Torflut in der Schlussphase: Kilia II bezwingt wackeren Preetzer TSV 4:2
Aufsteiger Kilia Kiel II hat das Heimspiel gegen den Preetzer TSV nach einem 0:1-Rückstand noch mit 4:2 gewonnen. Die Preetzer verteidigten lange leidenschaftlich und hatten beim Stand von 0:1 sogar die große Chance auf das 0:2. In der Schlussphase kippte die Partie jedoch endgültig zugunsten der Gastgeber.
Preetz überrascht Kilia mit einem Standard
Kilia Kiel II übernahm von Beginn an die Spielkontrolle und ließ den Ball gegen einen tiefstehenden Preetzer TSV laufen. Die Gäste standen kompakt, verteidigten mit großem Einsatz und lauerten auf Umschaltmomente.
Trotz mehr Ballbesitz tat sich Kilia zunächst schwer, klare Lösungen gegen den tiefen Block zu finden. „Wir haben zu oft lang oder flach ins Zentrum gespielt und zu selten die Lösung über die Außen gesucht“, analysierte Kilia-Trainer Leon Trentepohl später.
Preetz nutzte dagegen eine seiner wenigen Möglichkeiten konsequent. Nach einem zu kurz abgewehrten Standard brachte Jerome Rose mit einem platzierten Flachschuss aus etwa 20 Metern den PTSV in der 23. Minute mit 1:0 in Führung. Kilia hatte bis zur Pause einige Chancen zum Ausgleich, scheiterte jedoch entweder an der eigenen Chancenverwertung oder am gut aufgelegten Preetzer Schlussmann Nico Clasen.
Nico Clasen (Preetzer TSV) hielt mehr als zu halten war. © 2026 Ismail Yesilyurt
„In der ersten Halbzeit haben wir zahlreiche Chancen liegen gelassen“, sagte Trentepohl. Dennoch blieb der Kilia-Coach zur Halbzeit optimistisch: „Wir haben angesprochen, dass wir früher oder später die Chancen nutzen werden und das Spiel gewinnen.“
Preetz verteidigt leidenschaftlich
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst unverändert. Kilia erhöhte den Druck, während Preetz mit viel Laufarbeit und konsequenter Defensivarbeit dagegenhielt.
„Kilia sehr viel Ball überlassen, sie haben gedrückt, sie haben gespielt“, erklärte Preetz-Trainer Ismet Nac. Gleichzeitig sprach er seiner Mannschaft ein großes Kompliment aus: Die Spieler hätten die Zweikämpfe angenommen, viel gearbeitet und „überragend“ gegen den Ball verteidigt.
Besonders nach der Pause nahm der Druck der Gastgeber weiter zu. Mehr Tempo, gute Bälle in die Tiefe und Kombinationen im Strafraum stellten den TSV vor immer größere Probleme.
In der 55. Minute bot sich den Gästen allerdings die große Gelegenheit, die Führung auszubauen. Nach einem Ballgewinn schaltete der TSV schnell um. Jerome Rose bediente Enno Schulze, der direkt auf Moritz Danberg weiterleitete. Danberg scheiterte aus kurzer Distanz jedoch am überragenden Till Berger im Kilia-Tor. „Das hätte das 2:0 sein können, müssen, je nachdem, wie man's auslegt“, sagte Nac rückblickend.
Hussein Sharba (Kilia Kiel II) versucht, gegen Simon Rothemund (li.) und Tristan Doege (Preetzer TSV) durchzukommen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Kilia dreht die Partie in der Schlussphase
Nur wenige Minuten später schlug Kilia zurück. In der 59. Minute führte eine gelungene Kombination mit einem Steckpass zum Ausgleich. Kevin Kortum traf zum 1:1. Bereits der 9. Saisontreffer des jungen Mittelstürmers.
Anschließend entwickelte sich eine zunehmend einseitige Partie. Kilia drängte auf die Führung, doch Preetz stemmte sich mit großer Leidenschaft gegen den Dauerdruck. Immer wieder war Nico Clasen zur Stelle.
