
Furioser Oldenburger SV zeigt Heider SV beim 4:0-Erfolg die Grenzen auf
Was ist nur mit dem Heider SV los? Nur eine Woche nach der deutlichen 1:5-Niederlage beim SV Eichede setzte es auch im einzigen Sonntagsspiel der Flens-Oberliga beim Angstgegner Oldenburger SV – dort gingen die letzten vier Spiele verloren – eine ernüchternde 0:4 (0:2)-Pleite. Damit sind die Dithmarscher endgültig im Mittelmaß angekommen. Das kurze Zwischenhoch mit sechs Spielen ohne Niederlage scheint endgültig verpufft. Vor allem die Zahl der Gegentore ist erschreckend: Mit bereits 31 Gegentoren ist der Heider SV zur Schießbude der Liga verkommen. Nur der Eckernförder SV und die Kaltenkirchener TS kassierten noch mehr Treffer. Eitel Sonnenschein hingegen beim Oldenburger SV, der mit dem zweiten deutlichen Sieg in Folge den 7. Platz vor dem Heider SV festigen konnte. Die Torfabrik der Ostholsteiner – immerhin die viertbeste Offensivreihe der Liga – hatte wieder einmal gnadenlos zugeschlagen.
Heide ohne Storb und Neelsen
Der Heider SV musste auf Patrick Storb und Steffen Neelsen verzichten. Storb macht eine Sprunggelenksverletzung zu schaffen, die dazu führen könnte, dass er unter Umständen auch in den nächsten Spielen pausieren muss. Neelsen klagte noch über Beschwerden nach dem Cut am Auge aus dem Eichede-Spiel.
Patrick Schultz mit der frühen Führung
Der Oldenburger SV machte da weiter, wo er zuletzt in Kaltenkirchen bei dem deutlichen 5:1-Auswärtserfolg aufgehört hatte, nämlich mit dem Toreschießen. Es dauerte keine vier Minuten, da zappelte der Ball zum ersten Mal im Heider Tor. Zunächst konnte eine Ecke von Rico Mielke geklärt werden, doch dann landete der Ball erneut bei dem 31-Jährigen, dessen Hereingabe Innenverteidiger Patrick Schultz (4.) aus wenigen Metern mit einem wuchtigen Kopfball ins Tor bugsierte.

Jan-Eric Kränzke vom Oldenburger SV bejubelt seinen Treffer. © 2026 Helena Höper
Kränzke mit dem zweiten Treffer
Nur vier Minuten später schlugen die Gastgeber erneut zu. Luca Neumann hatte einen Heider Abstoß abgefangen, präzise in den Lauf von Silas Bünning gepasst und der bediente Jan-Eric Kränzke (9.), der von der linken Seite kommend sehenswert in den Winkel traf.
Kränzke verpasst die Vorentscheidung
Und es hätte noch schlimmer kommen können für die defensiv überforderten Dithmarscher, denn nach einer schönen Kombination über Daniel Junge, Rico Mielke und Marcell Sobotta kam Jan-Eric Kränzke (20.) aus gut fünf Metern völlig frei zum Schuss, setzte den Ball aber etwas überhastet knapp über das Tor. Das hätte bereits die Vorentscheidung für die Ostholsteiner zu einem so frühen Zeitpunkt sein können.

Patrick Schulz (Oldenburger SV) im Kopfballduell mit Hendrik Fleige (Heider SV). Links Heinrich Lunau vom OSV. © Volker Schlichting
Wie am letzten Wochenende in Eichede, als Heide kurz vor der Pause drei Gegentore innerhalb von zehn Minuten schlucken musste, gerieten die Dithmarscher erneut binnen weniger Minuten entscheidend ins Hintertreffen.
Heide mit viel Ballbesitz, aber ohne Ertrag
Obwohl die Gäste nach zwanzig ganz schwachen Minuten danach deutlich besser in das Spiel kamen, ergab sich bis auf einen Distanzschuss von Mathis Harms aus gut zwanzig Metern, den Torhüter Cordes aber stark parieren konnte, bis zur Pause keine weitere Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Heide versuchte es immer wieder mit langen Bällen auf Gieseler, doch darauf waren die Gastgeber gut vorbereitet. Trotz längerer Ballbesitzphasen versandeten die meisten Angriffe im Nirgendwo oder die Hereingaben wurden vom Torhüter problemlos abgefangen.

Hendrik Fleige (Heider SV) im Duell mit Robin Bünning (Oldenburger SV). © Volker Schlichting
OSV-Doppelschlag durch Mielke und Junge
Auch nach dem Seitenwechsel wurden die Dithmarscher kalt erwischt und wieder war es ein Doppelschlag, der den Heider SV endgültig auf die Verliererstraße brachte. Nach einem schönen Sololauf wurde Rico Mielke im Strafraum ziemlich unsanft von Rafail Lampros zu Fall gebracht. Die eindeutig richtige Entscheidung lautete daher Strafstoß für die Gastgeber. Rico Mielke schnappte sich den Ball und verwandelte eiskalt zum 3:0 für den OSV. Es war nicht der erste Elfmeter, den das erst 17-jährige Talent in den letzten Spielen verursachte.

