Frisia rettet gegen Heikendorf spät einen Punkt: Klemmer trifft in der 96. Minute
Eduard Klemmer traf für Frisia Risum-Lindholm in der Schlusssekunde zum umjubelten 3-3. © 2025 Ismail Yesilyurt

Frisia rettet gegen Heikendorf spät einen Punkt: Klemmer trifft in der 96. Minute

von Ismail Yesilyurt·19. Oktober 2026

Was für ein Schlussakt in Risum-Lindholm! Der SV Frisia 03 und der Heikendorfer SV trennten sich in der Landesliga Schleswig mit 3:3 (1:2). Die Gäste vom Aufsteiger hatten den Sieg nach Treffern von Timo Martens, Lukas Deutschbein und Yannick Meenken bereits vor Augen, ehe Eduard Klemmer in der sechsten Minute der Nachspielzeit den späten Ausgleich erzielte. Während Frisia mit dem Punktgewinn letztlich zufrieden sein musste, fühlte sich das Remis für Heikendorfs Trainer Mark Hungerecker wie eine Niederlage an.

Martens und Deutschbein bringen Heikendorf zweimal in Führung

Der Heikendorfer SV erwischte einen Traumstart und setzte die Gastgeber bereits in der Anfangsphase unter Druck. In der vierten Minute brachte Timo Martens den Aufsteiger mit 1:0 in Führung. Heikendorf blieb dran und hätte wenig später sogar erhöhen können, doch Jannik Meenken scheiterte nach einem starken Angriff im Eins-gegen-eins am Frisia-Keeper Jorge Hansen.

Stattdessen schlugen die Nordfriesen zurück. In der zwölften Minute kombinierte sich Frisia durch das Zentrum, verlagerte das Spiel nach außen und brachte den Ball anschließend scharf und flach vor das Tor. Lennox Sodemekou vollendete zum 1:1.

Die Freude über den Ausgleich währte allerdings nur kurz. Heikendorf antwortete in der 20. Minute: Lukas Deutschbein stellte die Führung für die Gäste wieder her und sorgte dafür, dass der Gast mit einem 2:1 in die Halbzeitpause ging.

Für Frisia-Akteur Morten Höfer war der Rückstand zur Pause auch das Ergebnis eigener Fehler. „Es fühlte sich irgendwie zur Halbzeit an, als hätten wir eher die Geschenke so ein bisschen verteilt“, erklärte er rückblickend. Die Mannschaft habe sich nach dem frühen Gegentor zwar gut zurückgekämpft, den Gegner bei den Gegentreffern aber zu einfach zum Abschluss kommen lassen.

Frisia kommt zurück, Heikendorf schlägt erneut zu

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Frisia verbessert und ließ den Ball zunehmend besser durch die eigenen Reihen laufen. Die Gastgeber erspielten sich mehr Möglichkeiten und belohnten sich in der 53. Minute mit dem erneuten Ausgleich.

Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld wurde der Ball gefährlich vor das Heikendorfer Tor gebracht. Eduard Klemmer war an der Entstehung beteiligt, ehe Mads Nielsen die Situation erfolgreich abschloss und zum 2:2 traf.

Nun schien Frisia Oberwasser zu bekommen. „Vom Gefühl auf dem Platz war das so: Okay, jetzt drehen wir das komplett, das Spiel“, beschrieb Höfer die Stimmung nach dem Ausgleich.

Doch Heikendorf blieb gefährlich und nutzte einen Fehler der Hausherren eiskalt aus. In der 63. Minute führte ein missglückter Einwurf von Frisia zum Ballverlust. Die Gäste schalteten schnell um, während die Defensive der Nordfriesen auf der linken Seite nicht konsequent genug in die Zweikämpfe kam. Nach weiteren misslungenen Klärungsversuchen landete der Ball bei Yannick Meenken, der zum 3:2 für Heikendorf vollendete.

Für Frisia war das ein bitterer Rückschlag. Die Mannschaft musste erneut einem Rückstand hinterherlaufen, gab sich jedoch nicht auf und versuchte in der verbleibenden Spielzeit, noch einmal zurückzukommen.

