Gegnercheck: FC St. Pauli II zu Gast auf der Lohmühle
Kann VfB-Keeper Finn Böhmker seinen Kasten wie im letzten Heimspiel gegen Eimsbüttel sauber halten. © 2026 Olaf Wegerich

Gegnercheck: FC St. Pauli II zu Gast auf der Lohmühle

von Ismail Yesilyurt·16. Oktober 2026

Nach dem erfolgreichen Auswärtsspiel beim SSV Jeddeloh steht für den VfB Lübeck am kommenden Samstag die nächste Aufgabe in der Regionalliga Nord an. Am 17. Oktober empfängt die Mannschaft von Trainer Kevin Rodewald um 14 Uhr die zweite Mannschaft des FC St. Pauli auf der Lohmühle. Die Grün-Weißen gehen nach dem jüngsten 2:1-Auswärtssieg mit einer Serie von sieben Pflichtspielen ohne Niederlage in die Begegnung und haben sich in der Tabelle weiter nach oben gearbeitet. Mit 15 Punkten aus 13 Spielen und einem Torverhältnis von 16:22 belegt der VfB aktuell den zehnten Tabellenplatz. Die Gäste aus Hamburg stehen dagegen nach zwölf absolvierten Partien mit zehn Punkten und 23:25 Toren auf Rang 16. Für beide Mannschaften geht es somit um wichtige Zähler, um den Abstand zur unteren Tabellenregion zu vergrößern.

Die zweite Mannschaft des FC St. Pauli trägt ihre Heimspiele im Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt aus. Die Spielstätte bietet Platz für gut 5.000 Zuschauer.

Sportlich bewegte sich die U23 in den vergangenen Jahren überwiegend im Mittelfeld der Regionalliga Nord. In der Saison 2022/23 erreichten die Hamburger den siebten Tabellenplatz, ein Jahr später folgte Rang zwölf. Die Spielzeit 2024/25 schlossen die Braun-Weißen auf Platz zehn ab. Deutlich schwieriger verlief die vergangene Saison 2025/26, in der St. Pauli II lediglich den 16. Tabellenplatz erreichte. Der Verbleib in der Regionalliga Nord war anschließend von den Entwicklungen im Zulassungsverfahren zur 3. Liga abhängig. Weil der TSV Havelse trotz seines sportlichen Abstiegs aufgrund der Nichtzulassung des TSV 1860 München in der 3. Liga verbleiben konnte, reduzierte sich die Zahl der Absteiger aus der Regionalliga. Davon profitierte die U23 des FC St. Pauli, die dadurch weiterhin viertklassig antreten darf.

Auch in der laufenden Saison verlief der Start für die Hamburger wechselhaft. Zum Auftakt unterlag St. Pauli II beim SV Todesfelde in einer torreichen Begegnung mit 4:6. Es folgten eine 0:1-Heimniederlage gegen den Bremer SV und ein 0:2 beim SSV Jeddeloh. Den ersten Saisonsieg feierten die Braun-Weißen schließlich Mitte August mit einem 2:1 gegen Werder Bremen II. Anschließend mussten sie sich der FSV Schöningen mit 2:3 geschlagen geben, ehe gegen den 1. FC Phönix beim 2:2 ein weiterer Punktgewinn gelang. Das anschließende Auswärtsspiel bei Hannover 96 II ging mit 2:3 verloren.

Mitte September zeigte die Mannschaft allerdings, welches Potenzial in ihr steckt. Gegen Eintracht Norderstedt gelang ein deutlicher 5:0-Heimerfolg, ehe die Hamburger wenige Tage später auch das "kleine Derby" bei der zweiten Mannschaft des Hamburger SV mit 3:0 gewannen. Nach diesen beiden Erfolgen musste St. Pauli II bei der SV Drochtersen/Assel allerdings wieder eine knappe 0:1-Niederlage hinnehmen. Zuletzt gingen die Heimspiele gegen den BSV Kickers Emden (0:2) und Hannoverschen SC (3:4) verloren. Die bisherige Saison ist damit von deutlichen Leistungsschwankungen geprägt. Auffällig ist, dass die Hamburger in zwölf Begegnungen bereits 23 Treffer erzielten, gleichzeitig aber auch 25 Gegentore hinnehmen mussten.

