
Klare 0:3-Niederlage für Weiche Flensburg beim FC St. Pauli II
Am 15. Spieltag der Regionalliga Nord musste der SC Weiche Flensburg 08 eine bittere Niederlage hinnehmen, sodass der Vorsprung in der Tabelle auf den ärgsten Verfolger Hannover 96 II auf einen Punkt schmolz. Beim FC St. Pauli II, der in dieser Formation ganz sicher nicht zu den Abstiegskandidaten zählen würde, unterlag unsere Mannschaft am Sonntagnachmittag mit 0:3-Toren.
Vor 364 Zuschauern lief im Edmund-Plambeck-Stadion auf dem tiefen Rasen bei herbstlichem Schmuddelwetter mit Temperaturen um zehn Grad alles gegen unsere Mannschaft, die ihre Chancen, vor allem in der Anfangsviertelstunde – entgegen der Gewohnheiten – diesmal nicht nutzen konnte und so den am Ende auch effektiveren Gastgebern die Punkte überlassen musste. Es war beim 14. Gastauftritt von Weiche beim FC St. Pauli II erst die zweite und zudem die bislang deutlichste Niederlage. Der Trainer der U 23 des FC St. Pauli, Alexander Hahn, sah als entscheidend an, dass seine Jungs die Momente auf ihre Seite gezogen haben. Unser Cheftrainer Tim Wulff sagte: „Es ist für uns ein gebrauchter Tag. Heute hat einiges gefehlt. Das Resultat geht so in Ordnung.“
Nach dem 3:0-Sieg vom vergangenen Spieltag gegen die SV Drochtersen/Assel musste Cheftrainer Tim Wulff die Startelf ändern. Der „Gelb“-gesperrte Erolind Krasniqi wurde positionsgetreu von Ilir Serifi ersetzt. Für unseren Torhüter Ronny Seibt ging es gegen seine Ex-Mannschaft. Eingewechselt wurden im Verlauf der zweiten Halbzeit erst Maksym Tytarenko, danach Nick Selutin und Randy Gyamenah sowie schließlich noch Brandolf Duah und Samuel Hust. Den Spieltagskader komplettierten Torhüter Nils Bock, Bjarne Schleemann, Thies Richter und Joshua Nwokoma. Neben Erolind Krasniqi zählten auch Uchechi Duru, Torben Marten, Geburtstagskind Alexander Laukart und Joshua Hansen (alle im Wiederaufbautraining bzw. verletzt) sowie Torhüter Bjarne Schneider und Daniel Schaen nicht zum Aufgebot. Am Vortage kamen Bjarne Schneider, Daniel Schaen (jeweils über die volle Spielzeit) und Uchechi Duru (über rund 70 Minuten) beim 3:3-Remis unserer U 23 in der Landesliga zuhause gegen Eidertal Molfsee zum Einsatz.

Weiche Flensburg erwischte bei Pauli II keinen guten Tag, traf aber zugleich auch auf einen starken Gegner. © 2026 Volker Schlichting
Beim FC St. Pauli II, der zuvor mit 1:4 beim VfB Lübeck verloren hatte, gab es gleich sechs Änderungen in der Startelf. Hendrik Wurr fehlte „Rot“-gesperrt. Dafür stand Kenan Aydin nach abgesessener „Gelb“-Sperre wieder zur Verfügung. Er übernahm auch die Kapitänsbinde. Die Kiezkicker setzten zudem auf die Profis Marcus Mathisen, Erik Ahlstrand und Taichi Hara. Ferner rotierten Joel Addo und Nick Schmidt in die Anfangsformation. Dafür saßen der etatmäßige Kapitän Luca Günther, Mats Herrmann, Marwin Schmitz, Anton Lange und Nikky Goguadze zunächst nur auf der Bank.
Die Partie begann etwas verspätet, weil zehn Minuten vor dem geplanten Anpfiff über der Spielstätte ein ordentliches Gewitter mit Regen und Hagelkörnern niederging, der den ohnehin aufgeweichten Rasen noch schwieriger bespielbar machte.
