OSV verkauft sich teuer – Kieler Jungstörche fliegen zum dritten Sieg in Folge
Caspar Medlin (Holstein Kiel II) im Hinspiel gegen Marcel Freund (re., Oldenburger SV). © 2025 Ismail Yesilyurt

OSV verkauft sich teuer – Kieler Jungstörche fliegen zum dritten Sieg in Folge

von Ismail Yesilyurt·12. April 2026

Der Oldenburger SV musste sich am Wochenende in der Oberliga Schleswig-Holstein dem Tabellenzweiten Holstein Kiel II mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Doch trotz der Niederlage überwogen im Lager der Gastgeber die positiven Erkenntnisse beim Tabellenelften.

Gegen die spielstarken Kieler, die für ihr aggressives Angriffspressing bekannt sind, setzte Chefcoach Florian Stahl auf eine kompakte Defensive. Das Ziel: Die Räume im letzten Drittel so eng wie möglich zu machen. „Wir haben eine ziemlich defensive Formation gewählt, um mindestens mit einem Spieler mehr im eigenen Drittel zu sein“, erklärte Stahl nach dem Abpfiff.

Stahl-Taktik geht zunächst voll auf

Der Plan der Gastgeber funktionierte in der ersten Halbzeit nahezu perfekt. Oldenburg verteidigte diszipliniert in Breite und Tiefe und ließ die spielstarken Kieler kaum zur Entfaltung kommen. Bis auf einen Lattentreffer der Gäste blieb das Gehäuse von OSV-Keeper Cordes weitgehend ungefährdet. Offensiv setzte Oldenburg durch Standards Nadelstiche, auch wenn daraus kein Kapital gesammelt werden konnte.

Cheftrainer Florian Stahl  (Oldenburger SV). © 2025 Ismail Yesilyurt.jpg

Cheftrainer Florian Stahl (Oldenburger SV). © 2025 Ismail Yesilyurt

„Wir machen das in der ersten Halbzeit richtig gut“, lobte Stahl. „Natürlich merkst du dann offensiv, dass du nicht ganz so viele Szenen hast wie sonst. Aber das wussten wir vorher.“ Auch die Kieler Seite tat sich schwer: „Im ersten Durchgang haben wir unsere Chancen nicht konsequent ausgespielt“, resümierte Torschütze Jorden Winter in seinem Statement auf der Holstein-Webseite.

Islam Matene sorgt für mehr Freiheiten für Holstein

Für den zweiten Durchgang lautete die Devise: Bloß nicht die Geduld verlieren. „Wir haben uns fest vorgenommen, genauso weiterzumachen und nicht zu mutig zu werden, um ihnen keine Räume zu geben“, so der OSV-Coach. Doch genau diese Kompaktheit bröckelte bereits kurz nach Wiederanpfiff.

In der 47. Minute nutzte Islam Matene eine Unkonzentriertheit in der Hintermannschaft zum 0:1. Nur neun Minuten später legte Jorden Winter nach (56.) und stellte die Weichen endgültig auf Sieg für die Gäste. Besonders der erste Gegentreffer schmerzte Stahl: „Wir sind im Verteidigungshalbraum nicht clever genug und lassen uns da wirklich locken, sodass dann der Schnittstellenball möglich ist.“

Ostholsteiner fallen nach dem 0:2 nicht in ein Loch

Wer jedoch dachte, der OSV würde nun einbrechen, sah sich getäuscht. Die Gastgeber stellten um, pressten höher und brachten den Tabellenzweiten ins Wanken. Jan-Eric Kränzke scheiterte frei vor dem Torwart, Silas Bünning setzte den Ball aus kürzester Distanz über den leeren Kasten. Auch Marcel Freund sorgte mit starken Einzelaktionen für Gefahr. „Was meine Mannschaft nach dem 0:2 gemacht hat, war hervorragend. An einem guten Tag machen wir heute zwei oder drei Tore.“

Jorden Winter (Holstein Kiel II), hier im Hinspiel gegen den Oldenburger SV, sorgte mit dem 2-0 für eine gute Basis. © 2025 Ismail Yesilyurt

Jorden Winter (Holstein Kiel II), hier im Hinspiel gegen den Oldenburger SV, sorgte mit dem 2-0 für eine gute Basis. © 2025 Ismail Yesilyurt

Selbst Gästespieler Caspar Medlin gab zu: „Danach hatten wir eine Phase mit zu einfachen Ballverlusten, die den Gegner stark gemacht haben.“ Doch Kiels Defensive um Lio Rothenhagen hielt dem Druck stand und brachte den dritten Sieg in Serie über die Zeit.

