Sieg in Folge feststand. Für Friedrichsberg war es eine bittere Heimniederlage, wie Trainer Dennis Usadel nach dem Abpfiff deutlich betonte.

Heiligenstedten trifft dreifach

Die Gäste begannen konzentriert und nutzten ihre Chancen eiskalt. Nick Müller brachte Heiligenstedten in der 13. Minute in Führung, Sascha Behrens legte in der 20. Minute nach, und Luke Clasen erhöhte in der 27. Minute auf 0:3. Friedrichsberg fand erst in der 28. Minute durch Juri Alexa zurück ins Spiel.

„Ich war mit den ersten 60 Minuten sehr zufrieden“, sagte Heiligenstedtens Trainer Stefan Pohlmann. „Uns war bewusst, dass die Qualität von Friedrichsberg nicht den Tabellenstand widerspiegelt. Wir standen recht stabil und haben wenig Möglichkeiten zugelassen.“

Streitpunkt beim 1:4

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Maximilian Ris in der 56. Minute auf 1:4. Doch aus Sicht der Gastgeber war die Szene umstritten: Usadel sprach von einem klaren Fehlentscheidung. „Beim 1:4 in der zweiten Halbzeit war es im Leben kein Eckball“, sagte er. „Selbst der Linienrichter hat gesagt, aus seiner Sicht war es ein Abstoß.“

Die Abwerrecken Jonas Goos (li.) und Tjark von Lanken und der TSV Friedrichsberg-Busdorf verschliefen fast 30 Minuten. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der folgende Eckball führte dann zum vierten Heiligenstedtener Treffer. Für Usadel war das ein weiterer Punkt in einer insgesamt enttäuschenden Partie seiner Mannschaft: „Wir haben heute einfach in der ersten Halbzeit, oder ich sag mal, die erste Stunde gar nicht stattgefunden und dann auch zu Recht 1:4 hinten gelegen.“

Friedrichsberg kämpft sich zurück

Erst nach dem 1:4 zeigte Friedrichsberg die Reaktion, die Usadel zuvor vermisst hatte. „Danach haben wir dann endlich mal die Ärmel hochgekrempelt und gekämpft und auch mal das getan, was man tun muss in einem Fußballspiel“, sagte der Trainer. Ali Alhindawi verkürzte in der 70. Minute auf 2:4, ehe Jonas Goos in der 82. Minute per Handelfmeter auf 3:4 stellte.

Plötzlich war die Partie wieder offen. Heiligenstedten verlor in dieser Phase zunehmend die Kontrolle, hatte kaum noch Ballbesitz und war auf die Paraden von Torwart Nils Witten angewiesen. „Wir haben wenig Ballphasen gehabt und können uns zwischendurch wieder bei Nils Witten, unserem Torwart, bedanken, der zwei oder dreimal gut pariert hat“, sagte Pohlmann.

Keeper Nils Witten (TSV Heiligenstedten) gehörte wieder einmal zu den besten Spielern. © 2026 Ismail Yesilyurt

Zittern bis zum Schlusspfiff

Pohlmann machte vor allem die beiden späten Gegentore für die Nervosität verantwortlich. Nach der Großchance zum 1:5 sei „der Kick irgendwie gekippt“, sagte er. „Wir bekamen unachtsam den 2:4-Treffer. Und dann erneut einen Handelfmeter zum 3:4.“

Der Trainer zeigte sich über die erneute Elfmeterentscheidung gegen sein Team sichtlich genervt: „Bereits Mittwoch bekamen wir einen Elfmeter durch Handspiel gegen uns gesprochen. Vielleicht sollte der ein oder andere von uns die Sportart wechseln.“ Am Ende reichte der frühe Vorsprung dennoch – wenn auch „unnötig zittern“ musste seine Mannschaft in der Schlussphase.

Usadel hadert mit Nachspielzeit

Neben dem 1:4 ärgerte sich Usadel auch über die kurze Nachspielzeit. Bei drei Toren, mehreren Unterbrechungen und einem Elfmeter hätte seiner Meinung nach deutlich mehr gespielt werden müssen. „Dass du dann zwei Minuten Nachspielzeit hast – ich glaube, das hatte ich das letzte Mal vor zwanzig Jahren“, sagte er. „Da war in dem Spiel mindestens vier bis fünf Minuten Nachspielzeit drin.“

Usadel räumte aber ein: „Nichtsdestotrotz haben wir heute kein gutes Spiel gemacht, letzten Endes dann auch irgendwo verdient verloren, weil wir einfach nicht die PS-Zahl auf den Platz gebracht haben, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Heiligenstedten weiter im Aufwind

Für Heiligenstedten war es der dritte Sieg in Folge – und ein weiterer wichtiger Schritt weg von den Abstiegsplätzen. Die Mannschaft von Pohlmann zeigte dabei zwei Gesichter: über eine Stunde lang stabil, effizient und kompromisslos, in der Schlussphase jedoch zunehmend verunsichert. Das Gesamtpaket mit einem 4:3 war aber am Ende ein gutes.

Friedrichsberg muss die Niederlage hingegen schnell abhaken. „Diese bittere Pille schlucken, schnellstmöglich analysieren und abhaken“, forderte Usadel. „Nächste Woche geht es dann in Husum schon wieder weiter.“

Stimme zum Spiel

  • TSV Friedrichsberg-Busdorf: Melvin Bolleininger – Tjark von Lanken, Jonas Goos, Julian Dietz – Omar Al-Batal (78. Julian Lechtenfeld), Marko Grbavac (88. Tim Schubert), Daniel Schubert (46. Luca Clausen), Juri Alexa, Zakaria El-Omrani – Alin Ungureanu (64. Ali Alhindawi), Erik Wegner

  • Trainer: Dennis Usadel

  • TSV Heiligenstedten: Nils Witten – Fabian Koopmann (80. Christian Klatte), Horatio Schultz, Maximilian Ris, Yannick Wulf (90.+3 Oliver Barath) – Steven Bolln, Moritz Steinmann, Nick Müller, Marlon Bolten, Luke Clasen (72. Arthur Kunz) – Sascha Behrens (90.+4 Paul Carow)

  • Trainer: Stefan Pohlmann

  • Schiedsrichter: Moritz Fink (Rendsburger TSV)

  • Assistenten: Niklas Leiding, Lea Sophie Wolter

  • Zuschauer: 80

  • Tore: 0:1 Nick Müller (13.), 0:2 Sascha Behrens (20.), 0:3 Luke Clasen (27.), 1:3 Juri Alexa (28.), 1:4 Maximilian Ris (56.), 2:4 Ali Alhindawi (70.), 3:4 Jonas Goos (82., Strafstoß)

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