Rapid Lübeck verdienter Sieger beim 3:1-Erfolg in Hohenwestedt
Im Freitagabendspiel der Flens-Oberliga konnte sich der SC Rapid Lübeck verdient mit 3:1 (2:1) beim MTSV Hohenwestedt durchsetzen. Nach einer Ampelkarte gegen Maci Dahm musste der MTSV aber über eine halbe Stunde in Unterzahl spielen. Für den Aufsteiger aus der Hansestadt war es bereits der vierte Auswärtsdreier im fünften Spiel. Die Mannschaft von Trainer Dario Bilic klettert damit vorerst auf den 3. Platz. Der MTSV verfestigt seinen Abwärtstrend nach der erneuten Heimpleite und wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg.
Traumtor von Arp zur frühen Führung
Rapid erwischte den deutlich besseren Start in einer sehr kampfbetonten und intensiv geführten Partie. Dabei setzten die Lübecker die Gastgeber von Beginn an unter Druck. Die Führung fiel nach einem sehenswerten Freistoß von Tino Arp, der den Ball zum verdienten 1:0 im Tor unterbrachte.
Aboukassim vollendet schöne Kombination zum zweiten Treffer
Auch anschließend blieb Rapid spielbestimmend. Besonders sehenswert war die Entstehung des zweiten Treffers: Nach einer Kombination über mehrere Stationen spielte Kevin Voeks einen starken Steckpass in den Lauf von Amir Aboukassim, der die Aktion zum 2:0 vollendete. In dieser Phase hätte die Führung sogar noch höher ausfallen können. Ein weiterer Rapid-Treffer wurde aufgrund einer Abseitsentscheidung nicht anerkannt.
Nach rund 15 Minuten fand Hohenwestedt zunehmend besser in die Begegnung. Die Gastgeber suchten insbesondere über lange Bälle, zweite Bälle und Standardsituationen den Weg ins Spiel.
Schnoor mit dem Anschlusstreffer
Nach mehreren Eckbällen hintereinander gelang es Rapid einmal nicht, die Situation konsequent zu klären, sodass Hohenwestedt verkürzen konnte. Dabei traf Henrik Schnoor (19.) aus dem Gewühl zum 1:2-Anschlusstreffer.
Der Anschlusstreffer veränderte die Partie. Hohenwestedt agierte weiterhin sehr körperlich und mit vielen langen Bällen. Rapid ließ sich in dieser Phase zunehmend auf diese Spielweise ein und wich dadurch von der eigenen spielerischen Linie ab. Statt wie in der starken Anfangsphase flach zu kombinieren und die eigenen fußballerischen Qualitäten auszuspielen, operierten die Lübecker bis zum Halbzeitpfiff ebenfalls häufiger mit langen Bällen.
Thies Kochanski und der MTSV Hohenwestedt hier gegen Nordmark Satrup mussten eine bittere Heimniederlage hinnehmen © 2026 Olaf Wegerich
MTSV verpasst den Ausgleich
Der MTSV verpasste in dieser guten Phase bis zum Halbzeitpfiff wiederholt den durchaus möglichen Ausgleichstreffer. Dabei hatte der stets gefährliche Fabian Engbrecht großes Pech, dass sein Schuss nur die Unterkante der Latte traf.
Eine weitere gute Gelegenheit, für den Gleichstand zu sorgen, hatte Maci Dahm, doch sein Kopfball landete knapp neben dem Pfosten.
Rapid nach der Pause wieder griffiger
Nach der Pause zeigte Rapid jedoch eine klare Reaktion. Defensiv stellte sich die Mannschaft deutlich besser auf die langen Bälle der Gastgeber ein, verteidigte die zweiten Bälle konsequenter und ließ Hohenwestedt kaum noch zu gefährlichen Abschlüssen kommen.
Dahm mit Ampelkarte runter
Spätestens nach der Hinausstellung von Macius Dahm (58.) wurde es für die Gastgeber noch schwerer, dem Spiel eine Wendung zu geben. Dahm hatte bei der ersten Aktion nach einem Foulspiel an Thies Kochanski – der nach der Pause in die Spitze rückte – den Lübecker vor den Augen des Unparteiischen geschubst und sah dann nach einem Foulspiel an Tino Arp die Ampelkarte.
