Fiebelkorn und Gersteuer schießen Rotenhof gegen Rapid zum fünften Sieg in Folge
Hier bejubelt Torschütze Jann-Ole Fiebelkorn (TuS Rotenhof) seinen ersten Treffer. Seine Mitspieler freuen sich mit ihm. © 2026 Markus Till

Fiebelkorn und Gersteuer schießen Rotenhof gegen Rapid zum fünften Sieg in Folge

von Markus Till·10. Oktober 2026

TuS gewinnt turbulentes Oberliga-Duell gegen Rapid Lübeck mit 5:2 – Zwei Doppelpacks entscheiden die Partie bei Hagel, Donner und Wolkenbrüchen

Donner, Hagel, wolkenbruchartige Regenfälle und dazu sieben Tore: Die 189 Zuschauer, die sich am Sonnabend trotz widrigster Witterungsbedingungen auf den Kunstrasenplatz des TuS Rotenhof gewagt hatten, bekamen einiges geboten. In einer turbulenten Oberliga-Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Henning Knuth mit 5:2 (1:1) gegen den SC Rapid Lübeck durch und feierte damit ihren fünften Sieg in Folge. Jann-Ole Fiebelkorn und der eingewechselte Moritz Gersteuer avancierten mit jeweils zwei Treffern zu den Matchwinnern. Während Knuth anschließend die taktische Reife seiner Mannschaft lobte, haderte Gästetrainer Christian Arp mit einer aus seiner Sicht unnötigen Niederlage.

Schon vor dem Anpfiff hatten heftige Regenfälle für schwierige Bedingungen gesorgt. Auch während der Begegnung wechselten sich Starkregen und regelrechte Wolkenbrüche ab. Dazu gesellten sich Hagelschauer und Donnergrollen. Dass unter diesen Umständen überhaupt ansehnlicher Fußball gespielt wurde, war bemerkenswert. Der Kunstrasenplatz erwies sich dabei als die richtige Wahl, nachdem der Rasenplatz gesperrt worden war.

Die Gastgeber erwischten den besseren Start und gingen bereits in der elften Minute in Führung. Ein gut getimter Chipball von Hendrik Grothkopp hinter die Lübecker Abwehrkette leitete den Treffer ein, den Henke zum 1:0 vollendete. Rotenhof wirkte zunächst gut organisiert, verlor im weiteren Verlauf der ersten Hälfte jedoch zunehmend seine Ordnung.

Mats Henke (li.), Torschütze zum 1-0, ist hier schneller am Ball als der heran rauschende Leon Bilic. © 2026 Markus Till

Das nutzten die technisch versierten Gäste, die mit geduldigem Passspiel und guten Kombinationen zu überzeugen wussten. Rapid versuchte immer wieder, durch sauberes Spiel von Fuß zu Fuß Räume zu öffnen. Allerdings blieben klare Torchancen zunächst auf beiden Seiten Mangelware.

Kurz vor dem Pausenpfiff gelang den Lübeckern dann der Ausgleich (45.+2). Ein noch abgefälschter Ball von Dürr brachte Rotenhofs Schlussmann Sörensen auf dem falschen Fuß aus dem Gleichgewicht und landete zum 1:1 im Netz. Ein angesichts der Spielanteile durchaus gerechter Halbzeitstand.

Fiebelkorn dreht die Partie binnen vier Minuten

Nach dem Seitenwechsel gerieten die Gastgeber zunächst sogar in Rückstand. Rapid nutzte in der 60. Minute einen von Arp verwandelten Foulelfmeter zum 2:1. Doch die Rotenhofer ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Nur vier Minuten später gelang Fiebelkorn der Ausgleich zum 2:2, ehe der Angreifer in der 68. Minute mit seinem zweiten Treffer die Partie zum 3:2 drehte.

Gerade in dieser Phase zeigte sich die Qualität der Rotenhofer, die aus einer kompakten Grundordnung heraus immer wieder gefährliche Umschaltaktionen entwickelten. Während die Lübecker weiterhin bemüht waren, spielerische Lösungen zu finden, nutzten die Gastgeber ihre Möglichkeiten konsequenter.

In der Schlussphase schlug dann die Stunde von Moritz Gersteuer. Der erst in der 77. Minute für Fiebelkorn eingewechselte Angreifer benötigte gerade einmal acht Minuten, um mit dem 4:2 (85.) für die Vorentscheidung zu sorgen. In der Nachspielzeit (90.+2) legte er seinen zweiten Treffer nach und schraubte das Ergebnis auf 5:2.