Daniel Junge sorgte mit dem vierten Oldenburger Treffer hier gegen Mathis für klare Verhältnisse. © 2026 Helena Höper
Nur vier Minuten später war das Spiel endgültig entschieden. Nach einem Chipball von Rico Mielke war Daniel Junge (55.) frei durch, umkurvte den völlig chancenlosen Heider Torhüter Christopher Thomsen und traf zum 4:0.
Im Gefühl des sicheren Sieges nutzte OSV-Trainer Florian Stahl die verbleibenden Minuten, um möglichst vielen Akteuren Spielzeit zu verschaffen. Heide raffte sich zwar noch einmal auf, doch bis auf einen zu zentral angesetzten Abschluss von Hendrik Fleige (73.) gab es für die Gastgeber keine gefährlichen Situationen zu überstehen. Auch die einst hochgelobte Heider Offensive ist momentan nur noch ein Schatten vergangener Tage. Dabei zeigte sich Hendrik Fleige noch deutlich präsenter als Mika Kieselbach.
Fazit: Ein auch in der Höhe völlig verdienter Sieg für den Oldenburger SV
Ein auch in der Höhe völlig verdienter Sieg für den Oldenburger SV und Trainer Florian Stahl. Der Heider SV setzt seinen Abwärtstrend in der Liga fort: vorne harmlos und hinten offen wie ein Scheunentor.

Rico Mielke (Oldenburger SV) kann sich im Luftkampf gegen Fabian Arndt (Heider SV) behaupten. © 2026 Volker Schlichting
Stimmen zum Spiel
Trainer Florian Stahl (Oldenburger SV): „Das war ein sehr souveräner und überzeugender Auftritt von meiner Mannschaft. Wir hätten aber viel früher den Sack zumachen können. Durch den Sieg haben wir den Anschluss nach oben geschafft. In der Offensive waren wir stark und wir haben überragend verteidigt. Endlich haben wir auch mal zu null gespielt. Über die 17 Punkte freuen wir uns natürlich sehr, aber wir werden weiter kleine Brötchen backen. Ich hatte meiner Mannschaft einige Videos von Heider Spielen gezeigt und die Vorgaben haben sie gut umgesetzt.“
Trainer Leif Hahn (Heider SV): „Neun Gegentore in den vergangenen beiden Spielen sind deutlich zu viel. Wir machen individuell und als Team in den beiden Spielen wieder die Fehler, die wir in der Phase zuvor verringern konnten. Wir müssen in der Woche wieder einen Schritt zurückgehen, wieder in die Arbeit gegen den Ball gehen und uns hier verbessern. Oldenburg war heute in diesen Duellen deutlich intensiver und konsequenter als wir. Das Spiel wird durch jeweils 10 Minuten zu Beginn der Halbzeiten entschieden. Wir müssen kritisch mit uns sein und in der nächsten Woche wieder sehr hart an uns arbeiten. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir kommende Woche wieder aufstehen werden.“
Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV): „Maximal enttäuschend. Oldenburg hat wahrscheinlich selten so einfache Tore erzielen können. Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir mit so einer Fehlerquote und Defensivarbeit keinen Gegner schlagen werden. Die Jungs haben bereits gezeigt, was es braucht. An diese Leistungen müssen wir nun wieder anknüpfen. Weder Mannschaft noch Trainerteam werden jetzt kapitulieren. Wir haben Arbeit vor uns, da hilft kein Lamentieren, sondern nur ehrliche und klare Aufarbeitung.“
Oldenburger SV: Cordes – Lunau, Robin Bünning, Schultz (82. Bollesen), Müller – Neumann (78. Wellendorf), Mielke (60. Markmann), Sobotta (85. Wölk), Kränzke (70. Shamzin) – Silas Bünning, Junge.
Trainer: Florian Stahl.
Heider SV: Thomsen – Busch, Lampros (60. Boukara), Kröger (68. von Böhlen) – Reimers (60. Wichmann), Arndt – Gieseler, Wolf (60. Abduljabar), Harms – Kieselbach, Fleige (81. Dreyer).
Trainer: Leif Hahn.
Schiedsrichter: Frederik Simon (Hekendorfer SV).
Assistenten: Juri Alexander Heberlein und Kevin Soll.
Zuschauer: 140
Tore: 1:0 Patrick Schultz (4.), 2:0 Jan-Eric Kränzke (9.), 3:0 Rico Mielke (51. Foulelfmeter), 4:0 Daniel Junge (55.).
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