Viererpack-Gala von Christopher Kramer Gala im Kieler Spitzenspiel
Christopher Kramer (Inter Türkspor Kiel) kommt hinter Malte Kratzenberg (Rot-Schwarz Kiel) zum 1:0-Dosenöffner per Kopfball. © 2026 Ismail Yesilyurt

Viererpack-Gala von Christopher Kramer Gala im Kieler Spitzenspiel

von Ismail Yesilyurt·27. September 2026

Inter schlägt Rot-Schwarz 5:0

Inter Türkspor Kiel hat das Kieler Landesliga-Derby gegen die SSG Rot-Schwarz Kiel klar mit 5:0 (2:0) gewonnen. Im Duell des Tabellenzweiten mit dem Viertplatzierten müssen die Interisti die kampfstarke und einsatzfreudige Mannschaft von Ove Saß erst weichklopfen. Getreu dem Sprichwort „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Herausragender Mann des Spiels war Christopher Kramer, der gleich vier Treffer erzielte.

4:1 nach 5 Minuten möglich

Die Partie begann rasant. Bereits in den ersten Minuten erspielte sich Inter Türkspor mehrere sehr gute Möglichkeiten. Rezan Acer lief in der ersten Minute von links auf Rot-Schwarz-Torhüter Oliver Stein zu, verfehlte das lange Eck jedoch knapp. Kurz darauf setzte Acer einen Kopfball neben das Tor.

Auch Rot-Schwarz kam früh zu einer guten Gelegenheit. Nach einer Flanke verpasste Tim Kannenberg in der dritten Minute die mögliche Führung. Danach übernahm Inter zunehmend die Kontrolle in einem Duell mit hohem Tempo von beiden Seiten. Christopher Kramer und Azuka Olise sorgten mit ihren Kopfbällen für weitere Gefahr.

„Vor allem in der ersten Halbzeit war die Intensität und der Drang und der Wille, den wir aufs Tor hatten, schon zu sehen“, sagte Inter-Trainer Onur Cokgez. Seine Mannschaft hätte sich seiner Ansicht nach bereits früher belohnen können.

Kramer eröffnet den Torreigen

Nach der furiosen Anfangsphase beruhigte sich das Geschehen mitte der ersten Halbzeit in beiden Boxen zunächst etwas. Inter blieb jedoch die gefährlichere Mannschaft. Einen Heber von Acer lenkte Stein mit großer Mühe über die Latte, ehe Justus Kiewald auf der Gegenseite knapp über das rechte Tordreieck schoss.

In der 38. Minute fiel schließlich die hochverdiente Führung. Nach einer präzisen Flanke von Andre Volkers köpfte Christopher Kramer im Pulk vor dem Torraum den Ball zum 1:0 ins Netz. Rot-Schwarz konnte somit den Druck der Gastgeber nicht dauerhaft auffangen.

Fünf Minuten später legte Inter nach. Julius Alt spielte einen herausragenden Diagonalball über rund 40 Meter in den Lauf von Melih Cerrah. Der Offensivspieler nahm die Vorlage in Perfektion volley mit und vollendete aus dem rechten Strafraumbereich zum 2:0.

„Das ist natürlich das, was wir uns gewünscht haben“, erklärte Cokgez mit Blick auf die beiden Treffer kurz vor der Pause.

Ömer Sönmez (Inter Türkspor) sorgte mit seiner Dribbelstärke und Schnelligkeit für Freiräume auf der linken Seite. Hier allerdings von Justus Kiewald (RS Kiel) gestoppt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Rot-Schwarz kommt engagiert aus der Kabine

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Rot-Schwarz zunächst deutlich verbessert. Die Saß-Elf kam elanvoller und mit viel Engagement aus der Kabine und übt leichten Druck aus auf das gut gehütete und verteidigte Gehäuse von Oleksii Drui. Die Gastgeber fanden in dieser Phase nicht sofort zu ihrem gewohnten Rhythmus.

Cokgez war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nach dem Wiederanpfiff zunächst nicht einverstanden. „Alles, was wir machen, ist wild. Und nicht gemeinsam“, monierte der junge Inter-Coach von der Seitenlinie. In den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte entwickelte sich daraufhin ein offeneres Spiel mit einem kleinen Übergewicht an Spielanteilen für die Gäste.

Saß sah seine Mannschaft in dieser Phase ebenfalls besser im Spiel. „Mit der Reaktion aus der zweiten Halbzeit, wie sie reingekommen sind, haben sie Inter beschäftigt“, sagte der Rot-Schwarz-Trainer über seine Spieler. Der entscheidende Unterschied lag für ihn jedoch in der Qualität des Gegners: Inter nutze schwächere Phasen „eiskalt mit zielstrebendem Spiel“ aus.

