
Christian Arp: In dieser Liga muss man jedes Wochenende mit einer Niederlage rechnen
Aufsteiger Rapid Lübeck gehört auch nach 12 Spieltagen weiterhin zu den positiven Überraschungen in der Flens-Oberliga. Aktuell belegt die Mannschaft unter dem gleichberechtigten Trainer-Duo Christian Arp und Dario Bilic einen beachtlichen 6. Platz. Doch es wäre bedeutend mehr möglich gewesen, wenn die beiden letzten Spiele daheim gegen Mitaufsteiger TSB Flensburg (0:5) und beim TuS Rotenhof (2:5) nicht verloren gegangen wären.
Ein Grund mehr für YouKick, bei Christian Arp aus dem Trainerduo der Lübecker einmal nachzufragen, wie die beiden Niederlagen einzuordnen sind und was sich der Aufsteiger für das Heimspiel am Samstag gegen den PSV Neumünster vorgenommen hat.
Rapid Lübeck hat die beiden letzten Spiele deutlich verloren. Wie sind die hohen Niederlagen zu erklären?
Wir haben gegen Flensburg bis eine Viertelstunde vor dem Abpfiff 0:1 zurückgelegen und in den letzten drei Minuten noch drei Gegentore kassiert. Ähnlich war es in Rotenhof. Gegen Flensburg haben wir verdient verloren, wenn auch zu hoch, und in Rotenhof war es eine vermeidbare Niederlage. Die Höhe der Niederlagen schiebe ich mal auf unseren großen Siegeswillen und die damit verbundene Enttäuschung unserer vielen jungen Spieler in den letzten Spielminuten, wenn der Drops bereits gelutscht ist. An unserer Kondition hat es jedenfalls nicht gelegen. Wir haben das Ziel, auch in der nächsten Saison Oberliga-Luft einzuatmen, und wir liegen weiterhin voll im Soll, schütteln uns kurz durch und versuchen, uns immer weiter zu entwickeln. Von Krise keine Spur, in dieser Liga muss man jedes Wochenende mit einer Niederlage rechnen, Nuancen können entscheiden.

Jann-Ole Fiebelkorn (TUS Rotenhof) trifft im Liegen zum Ausgleich. © 2026 Markus Till
Mit dem PSV Neumünster erwartet Rapid Lübeck ein sehr spielstarkes Team. Wie schätzt du den kommenden Gegner ein und wie könnte deine Mannschaft wieder in die Erfolgsspur kommen?
PSV ist stärker, als es der momentane Tabellenstand aussagt, und sie werden bis zum Abschluss der Saison sicherlich noch ein paar Plätze nach oben klettern. Am Ende werden sich die spielstarken Mannschaften prozentual hoffentlich häufiger durchsetzen, so der Fußballgott will. Da zähle ich den PSV mit dazu, und darauf baut auch unsere eigene Spielphilosophie auf. Um in die Erfolgsspur zurückzukommen, werden wir diese Woche Themen wie eine defensive Stabilität im Allgemeinen, eine disziplinierte Tiefenstaffelung oder das stetige Bilden einer Konterabsicherung bzw. Restverteidigung als Schwerpunkt setzen, denn im Spiel nach vorne sind wir auch in dieser Liga brandgefährlich. Uns fehlt aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters unseres Kaders logischerweise die notwendige Erfahrung, manchmal diese gewisse Ruhe und Geduld zu besitzen, um geöffnete Räume zu bespielen. Wir wollen noch zu oft mit dem Kopf durch die Wand und wollen mit jedem Ballkontakt nach vorne spielen. Dieser Reifeprozess braucht Zeit.
Wie gestaltet sich die aktuelle Personallage bei deiner Mannschaft?
Aufgrund des sehr intensiven Saisonstarts und unserer zwei vergangenen englischen Wochen durch den Kreispokal haben wir momentan einige angeschlagene Spieler, die sich gegenseitig die Türklinke in die Hand geben, inklusive einiger Verletzten. Daher hat das Wort Belastungssteuerung derzeit eine hohe Bedeutung für uns. Allerdings bieten sich von den Spielern mit weniger Spielzeiten derzeit zu wenige an, um zu entlasten, und da hoffen wir auf eine Reaktion, um das Gesamtkonstrukt unserer Mannschaft besser händeln zu können.
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