Heikendorfer SV bleibt auch gegen Rantrum ohne einen Punkt im nächsten Kellerduell
Maximilian Müller (Heikendorfer SV), der hier im Spiel gegen Dörpum einen Ball rausboxt, hielt mit guter Leistung den HSV im Spiel. © 2026 Ismail Yesilyurt

Heikendorfer SV bleibt auch gegen Rantrum ohne einen Punkt im nächsten Kellerduell

von Ismail Yesilyurt·13. Oktober 2026

Der Heikendorfer SV bekommt seine Probleme in den Kellerduellen der Landesliga Schleswig derzeit nicht in den Griff. Mit dem 0:1 (0:1) gegen den TSV Rantrum kassierte der Aufsteiger am 12. Spieltag die dritte Niederlage in Folge gegen einen direkten Konkurrenten aus dem Tabellenkeller. Nach dem 0:4 gegen die SpVg Eidertal Molfsee und dem 1:2 beim TSV Friedrichsberg-Busdorf bleibt die Mannschaft von Trainer Mark Hungerecker erneut ohne Punkt und rutscht auf Tabellenplatz 14, einen regulären Abstiegsrang.

Justin-Jason Pein, der sein Saisonkonto verdoppelte, besiegelte mit seinem Treffer in der 40. Minute die nächste bittere Heimniederlage. Dabei hatte Heikendorf durchaus Möglichkeiten, die Partie in eine andere Richtung zu lenken.

Heikendorf verpasst den erhofften Befreiungsschlag

Die Voraussetzungen für einen wichtigen Schritt aus dem Tabellenkeller waren eigentlich gegeben. Nach den Niederlagen gegen Eidertal Molfsee und Friedrichsberg-Busdorf wollte der Heikendorfer SV im heimischen Sportpark unbedingt eine Reaktion zeigen. Auch die Gäste aus Rantrum waren mit einer Enttäuschung angereist: Nach dem 0:5 im Nachholspiel gegen Friedrichsberg-Busdorf am vergangenen Mittwoch hatte sich der TSV am Donnerstag von Trainer Erik von Lanken getrennt. Nach zweieinhalb Jahren übernahm Ex-Coach Andreas Paltian interimsweise die Verantwortung an der Seitenlinie.

Die Heikendorfer erwischten den besseren Start und hätten bereits nach zweieinhalb Minuten in Führung gehen können. Dennis Lühr tauchte frei vor Rantrums Torhüter Timon Hansen auf, scheiterte im Eins-gegen-eins aber am Schlussmann. Für HSV-Trainer Mark Hungerecker eventuell eine Schlüsselszene: „Wenn wir da in Führung gehen, sieht das Ganze vielleicht ganz anders aus.“

Dennis Lühr (Heikendorfer SV), der von Tjerk Hansen (Husumer SV) gehalten wird, hatte einen Hochkaräter gegen Rantrum. © 2026 Ismail Yesilyurt

Auch danach war Heikendorf zunächst die aktivere Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz und erarbeitete sich weitere Möglichkeiten. Timo Martens setzte einen Abschluss neben das Tor. Die Gastgeber schafften es allerdings nicht, ihre Vorteile in Zählbares umzumünzen.

Rantrum nutzt Heikendorfs Fehler im Spielaufbau

Mit zunehmender Spieldauer fand Rantrum besser in die Begegnung. Die Partie blieb zerfahren und war nach Einschätzung Hungereckers von „viel Stückwerk auf beiden Seiten“ geprägt. Die Gäste agierten im Spiel nach vorne häufig mit langen Bällen, stellten die Heikendorfer damit aber immer wieder vor Probleme.

In der 32. Minute bot sich Rantrum die große Chance zur Führung. Damian Krause trat zum Elfmeter an, setzte den Ball jedoch über das Tor. Heikendorf blieb damit zunächst im Spiel, leistete sich anschließend aber zu viele Fehler im eigenen Ballbesitz und lud den Gegner wiederholt zu Gegenangriffen ein.

In der 40. Minute wurde das zum entscheidenden Problem. Nach einem unnötigen Ballverlust im Spielaufbau gerieten die Gastgeber defensiv in Unterzahl. Rantrum nutzte die Situation konsequent, und Justin-Jason Pein traf zum 0:1.

Justin "JJ" Pein (re.) gelang der eminent wichtige Treffer für den TSV Rantrum. © 2026 Ismail Yesilyurt

Damit kassierte Heikendorf erneut einen Gegentreffer nach einem vermeidbaren Fehler im Spiel mit dem Ball. Schon beim 0:1 in Friedrichsberg-Busdorf hatte ein solcher Moment den Ausschlag gegeben.