Eduard Klemmer trifft in der letzten Aktion

Heikendorf verteidigte den Vorsprung über weite Strecken der Schlussphase ordentlich und hätte die Partie sogar vorzeitig entscheiden können. Jannik Meenken und Timo Martens boten sich Möglichkeiten, den dritten Treffer der Gäste abzusichern. Doch die Chancen blieben ungenutzt.

Frisia warf in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorne. Der Lohn folgte in der sechsten Minute der Nachspielzeit: Nach einer Ecke wurde der Ball zunächst nicht unmittelbar gefährlich. Jannik Danielsen brachte ihn anschließend erneut in den Strafraum. Am langen Pfosten stieg Eduard Klemmer am höchsten und köpfte den Ball rechts unten zum umjubelten 3:3 ins Netz.

„Einer ist besser als keiner“

Damit sicherte Frisia in der letzten Aktion der Begegnung doch noch einen Punkt. Für Höfer war der späte Ausgleich zwar ein Grund zur Freude, gleichzeitig blieb das Gefühl zurück, dass mehr möglich gewesen wäre. „Wir hatten schon das Gefühl, dass wir nach dem 2:2 mit einem Sieg dann auch das Spiel beenden können. Weil wir da eigentlich ganz gut drin waren. Ja, seit Wochen ist das nicht so richtig der Fußball, den wir eigentlich spielen wollen.“ Der Frisia-Mittelfeldspieler ergänzte mit Blick auf Punkteteilung: „Einer ist besser als keiner“.

Mark Hungerecker positiv gestimmt über die erhoffte Reaktion

Auf der Gegenseite überwog nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung. „Grundsätzlich glaube ich, kann man damit zufrieden sein mit dem Punkt bei Frisia“, sagte der Heikendorfer Trainer. Nach dem Spielverlauf fühle sich das Unentschieden allerdings „eher an wie eine Niederlage und zwei Punkte definitiv zu wenig“.

Besonders hob Hungerecker hervor, dass seine Mannschaft die taktischen Vorgaben über weite Strecken sehr gut umgesetzt habe. „So fühlt sich das dann am Ende des Tages leider doch sehr schlecht und enttäuschend an, obwohl der Auftritt von uns definitiv gut war und das war auch genau die Reaktion von meiner Mannschaft, die ich mir erhofft hatte“, wies Hungerecker auf die letzten schwachen Auftritte hin.

Umso schwerer wog der späte Gegentreffer. „War auch in meinen Augen ein bisschen zu lang die Nachspielzeit: vier Minuten angezeigt, sechs Minuten spielen wir. Ich weiß nicht genau, warum. Kommt dann noch ein We-on-top und so fühlt sich das dann am Ende des Tages leider doch sehr schlecht und enttäuschend an“, erklärte der Heikendorfer Übungsleiter.

Stimme zum Spiel

  • SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Jorge Hansen – Malte Bethke, Eduard Klemmer, Jannik Danielsen – Jesse Traber, Morten Höfer, Mads Nielsen, Tobias Pause, Torge Sönnichsen – Jawad Shams, Lennox Sodemekou

  • Trainer: Uwe Petersen

  • Heikendorfer SV: Maximilian Müller – Tim Mordhorst, Florian Sossou, Kalvi Rumohr, Mustafa Sapmaz – Lorenz Botschatzke – Yannick Meenken, Timo Martens, Ronny Palm, Linus Mordhorst - Lukas Deutschbein

  • Trainer: Mark Hungerecker

  • Schiedsrichter: Niklas Leiding (SV Sehestedt)

  • Assistenten: Yoshua Wiegand, Paul Leon Ilgenstein

  • Zuschauer: 120

  • Tore: 0:1 Timo Martens (4.), 1:1 Messanh Chris Lennox Dovi Sodemekou (12.), 1:2 Lukas Deutschbein (20.), 2:2 Mads Nielsen (53.), 2:3 Yannick Meenken (63.), 3:3 Eduard Klemmer (90.+6)

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