Knuth lobt die Reife seiner Mannschaft

Entsprechend zufrieden zeigte sich Rotenhofs Trainer Henning Knuth. „Es hat wirklich Freude gemacht, den Jungs beim Spielen zuzusehen“, sagte der Coach, der vor allem die taktische Entwicklung seiner Mannschaft hervorhob.

Entscheidend sei die Grundstruktur gewesen, aus der heraus seine Spieler immer wieder gefährliche Umschaltmomente erzeugt hätten. „Das war wirklich sehr, sehr reif, was wir heute gezeigt haben“, lobte Knuth.

Allerdings räumte der Trainer ein, dass seine Mannschaft in der ersten Halbzeit zwischenzeitlich die Ordnung verloren habe. „Immer dann, wenn wir die Struktur verloren haben, wurde es wild und das wurde dem Gegner dann zum Vorteil.“

Dass seine Elf auch den Rückstand nach einer gespielten Stunde wegsteckte, wertete Knuth als Ausdruck ihrer gewachsenen Stabilität. Ein besonderes Lob richtete er zudem an Gersteuer, der nach seiner Einwechslung erneut wichtige Impulse gesetzt hatte. „Wirklich ein großes Lob an Moritz Gersteuer, wie er mit dieser Situation umgeht, wie er seine Rolle ausfüllt und was für einen Impact dieser Spieler hat, wenn er von der Bank kommt.“

Jann-Ole Fiebelkorn (li., TuS Rotenhof) erzielt das wichtige Tor zum 2-2-Ausgleich im Liegen. © 2026 Markus Till

Arp: „Wir haben definitiv etwas liegen lassen“

Eine gänzlich andere Bewertung nahm Rapid-Trainer Christian Arp vor. Der Lübecker Coach sah seine Mannschaft keineswegs als unterlegen an. „Wir haben definitiv etwas liegen lassen“, ärgerte er sich. Seine Spieler hätten versucht, geduldig zu kombinieren, den Ball laufen zu lassen und sich freie Räume zu erspielen.

Besonders bitter sei gewesen, dass die Partie nach dem 2:2 noch derart deutlich verloren ging. „Wir hätten das definitiv nicht verlieren müssen“, sagte Arp, der von unglücklichen Gegentoren sprach und seine Mannschaft für die spielerische Leistung lobte.

Deutliche Kritik übte der Gästetrainer an der Atmosphäre auf dem Platz und an der Schiedsrichterleistung. Er beklagte das aus seiner Sicht permanente Reklamieren der Rotenhöfer Spieler und Verantwortlichen sowie mehrere nicht geahndete Fouls. Zwar räumte Arp ein, dass es auf beiden Seiten fragwürdige Entscheidungen gegeben habe, sah seine Mannschaft insgesamt jedoch stärker benachteiligt.

Auch Knuth hätte sich ein konsequenteres Eingreifen des Unparteiischen Chris Olimsky gewünscht. Der Rotenhofer Trainer sah die teils erhebliche Hektik allerdings nicht einseitig verursacht. Ein früheres Durchgreifen hätte seiner Ansicht nach dazu beitragen können, mehr Ruhe in die Begegnung zu bringen.

So blieb nach 90 turbulenten Minuten ein Spiel, das beide Trainer höchst unterschiedlich bewerteten. Während Rapid Lübeck trotz einer über weite Strecken ansprechenden spielerischen Vorstellung ohne Punkte die Heimreise antreten musste, setzte Rotenhof seine Erfolgsserie fort. Und die 189 wetterfesten Zuschauer dürften diesen außergewöhnlichen Oberliga-Nachmittag so schnell nicht vergessen.

TuS Rotenhof: Sörensen – Ohm, Bienwald, Billerbeck, Nielsen – Knuth, Berg (90. L. Traulsen) – Henke (87. Jacob), K. Traulsen (63. Struck), Grothkopp (77. Lahrs) – Fiebelkorn (77. Gersteuer).
Trainer: Henning Knuth.
SC Rapid Lübeck: Galtsew – Rivera (Morr, 80.), Theiss, Meier, Knott – Bilic, Taritas – Aboukassim (77. Cann), Arp, Voeks (65. Spiecker) – Dürr.
Trainer: Dario Bilic.
Schiedsrichter: Chris Olimsky (MTV Tellingstedt).
Assistenten: Schröder, Reimers.
Zuschauer: 189.
Tore: 1:0 Henke (11.), 1:1 Dürr (45.+2), 1:2 Arp (60., Foulelfmeter), 2:2 Fiebelkorn (64.), 3:2 Fiebelkorn (68.), 4:2 Gersteuer (85.), 5:2 Gersteuer (90.+2).

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