In der Folge hatten die Akteure oft Probleme sowohl mit der Standfestigkeit auf dem Geläuf als auch mit schneller werdenden springenden oder sich verlangsamenden flachen Bällen. Die Bedingungen waren für beide Mannschaften gleichermaßen schwierig, jedoch absolut akzeptabel. Dabei machten die Gastgeber anfangs den besseren Eindruck, obgleich keine Minute gespielt war, als Weiche die erste dicke Torchance leichtfertig vergab. Ibrahim Bashiru Ali schoss von halblinks am langen Pfosten vorbei (1.).
Auf der Gegenseite nutzten die Platzherren ihre erste Chance gleich zum Führungstreffer. Erik Ahlstrand setzte sich mit dem Körper geschickt durch, indem er gekonnt die Murmel aus der Luft herunternahm, sich drehte, aus mehr als 20 Metern abzog und per Aufsetzer ins linke Eck traf (6.). Als Lucas Schulze gleich einen zweiten Abschluss aus der Distanz folgen ließ, war SC-Torhüter Ronny Seibt, der beim Führungstreffer keine Reaktion gezeigt hatte, zur Stelle (7.).

Keeper Ronnie Seibt (SC Weiche Flensburg 08). © 2026 Volker Schlichting
Theo Behrmann hatte in der munteren Anfangsphase den zweiten Hochkaräter für Weiche auf dem Fuß. Er selbst hatte den Ball erobert, kam dann nach Doppelpass mit Marcel Cornils wieder in den Besitz der Kugel, schüttelte damit gleich zwei St. Paulianer ab und hatte viel Platz. Er lief allein auf Torhüter Niklas Petzsch zu, schoss aber aus acht Metern links am langen Eck vorbei (10.). Und gleich noch einmal bekam unsere Mannschaft eine solche Chance zum Ausgleich serviert, als Marcus Mathisen die Kugel an Marcel Cornils verlor. Unser Routinier lief auf halbrechts ein paar Meter, aber vor dem Schlussmann passte er nach links ins Leere, anstatt selbst den Abschluss zu suchen, und so verpuffte auch diese exzellente Gelegenheit (15.). Dass Chancen dieser Güte nicht mehr wiederkehren würden, konnte da noch niemand erahnen.
Die Zweitliga-Reserve blieb gierig. Nick Schmidt führte einen Freistoß schnell aus und spielte in die Spitze auf Haron Sabah, doch hier war SC-Torhüter Ronny Seibt rechtzeitig aus dem Kasten geeilt (21.). Auf der rechten Seite hatte der aufgerückte Innenverteidiger Jannik Westphal plötzlich viel Platz. Er passte von der Grundlinie auf den Fünfer zurück, wo Taichi Hara die Kugel technisch anspruchsvoll zum 2:0 einlupfen konnte (24.). Damit rentierte sich erneut eine Profi-Leihgabe als Torschütze. War das schon eine Vorentscheidung?
In der Folge wurde es auf beiden Seiten nur nach Eckstößen gefährlich. So köpfte Marcus Mathisen erst knapp vorbei (29.), dann genau auf den SC-Torhüter (31.). Auch Lucas Schulze köpfte knapp vorbei (38.). Auf der Gegenseite schraubte sich Rasmus Tobinski in die Luft. Er setzte seinen Kopfball nach Eckstoß von Ilir Serifi über die Latte (26.). Die letzte Vorpausengelegenheit hatte dann noch mal die U 23 des FC St. Pauli. Nach einem langen Ball vom eigenen Torhüter scheiterte Jack Wardius am aufmerksamen Ronny Seibt (45.).
Unsere Mannschaft war nach der Pause gewillt, den Bock umzustoßen. Eine weite Rechtsflanke von Theo Behrmann nahm Marcel Cornils direkt. Der Winkel war aber zu spitz, sodass Torhüter Niklas Petzsch abwehren konnte (49.). Als auf der Gegenseite Taichi Hara aus dem rechten Halbfeld gekonnt auf Jack Wardius am Fünfmeterraum durchsteckte sowie der Adressat im Abschluss cool blieb und flach in die Ecke schob, war die Partie mit dem Treffer zum 3:0 eigentlich entschieden (54.).
