
Weiche Flensburg: Wir sind trotzdem gierig
In der Regionalliga Nord ist der Tabellenführer SC Weiche Flensburg nach dem überzeugenden 3:0 Erfolg gegen den Verfolger SV Drochtersen/ Assel am Sonntag um 14.00 Uhr auswärts beim FC St.Pauli II gefordert.
Die Mannschaft von Trainer Alexander Hahn hatte die letzten vier Punktspiele alle verloren und ist damit auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Zuletzt unterlagen die Kiezkicker deutlich mit 1:4 beim VfB Lübeck. Dabei sah Hendrik Wurr wegen einer Notbremse die rote Karte.
Dass die sportlich abgestiegenen Hamburger überhaupt weiterhin in der Regionalliga spielen, haben sie dem Lizenzentzug des TSV 1860 München und dem daraus resultierenden Nichtabstieg des TSV Havelse zu verdanken.
Mit Jack Wardius, der bereits sieben Treffer erzielen konnte, verfügen die Gastgeber über einen gefährlichen Torjäger. Zwei der drei Saisonsiege konnten im Edmund-Plambeck-Stadion von Eintracht Norderstedt, wo sich die Hamburger für ihre Heimspiele eingemietet, haben erzielt werden.
Dank einer bisher nahezu perfekten Saison kann Weiche Flensburg die Tabellenführung am Wochenende auf keinen Fall verlieren. Vier Zähler beträgt der Vorsprung auf Verfolger Hannover 96 II.

Trainer Tim Wulf und Weiche Flensburg fahren als Tabellenführer zum FC St.Pauli. © 2026 Volker Schlichting
Kurz vor dem Abschlusstraining erreichte YouKick Weiches Trainer Tim Wulf und befragte ihn zur Ausgangslage und wie er mit seinem Team die Aufgabe bei der Zweitvertretung des FC St. Pauli angehen will.
Welche Erkenntnisse nimmt man als Trainer nach einem so deutlichen Erfolg gegen einen Titelfavoriten wie den SV Drochtersen/Assel mit?
Ja, war natürlich ein super Spiel für uns. Ein erfolgreiches Wochenende, gegen einen solchen Gegner zu gewinnen. Sagte ich ja auch schon, war ein erfolgreicher Spieltag dann auch für uns und dann auch so deutlich zu gewinnen. Dennoch gab es auch hier nur in Anführungszeichen drei Punkte zu holen. Ja und da geht es halt jetzt am Wochenende weiter, die nächsten drei Punkte einzufahren. Man muss halt nicht einmal performen wie ein Titelanwärter, sondern man muss halt Woche für Woche performen. Egal gegen welchen Gegner du spielst, egal wie die Tabellensituation ist.
Dementsprechend macht das keinen Unterschied. Aber dennoch sind so was, wie gegen Drochtersen, natürlich schöne drei Punkte und besondere drei Punkte. Auch, weil sie halt unbedingt hoch wollen.
In der letzten Woche ging es für euch gegen einen Titelanwärter und jetzt kommt mit Pauli ein Team aus der unteren Tabellenhälfte. Macht das für dich in der Vorbereitung einen großen Unterschied?
Ja, jetzt kommt Pauli II. Auch sehr spielstarker Gegner, unangenehm zu bespielen, aber auch schon für Furore gesorgt. Gegen HSV gewonnen und die haben ja auch schon ein paar Siege eingefahren, zu Hause gegen Norderstedt et cetera. Natürlich aber auch mit Schwächen, wo wir dann uns natürlich hoffentlich auch wieder gut vorbereitet haben, sowohl die Stärken erkannt haben und hoffentlich auch die Schwächen. Wir wollen da speziell auf uns gucken, wie auch Woche für Woche. Wir wollen unser Spiel weiter durchziehen. Wir wollen mit einer breiten Brust auftreten und wollen, ja weiter für Furore sorgen und dass wir da in Zukunft auch weiter so erfolgreich sind wie jetzt.
Pauli II stellt eine der vielen Zweitvertretungen in der Liga, die gelegentlich Unterstützung aus dem Profikader erhalten. Wo liegt die Herausforderung, um auch gegen solche Mannschaften erfolgreich zu sein?
So wie wir Fußball spielen, wollen wir den Gegner klar erkennen, wo die Ansätze liegen. Aber der Fokus soll auf unseren Fußball liegen, wie wir spielen wollen. Wir wollen unseren Spielstil weiter fortführen. Wir wollen, offensiv und guten Fußball spielen, wollen dennoch defensiv kompakt stehen. Wir wollen alle Phasen des Fußballs bespielen, und da wollen wir weiter anknüpfen wie in den letzten Wochen auch. Dementsprechend liegt der Hauptfokus immer auf uns, aber natürlich mit der Vorbereitung auf den Gegner, wo was den Gegner natürlich auch ausmacht.

Erolind Krasniqi wird wegen einer Gelbsperre fehlen. © 2026 Volker Schlichting
Sind die vier Punkte Vorsprung auf den nächsten Verfolger eher ein Vorteil oder mehr Belastung, weil jeder Gegner den Tabellenführer besiegen möchte?
Ja, es ist für uns relativ unrelevant. Wir genießen die Momentaufnahme, wo wir gerade stehen, wie wir gerade stehen und wollen das einfach Woche für Woche bestätigen. Also wir haben keinen Druck.
Wir sind trotzdem gierig und wollen unbedingt, wir haben den absoluten Willen, das weiter fortzuführen. Ohne Druck, weil bringt uns halt auch nicht weiter. Oder von außen Druck machen wollen wir auch nicht an uns heranlassen. Wir wollen einfach weitermachen, wir wollen unseren Weg gehen, wir wollen unseren Fußball spielen und dann wollen wir einfach erfolgreich sein. Weil, vor der Saison hätte das keiner gedacht, wie wir gerade dastehen. Aber es sind halt auch erst 14 Spieltage gespielt und auch nicht mehr. Dementsprechend müssen wir weiterarbeiten und weiter Gas geben.
Welche Spieler werden dir am Sonntag voraussichtlich fehlen?
Ja, der Kader ist so weit gut gefüllt. Einzige Personalie ist mit Ero (Krasniqi, Anm. d. Red.), der die fünfte Gelbe gesehen hat. Aber sonst sind fast alle Mann an Bord, außer die vorigen Verletzten auch. Torben Marten, Alex Laukat und Joshi Hansen, die dann halt quasi nicht mehr dabei sind.
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