Seit Beginn der laufenden Saison wird die U23 von Alexander Hahn trainiert. Der 37-Jährige wurde am 31. März 1989 in Duisburg geboren und verfügt über die UEFA-Pro-Lizenz. Für Hahn ist die Tätigkeit beim FC St. Pauli die erste längerfristige Aufgabe als verantwortlicher Cheftrainer im Herrenbereich. Zuvor sammelte er umfangreiche Erfahrungen im Nachwuchs- und Profifußball. Seine Trainerlaufbahn führte ihn zunächst in den Jugendbereich des VfL Bochum, ehe er ab 2015 beim Hamburger SV tätig war. Dort arbeitete er zunächst als Videoanalyst, später auch als Chefanalytiker und Co-Trainer. In dieser Zeit gehörte er unter anderem den Trainerstäben von Bruno Labbadia, Markus Gisdol, Christian Titz, Hannes Wolf, Dieter Hecking und Daniel Thioune an. Zur Saison 2021/22 wechselte Hahn als Co-Trainer zu Greuther Fürth und arbeitete anschließend ab Sommer 2022 bei Holstein Kiel unter Marcel Rapp. Im Sommer 2026 übernahm er schließlich die zweite Mannschaft des FC St. Pauli und damit eine neue Aufgabe in seiner Trainerkarriere.

Eine besondere Verbindung zum VfB Lübeck besitzt ausgerechnet der Kapitän der Hamburger. Luca Günther wurde am 14. November 2001 in Hamburg geboren und spielte in seiner Jugend zunächst beim SV Eichede und anschließend beim VfB Lübeck. Bis zum Sommer 2017 durchlief er die Nachwuchsmannschaften der Grün-Weißen und gehörte zuletzt der U17 an. Anschließend wechselte er in das Nachwuchsleistungszentrum des FC St. Pauli, wo er über die U17 und U19 den Sprung in die zweite Mannschaft schaffte. Im Sommer 2023 wurde Günther zeitweise in den Profikader aufgenommen und gehörte damit auch zum Verein während der Zweitligameisterschaft 2024. Seit Juli 2024 ist der 1,76 Meter große Rechtsverteidiger wieder fester Bestandteil der U23. Im Mai dieses Jahres verlängerte er seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2027.

Günther gehört inzwischen zu den erfahrensten Spielern innerhalb des jungen Hamburger Kaders und übernimmt als Mannschaftskapitän eine wichtige Führungsrolle. In der laufenden Regionalliga-Saison kam der 24-Jährige bislang elfmal zum Einsatz, stand dabei in rund 69 Prozent seiner Begegnungen in der Anfangsformation und bereitete einen Treffer vor. Insgesamt absolvierte er 797 Spielminuten. Seine langjährige Zugehörigkeit zum FC St. Pauli und seine Erfahrungen im Umfeld der Profimannschaft machen ihn zu einer wichtigen Identifikationsfigur der U23. Für Günther bedeutet die Begegnung auf der Lohmühle zugleich die Rückkehr an eine frühere sportliche Wirkungsstätte.

Die bisherige Geschichte der direkten Duelle spricht deutlich für den VfB Lübeck. In insgesamt 30 Pflichtspielen gegen die zweite Mannschaft des FC St. Pauli gingen die Grün-Weißen 17-mal als Sieger vom Platz. Neun Begegnungen endeten mit einem Unentschieden, viermal setzten sich die Hamburger durch. Auch das Torverhältnis fällt mit 60:28 klar zugunsten des VfB aus. Besonders erfolgreich verliefen die Duelle in den Jahren 2009 bis 2012. In dieser Phase blieb Lübeck in vier Begegnungen ungeschlagen. Hervorzuheben ist dabei der deutliche 5:1-Heimerfolg vom 23. August 2011, bei dem die Grün-Weißen bereits zur Halbzeit mit 4:1 führten. Im Februar 2012 folgte ein weiterer 3:1-Auswärtssieg.

Auch in der jüngeren Vergangenheit konnte der VfB regelmäßig gegen die Hamburger punkten. In der Saison 2021/22 gewann Lübeck sein Heimspiel mit 3:0, musste sich auswärts allerdings mit 0:1 geschlagen geben. In der anschließenden Spielzeit endete das Heimspiel 1:1, während St. Pauli II das Rückspiel im März 2023 mit 2:1 für sich entschied. Besonders erfolgreich verlief dagegen die Saison 2024/25 aus Lübecker Sicht. Ende Oktober 2024 gewann der VfB auswärts mit 3:1 und setzte sich im Dezember auf der Lohmühle mit 2:0 durch. In der vergangenen Saison gab es dagegen keinen Sieger: Sowohl das Heimspiel am 28. Oktober 2025 als auch die Auswärtsbegegnung am 29. November 2025 endeten jeweils 1:1. Damit ist der VfB seit vier direkten Duellen gegen die Hamburger ungeschlagen und möchte diese Serie am Samstag vor heimischer Kulisse weiter ausbauen.

Mit dem FC St. Pauli II wartet somit eine Mannschaft auf den VfB, die trotz ihrer schwierigen Tabellenposition bereits deutliche Ausrufezeichen setzen konnte. Für die Grün-Weißen bietet die Begegnung die Gelegenheit, den positiven Trend der vergangenen Wochen fortzusetzen und nach dem jüngsten Erfolg in Jeddeloh auch auf der heimischen Lohmühle wieder drei Punkte einzufahren.

(Quelle VfB Lübeck)

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