TSV Kronshagen setzt sich in Lindholm mit 3:0 wieder an die Spitze
Die Kronshagener Defensive um Abwehrchef Teyi Lawson-Body machte bei Frisia Risum-Lindholm eine ausgezeichnete Arbeit. © 2026 Ismail Yesilyurt

TSV Kronshagen setzt sich in Lindholm mit 3:0 wieder an die Spitze

von Ismail Yesilyurt·29. September 2026

Die längste Auswärtstour in der Landesliga Schleswig hinter sich, 3:0 gewonnen am 10. Spieltag und damit weiterhin ungeschlagen die Tabellenführung behauptet bzw. wieder Inter Türkspor Kiel abgenommen: Es war ein schöner und erfolgreicher Sonntag für den TSV Kronshagen nach dem Auswärtsspiel bei Frisia Risum-Lindholm. Bereits zur Pause war die Partie mit dem Endstand in Nordfriesland entschieden.

Blitzstart durch Sankowski und Kulikas

Kronshagen erwischte in Lindholm einen perfekten Start. Nach nur fünf Minuten landete ein Einwurf vor den Füßen von Milo Sankowski, der den Ball aus kurzer Distanz unhaltbar zum 1:0 im Tor unterbrachte. Nur drei Minuten später erhöhte Laurynas Kulikas auf 2:0. Milo Sankowski steckte den Ball im Umschaltspiel zu Laurynas Kulikas durch. „Lauri macht das weltklasse mit einem First-Touch-Lupfer über den Keeper ins Tor“, schwärmte Yamak über den sehenswerten Treffer.

Die Gäste blieben druckvoll und zielstrebig. In der 22. Minute sorgte Kulikas mit seinem zweiten Treffer für den 3:0-Pausenstand. Nach einer Ecke verlängerte Malte Kallenbach per Kopf den Ball an den zweiten Pfosten. Dort lauerte Kulikas in Torjägermanier und musste nur noch den Fuß hinhalten.

Tade Traber (re.) und Frisia Risum-Lindholm gerieten schnell ins Kronshagener Kreuzfeuer. © 2025 Ismail Yesilyurt.JPG

Morten Höfer: „Da waren wir noch nicht so ganz wach“

„Wir haben sehr, sehr gut ins Spiel gefunden“, sagte Yamak. Seine Mannschaft habe die Vielzahl ihrer Chancen in der ersten Hälfte konsequent genutzt. Morten Höfer, für Frisia selbst auf dem Rasen aktiv sehr nah am Geschehen dran, musste dagegen anerkennen, dass seine Mannschaft die frühe Wucht des Tabellenführers nicht auffangen konnte. „Da waren wir noch nicht so ganz wach, würde ich sagen, aber auch ein bisschen selbstverschuldet“, sagte der Mittelfeldspieler zum ersten Gegentreffer. Auch beim zweiten und dritten Tor habe Kronshagen seine Chancen eiskalt genutzt.

Der Plan der Gastgeber war klar gewesen: Mit langen Bällen Entlastung schaffen, auf zweite Bälle gehen und möglichst lange ohne Gegentreffer bleiben. Gegen die spielerische Qualität und die Zielstrebigkeit des Spitzenreiters ging dieses Vorhaben jedoch früh verloren. Höfer bescheinigte dem Gegner eine starke Leistung: Kronshagen habe „viel Bewegung“ gezeigt und die Räume gut bespielt.

Kronshagen verwaltet die Führung – Frisia wehrt sich

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Risum-Lindholm deutlich verbessert. Die Gastgeber versuchten, mit langen Bällen für Entlastung zu sorgen und kamen nun ebenfalls zu Möglichkeiten. „In der zweiten Hälfte haben wir eigentlich ein ganz, ganz gutes anderes Gesicht gezeigt“, erklärte Höfer.

Aber Kronshagen ließ defensiv kaum noch etwas zu und kontrollierte das Geschehen weiter. Yamak hatte seiner Mannschaft für den zweiten Durchgang vor allem ein Ziel mitgegeben: „Unser Ziel war es, für die zweite Halbzeit einfach die Null zu halten.“ Das gelang – auch weil die Abwehr „resolut und mit der gewissen Ruhe“ verteidigte.

Die Gäste blieben bei Kontern gefährlich. Kulikas scheiterte ebenso am Frisia-Keeper wie der nach rund zweimonatiger Pause eingewechselte Erdogan Cumur. Yamak war dennoch rundum zufrieden: „Wir haben zu keinem Zeitpunkt des Spiels die Dominanz verloren.“

Erdogan Cumur (TSV Kronshagen), spielender Co-Trainer, ist wieder einsatzfähig. © 2026 Ismail Yesilyurt

1:3 von Jannik Schwerdtfeger zu unrecht annulliert?

Risum-Lindholm zeigte sich nach dem Seitenwechsel verbessert und kam zu eigenen Möglichkeiten. Tobias Pause brachte nach einem Zuspiel im Strafraum keinen kontrollierten Abschluss zustande, Jesse Traber traf einen Volley zu zentral. Zudem wurde ein vermeintlicher Treffer von Jannik Schwerdtfeger nach einem abgewehrten Schuss von Lennox Sodemekou wegen Abseits aberkannt.

Höfer sprach von einer engen Entscheidung und bedauerte den nicht anerkannten Treffer: „Das sah schon eher nach Onside aus und nicht nach Offside.“ Am grundsätzlichen Fazit änderte das allerdings nichts. „Alles in allem verdienter Sieg natürlich für Kronshagen“, sagte Höfer.

Auch am kommenden 11. Spieltag will Kronshagen seine ungeschlagene Serie gegen Dörpum fortsetzen. Frisia richtet den Fokus auf die nächste Heimaufgabe gegen den TSV Hattstedt im Tabellenmittfeld-Duell. Aufgrund der angespannten Personalsituation seien Spiele gegen Spitzenteams wie Kronshagen ohnehin eher Bonuspartien gewesen, erklärte Höfer. Gegen Hattstedt soll Zählbares in Risum-Lindholm bleiben.

Stimmen zum Spiel

  • SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Jorge Hansen – Jannik Danielsen, Lasse Böckenholt, Malte Bethke – Luca Sönnichsen (55. Yannick Schwerdtfeger), Morten Höfer (75. Mads Nielsen), Erik Alexanjan, Jesse Traber, Tade Traber – Jawad Shams (60. Tom Ribeiro), Tobias Pause (65. Lennox Sodemekou)

  • Trainer: Uwe Petersen

  • TSV Kronshagen: Paul Frech – Julius Siebenhüner, Teyi Lawson-Body, Malte Kallenbach – Lucas Sylla (80. Matteo Morawe), Justus Schröder (80. Luca Bertermann), Abbas Sharba (65. Lars Wethgrube) – Emre Boz (72. Rune Möller) – Milo Sankowski (72. Erdogan Cumur), Laurynas Kulikas

  • Trainer: Coskun Yamak

  • Schiedsrichter: Torge Feldt (Fortuna Glückstadt)

  • Assistenten: Aaron Joel Boettcher, Pierre Martin Nash

  • Zuschauer: Keine Angabe

  • Tore: 0:1 Milo Sankowski (5.), 0:2 Laurynas Kulikas (8.), 0:3 Laurynas Kulikas (22.)

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