Kramer macht den Deckel drauf

Nach einer weiteren Möglichkeit von Acer, dessen Schuss in der 63. Minute an die Unterkante der Latte krachte, erhöhte Inter den Druck wieder. Nur eine Minute später schlug Kramer erneut zu. Nach einem abgefälschten Versuch blieb der 35-Jährige aufmerksam, war gedankenschneller und auch physisch mit der Fußspitze flinker als Torhüter Stein und überwand den RSK-Goalie mit einem gefühlvollen Abschluss auf 3:0.

Krenar Svirca (Inter Türkspor) , hier gegen Chima Iheagwaram (li., Rot-Schwarz Kiel), spielte seinen Part als Innenverteidiger ausgezeichnet und nahezu fehlerfrei. © 2026 Ismail Yesilyurt

Damit war der Widerstand der Gäste gebrochen. Der Sand, den die Gäste nach der Pause in die Türkspor-Maschinerie gestreut haben, war mit dem 3:0 weggespült – das zeigte sich anschließend im weiteren Spielverlauf.

In der Schlussphase setzte Inter noch zweimal nach. Kramer erzielte in der 85. Minute seinen dritten Treffer des Tages, ehe er zwei Minuten später sogar den vierten persönlichen Treffer zum 5:0-Endstand nachlegte.

Saß lobt Gegner für Coolness und Qualität

Rot-Schwarz-Trainer Ove Saß wollte seiner Mannschaft trotz der klaren Niederlage nicht alles absprechen. „Wir haben Phasen gesehen, in denen wir wirklich guten Fußball gespielt und Inter ordentlich beschäftigt haben“, sagte er. Nach dem 0:3 seien die Köpfe jedoch verständlicherweise nach unten gegangen.

Ein Anschlusstreffer hätte der Partie möglicherweise noch einmal eine andere Richtung geben können. „Vielleicht hätte ein Tor noch einmal Schwung in die richtige Richtung gebracht, um das Spiel zum Ende hin ein Stück weit spannender zu halten“, vermutete Saß. Inter habe jedoch gezeigt, welche Coolness und Qualität in solchen Situationen nötig sei.

Auf die Entscheidung, Torjäger Marc Zeller (6 Saisontore), der aus Nichts ein Tor zaubern kann, zunächst auf der Bank zu lassen, verwies Saß auf interne taktische Gründe. Gegen das intensive Pressing beider Mannschaften habe man sich für mehr Dynamik in der Offensive von Beginn an entschieden. Zugleich räumte der Trainer ein: „Dass er seine Qualitäten hat, steht außer Frage. Mit den Gedanken werde ich mich heute Abend auch noch auseinandersetzen müssen.“

Eugen Halili (Inter Türkspor) machte seine Aufgabe als Verbindungsmann zwischen Defensive und Offensive sehr gut. Links Finn Logemann (Rot-Schwarz Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt

Kramer als „exzellente Waffe“

Bei Türkspor ist Kramer der Haupteigner der Inter-Treffer mit inzwischen 14 Goals. Doch der 35-Jährige ist viel mehr als nur Torschütze. Auch als Vorbereiter ist der Stürmer ein Fixpunkt im Spiel des Tabellenführers nach dem Freitagabendspiel. Trainer Cokgez war vom Auftritt seines vierfachen Torschützen erwartungsgemäß begeistert. „Er ist für uns eine exzellente Waffe“, sagte der Coach. Kramer verfüge über den besonderen Torriecher, wisse stets, wo er stehen müsse, und werde deshalb immer wieder gefährlich.

„Wenn er mal nicht trifft, dann macht er im nächsten Spiel zwei oder drei“, betonte Cokgez erneut. Entscheidend sei jedoch, dass die Mannschaft ihren Torjäger auch entsprechend in Szene setze. Das sei gegen Rot-Schwarz gelungen.

Stimmen zum Spiel

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Inter Türkspor Kiel: Oleksii Drui – Azuka Olise (80. Rinol Lahu), Till Börner, Krenar Svirca, André Volkers – Eugen Halili (73. Badreddin Hamze) – Melih Cerrah (83. Tahir Yilmaz), Julius Alt, Rezan Acer (73. Youssef Bouzouomita), Ömer Sönmez (73. Arian Jashari) – Christopher Kramer

  • Trainer: Onur Cokgez

  • SSG Rot-Schwarz Kiel: Oliver Stein – Justus Kiewald, Jonathan Elsner, Malte Kratzenberg (64. Marc Zeller) – Tim Kannenberg, Jonathan Suchocki, Tim Jansa, Rasmus Backhaus, Emre Kayali – Finn Logemann (76. David Lohr), Chima Iheagwaram

  • Trainer: Ove Sass

  • Schiedsrichter: Friedrich Spengler (Suchsdorfer SV)

  • Assistenten: Per Christian Roloff, Luan Grütter

  • Tore: 1:0 Christopher Kramer (38.), 2:0 Melih Akif Cerrah (43.), 3:0 Christopher Kramer (64.), 4:0 Christopher Kramer (85.), 5:0 Christopher Kramer (87.)

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