Für die Gastgeber ergaben sich in Unterzahl nur noch wenige Offensivaktionen. Nach einer schönen Hereingabe des eingewechselten Killian Pingel setzte Thies Kochanski einen Kopfball knapp neben das Tor.
Gleichzeitig ergaben sich für Rapid im Umschaltspiel immer wieder Räume. Nach dem Platzverweis gegen die Gastgeber wurden diese noch größer, sodass sich mehrere Möglichkeiten boten, die Partie frühzeitig zu entscheiden.
Nagel mit der Entscheidung
Die endgültige Entscheidung fiel schließlich nach einem Eckball: Mario Nagel erzielte das 3:1. Anschließend brachte Rapid die Führung konzentriert und abgeklärt über die Zeit und ließ nichts mehr anbrennen.
Fazit
Der SC Rapid Lübeck hat sein Auswärtsspiel beim MTSV Hohenwestedt mit 3:1 gewonnen und dabei insbesondere in der Anfangsphase sowie nach dem Seitenwechsel eine überzeugende Leistung gezeigt. Für den MTSV wird die Lage im Tabellenkeller immer prekärer. Im Nachholspiel gegen den Eckernförder SV am Dienstagabend muss dringend gepunktet werden, um den Anschluss an das rettende Ufer nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren.
Trainerstimmen
Trainer Dario Bilic (SC Rapid Lübeck): „Wir kommen sehr gut ins Spiel, spielen in der Anfangsphase genau den Fußball, den wir spielen wollen, und führen verdient mit 2:0. Nach dem Anschlusstreffer lassen wir uns leider zunehmend auf die Spielweise des Gegners ein und entfernen uns bis zur Pause von unserer eigenen Spielidee. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen. In der zweiten Hälfte haben wir die langen Bälle und zweiten Bälle sehr gut verteidigt und praktisch nichts mehr zugelassen. Gleichzeitig hatten wir im Umschaltspiel einige Möglichkeiten, das Spiel früher zu entscheiden. Nach dem 3:1 haben wir die Partie sehr erwachsen zu Ende gespielt. Insgesamt ist es für mich ein verdienter Auswärtssieg und eine gute Reaktion der Mannschaft.“
Thies Kochanski (MTSV Hohenwestedt): „Das war ein sehr intensives und hitziges Spiel mit vielen Gelben Karten. Wir haben den Start leider wieder einmal verschlafen und sind da von Rapid überrollt worden. Die haben uns in der Offensive einige Probleme bereitet. Die Mannschaft hat viele schnelle, dribbelstarke Spieler. Nach dem Rückstand haben wir uns reingekämpft und selber angefangen, Fußball zu spielen. Am Ende geht der Sieg für Rapid in Ordnung. Eine wirklich starke Truppe. Gegen Eckernförde müssen wir jetzt punkten, wenn wir die Klasse halten wollen.“
Stimme zum Spiel
MTSV Hohenwestedt: Schultz – Knobel, Schnoor, Dahm – Sienknecht (86. Rathje) – Struve (46. Pingel), Kochanski, Sievers, Ploog (75. Vojtenko) – Engbrecht (60. Klatt), Schaller (46. Sanchez).
Trainer: Arend Müller
SC Rapid Lübeck: Galtsew – Avetisyan (75. Nour), Rivera, Nagel, Knott (89. Kozodoiev) – Voeks (70. Morr), Taritas (84. Cann), Bilic, Arp, Aboukassim (65. Betani-Baku) – Dürr.
Trainer: Dario Bilic
Schiedsrichter: Mika Helms (TSV Oldenswort)
Assistenten: Tom Braun und Lennard Gawellek
Zuschauer: 245 auf dem Sportplatz Wilhelmshöh in Hohenwestedt
Gelb-Rote Karte: Macius Dahm (58., MTSV) nach wiederholtem Foulspiel.
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