Die Kilianer verzweifelten. „In der nächsten halben Stunde an Nico Klasen mehrmals oder an der Abschlussschwäche, je nachdem, wie man es auslegt“, beschrieb Nac die schwierige Phase aus Sicht der Gäste.
Preetz hatte kaum noch Möglichkeiten, selbst für Entlastung zu sorgen. Die Schusterstädter hielten mit „Kampfkraft, intensiver Abwehrarbeit“ dagegen, mussten sich aber schließlich doch geschlagen geben.
Späte Tore sorgen für turbulente Schlussminuten
In der 88. Minute fiel schließlich das 2:1 für Kilia. Igor Vitiuk brachte die Gastgeber erstmals in Führung.
Preetz gab sich damit allerdings nicht zufrieden und öffnete die Partie, um noch den Ausgleich zu erzwingen. Kilia nutzte die Räume und erhöhte in der Nachspielzeit durch Ben Bauer auf 3:1.
Torschütze Jerome Rose (Preetzer TSV) muss sich gleich gegen drei Kilianer durchsetzen. Ben Bauer, Dastyn-Sven Ritter und Ali Kalma (v. l.). © 2026 Ismail Yesilyurt
Doch damit war das turbulente Schlusskapitel noch nicht beendet. Moritz Danberg verkürzte in der vierten Minute der Nachspielzeit auf 2:3 und sorgte noch einmal für Spannung. „Wir haben immer noch nicht aufgegeben“, betonte Nac.
Die letzte Aktion gehörte jedoch erneut Kilia: Bauer machte mit seinem zweiten Treffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit per Konter den 4:2-Endstand perfekt.
Trentepohl: „Die Frage nach dem Wie zählt heute nicht“
Kilia-Trainer Trentepohl war nach dem späten Erfolg vor allem erleichtert. „Am Ende sind wir einfach froh, dass wir nach der Niederlage letzte Woche wieder gewonnen haben“, sagte der Coach.
Dabei räumte er ein, dass seine Mannschaft nicht ihre beste Lösung gegen den Preetzer Defensivblock gefunden hatte. Die Gäste hätten Kilia das Leben „über die volle Distanz“ schwer gemacht und alles in die Waagschale geworfen.
Am Ende überwog bei den Gastgebern dennoch die Freude über die drei Punkte. „Das ist uns am Ende auch geglückt, wenn auch deutlich später, als wir es uns erhofft haben“, so Trentepohl. Sein Fazit fiel entsprechend pragmatisch aus: „Dabei zählt die Frage nach dem Wie heute nicht.“
Auch Nac erkannte den verdienten Erfolg der Gastgeber an. „Also ein verdienter Sieg für Kiel“, bilanzierte der Preetzer Trainer. Seine Mannschaft habe gekämpft und alles investiert, stehe nach einer lange Zeit offenen Partie aber mit leeren Händen da.
Stimme zum Spiel
FC Kilia Kiel II: Till Berger – Ivan Lytvynenko, Kaan İrtürk, Yasin Yarisli, Kjell Ullrich - Ali Kalma – Ben Bauer, Dastyn-Sven Ritter (75. Jamie-Luca Rohr), Seymen Ködörgü (89. Fadi Mohamad), Hussein Sharba – Kevin Kortum
Trainer: Leon Trentepohl
Preetzer TSV: Nico Clasen – Enno Schulze, Jendrik Müller, Khalil Yakob (46. Tim Schanko), Moritz Danberg, Jerome Rose, Florian Patrick Ziehmer, Tristan Doege, Phil Windmüller, Felix Ziebell (83. Niklas Heisen), Simon Rothermund (57. Mohammed Yousef Khalouf)
Trainer: Ismet Nac
Schiedsrichter: Maurice Marquardt
Assistenten: Nils Ladwig, Linus Eisenbach
Zuschauer: 74
Tore: 0:1 Jerome Rose (23.), 1:1 Kevin Kortum (59.), 2:1 Igor Vitiuk (88.), 3:1 Ben Bauer (90.+1), 3:2 Moritz Danberg (90.+4), 4:2 Ben Bauer (90.+6)
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