Stolz trotz Personalnot

Besonders bemerkenswert war der Auftritt des OSV angesichts der personellen Lage. Ohne die verletzten „Leitwölfe“ Daniel Junge, Freddy Kaps und Rico Mielke fehlte dem Team viel Erfahrung. „Wenn man bedenkt, wer alles gefehlt hat und dass wir uns trotzdem so viele Großchancen erspielen, können wir stolz auf die Leistung sein“, so Stahl.

Der OSV nimmt trotz der Niederlage viel „positive Energie“ mit in den Saisonendspurt. In dieser Form dürfte der Tabellenelfte bald wieder dreifach punkten. Für Holstein Kiel II war es der dritte Erfolg in Serie, der den Blick weiter nach oben richten lässt.

„Die Mannschaft schafft es aktuell, in den richtigen Momenten in Führung zu gehen und auch nachzulegen. Das gibt Selbstvertrauen und sorgt für positive Energie“, lobte Holstein-Trainer Sven Boy die Effizienz seiner Elf.

Oldenburger SV: Cordes – Witt, Robin Bünning, Müller, Marvin Freund (81. Petersen), Heinrich Lunau – Kränzke (71. Wellendorf), Marcel Freund, Neumann, Silas Bünning – Salke (67. Severin).
Trainer: Florian Stahl.
Holstein Kiel II: Rothenhagen – Parduzi (76. Lückner), Medlin, Petersen, Ottilinger, Borges (71. Knaak) – Koc (90. Spieckermann), Soldanski – Winter, Matene (85. Rüzgar), Jakupovic (71. Kulikas).
Trainer: Sven Boy, Linus Schewior.
SR: Tim-Marvin Meyer (SC Rönnau).
Ass.: Nic Ströhnisch, Philip Zeich.
Z.: 120.
Tore: 0:1 Islam Matene (47.), 0:2 Jorden Winter (56.).

25. Spieltag – Oberliga Schleswig-Holstein

Datum

Heimteam

Gastteam

Ergebnis

11.04.26

MTSV Hohenwestedt

VfR Neumünster

0:3

11.04.26

Heider SV

PSV Neumünster

4:1

11.04.26

TSV Satrup

Kaltenkirchener TS

1:1

11.04.26

Preußen Reinfeld

Eutin 08

2:2

11.04.26

Oldenburger SV

Holstein Kiel II

0:2

12.04.26

SV Todesfelde

FC Kilia Kiel

-:-

12.04.26

1. FC Phönix Lübeck II

TuS Rotenhof

-:-

12.04.26

Inter Türkspor Kiel

SV Eichede

-:-

Pos

Verein

Sp.

Pkt.

Tore

1

SV Todesfelde (Ab)

24

59

66:24

2

Holstein Kiel U23 II (Ab)

25

52

64:24

3

FC Kilia Kiel

24

46

69:32

4

SV Eichede

22

46

46:22

5

Heider SV

25

41

51:50

6

VfR Neumünster

22

38

48:40

7

Polizei SV Union Neumünster

23

34

51:43

8

1. FC Phönix Lübeck II (Auf)

22

34

42:39

9

Kaltenkirchener Turnerschaft (Auf)

24

32

39:47

10

TSV Nordmark Satrup

23

30

31:33

11

Oldenburger SV

24

25

47:63

12

TuS Rotenhof

23

21

39:55

13

MTSV Hohenwestedt

24

21

36:56

14

Inter Türkspor Kiel (Auf)

24

20

26:61

15

Eutin 08

23

18

23:51

16

SV Preußen Reinfeld

24

12

28:66

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