Weiche arbeitete unermüdlich weiter, aber an diesem Tage wollte nichts gelingen. Die Flanke von Ole Wagner köpfte Rasmus Tobinski über die Latte (56.). Den Schuss von Maksym Tytarenko von halblinks parierte Torhüter Niklas Petzsch mit einer Hand, während niemand zum Abstauben da war (59.). Die Angriffsbemühungen von Weiche wurden mehr und mehr Stückwerk, und die Platzherren, die nun tief standen, verteidigten geschickt den eigenen Strafraum. Sie kamen hier und da mal zu Gegenangriffen, doch selbst einen Konter in Vier-gegen-Eins-Überzahl vermochten sie nicht auszuspielen, liefen stattdessen ins Abseits (65.).
In jener Phase war die Partie schon zu zerfahren. Der letzte Glaube, dem Spiel noch eine Wende geben zu können, hatte Weiche inzwischen auch verlassen. So hatte Brandolf Duah nach einer Verlängerung von Rasmus Tobinski bereits die letzte Chance, bei der er aber auf halbrechts am aufmerksamen Torhüter Niklas Petzsch scheiterte (90.+1). So blieb es beim am Ende auch in der Höhe verdienten Sieg der durchaus effektiv seine Chancen nutzenden Gastgeber.
Beim FC St. Pauli II fielen Nick Schmidt im defensiven Mittelfeld, die beiden ebenfalls im Zentrum agierenden Erik Ahlstrand (ein Länderspiel für Schweden) und Lucas Schulze sowie der japanische Nationalspieler Taichi Hara, der in acht der neun bisherigen Zweitliga-Partien des FC St. Pauli zum Einsatz gekommen war, besonders auf. Die Profi-Leihgaben machten sich mit zwei Toren und einer Torvorlage für den Kiezklub damit absolut bezahlt. Aus unserer Mannschaft konnten sich Tanyel Eckstein, Benjamin Lamce und Maksym Tytarenko noch die besten Noten verdienen.
Am vorletzten Hinrundenspieltag empfängt unsere Mannschaft zu ihrem 16. Liga-Spiel der Saison am kommenden Samstag, 31. Oktober 2026, den BSV Kickers Emden. Anpfiff wird im Manfred-Werner-Stadion um 14 Uhr sein.
Stimmen zum Spiel
Der Hamburger Trainer Alexander Hahn sagte: „Ich bin sehr glücklich, stolz und zufrieden, dass wir den Tabellenführer geschlagen haben. Wir galten zwar als Außenseiter, intern wussten wir aber um unsere Chance. Wir haben heute die Momente auf unsere Seite gezogen. Nun geht es darum, in den kommenden Wochen weiterhin gut zu arbeiten. Dann kann man auch mal auf die Tabelle gucken.“
Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel auf schwerem Boden werden würde. Es ist für uns ein gebrauchter Tag. Heute hat einiges gefehlt. Dass es mal einen Rückschlag geben würde, war uns bewusst, aber wir wollten gern die Welle weiterreiten. Das Resultat geht so in Ordnung. Die Niederlage tut weh. In den vergangenen Wochen hat man uns noch auf die Schulter geklopft. ‚Ero‘ als Unterschiedsspieler hat zwar gefehlt, aber wir spielen elf gegen elf. Wir werden gegen Emden ein anderes Gesicht zeigen. Gegen Emden müssen wir die Fehler abstellen.“
FC St. Pauli II: Petzsch – Westphal, Mathisen (66. Moser), Addo – Aydin (Kap.), N. Schmidt (82. Schmitz), Schulze, Ahlstrand – Wardius (74. Herrmann), Hara (74. Goguadze), Sabah (66. Gumpert).
Trainer: Alexander Hahn.
Weiche Flensburg 08: Seibt – Behrmann (70. Duah), Eckstein, Ntika, Wagner – Lamce, Celotto (76. Hust) – Cornils (64. Selutin), Serifi (57. Tytarenko), Bashiru Ali (64. Gyamenah) – Tobinski.
Trainer: Tim Wulff.
Tore: 1:0 Ahlstrand (6.), 2:0 Hara (24.), 3:0 Wardius (54.).
Zuschauer: 364 im Edmund-Plambeck-Stadion, Norderstedt.
Schiedsrichter: Jost Steenken (SV Vorwärts Nordhorn).
Assistenten: Nils Musekamp, Moritz Bramlage
Verwarnungen: Schulze (Foul an Behrmann, 33.)/Ntika (Foul an Wardius, 37.), Duah (Foul an Ahlstrand, 82.).
(Quelle: SC Weiche Flensburg 08)
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