„Das darf natürlich mal wieder nicht passieren“, ärgerte sich Hungerecker über die Entstehung des Gegentreffers. Mit dem Rückstand ging es für die Hausherren in die Halbzeitpause.

Heikendorfer Anrennen bleibt ohne Ertrag

Nach dem Seitenwechsel versuchte der HSV, das Blatt noch zu wenden. Der HSV lief an, suchte nach Lösungen und brachte mit mehreren Wechseln frische Kräfte. Mustafa Sapmaz machte in der 62. Minute Platz für Jack Palm, zuvor war bereits Ronny Palm durch Tim Mordhorst ersetzt worden. In der 69. Minute kam Junus Telli für Florian Sossou.

Doch das Heikendorfer Spiel blieb offensiv zu häufig ohne klare Struktur. Zwar gab es durch Timo Martens weitere Abschlüsse und gefährliche Flanken, ein Treffer wollte den Gastgebern jedoch nicht gelingen.

„Wir laufen an, versuchen alles, probieren alles, relativ ideenlos, aber leider“, beschrieb Hungerecker die Bemühungen seiner Mannschaft. Auch ddie nötige Unterstützung von Fortuna fehlte aus seiner Sicht derzeit. „Das Spielglück haben wir im Moment nicht“, erklärte der HSV-Coach mit Blick auf die ausbleibenden Erfolgserlebnisse.

Linus Mordhorst (re., Heikendorfer SV), gegen Simon Bahnsen (SV Dörpum), rückte aufgrund der Sperre für Lukas Deutschbein aus der Abwehr eine Position nach vorne. © 2026 Ismail Yesilyurt

Rantrum beschränkte sich keineswegs ausschließlich auf die Defensive. Die Gäste kamen immer wieder zu Kontergelegenheiten und hätten die Partie bei besserer Chancenverwertung vorzeitig entscheiden können. Heikendorfs Torhüter Maximilian Müller verhinderte mit starken Paraden einen weiteren Gegentreffer und hielt seine Mannschaft bis in die Schlussphase hinein im Spiel.

Dritte Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten

In den letzten Minuten warf Heikendorf noch einmal alles nach vorne, doch der Ausgleich blieb aus. Nach 90 Minuten stand eine weitere Niederlage, die angesichts der Tabellenkonstellation besonders schwer wiegt. Statt des erhofften Befreiungsschlags setzte sich die Negativserie gegen die unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf fort.

Hungerecker sprach von einer „sehr bitteren Niederlage“ und machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Nach drei verlorenen Spielen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion steht der Aufsteiger nun auf Rang 14 und damit vorerst auf einem regulären Abstiegsplatz.

Dennoch richtet der Heikendorfer Trainer den Blick bereits nach vorne. „Dementsprechend müssen wir die nächste Niederlage hinnehmen und verdauen und müssen jetzt die Köpfe wieder hochnehmen“, sagte Hungerecker. Die nächste Gelegenheit, die Negativserie zu beenden, bietet sich am kommenden Spieltag auswärts bei Frisia Risum-Lindholm.

Stimme zum Spiel

  • Heikendorfer SV: Maximilian Müller – Tim Markwardt, Kalvi Rumohr, Florian Sossou (69. Junus Telli), Mustafa Sapmaz (62. Jack Palm) – Lorenz Botschatzke – Yannick Meenken, Timo Martens, Ronny Palm (58. Tim Mordhorst), Linus Mordhorst (87. Julius von Ketelhodt) – Dennis Lühr

  • Trainer: Mark Hungerecker

  • TSV Rantrum: Timon Hansen – Arne Harring, Brian Kliese, Hannes Guth, Henning Lorenzen (69. Kevin Henke), Justin-Jason Pein (71. Gunnar Hermerding), Marvin Matthiesen (87. Louis Petersen), Oke Flatterich, Marvin Theede, Max Flemming, Damian Krause

  • Trainer: Andreas Paltian

  • Schiedsrichter: Dajinder Pabla (TuS Jevenstedt)

  • Assistenten: Leon Andresen, Rene Thielker-Meyer

  • Zuschauer: 150

  • Bes. Vorkommn.: Damian Krause (32., Rantrum verschießt Elfmeter

  • Tor: 0:1 Justin-Jason Pein (40.)

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