
Kilia Kiel erwartet eine Wundertüte
Phönix Lübeck II mit wechselhaftem Saisonverlauf
Wie gut hat Kilia Kiel die enttäuschende 1:4-Niederlage am vergangenen Spieltag beim Heider SV verdaut? Trotz einer über weite Strecken guten Leistung mussten sich die Kieler in Dithmarschen deutlich geschlagen geben. Am Samstag wartet nun mit der zweiten Mannschaft des 1. FC Phönix Lübeck eine schwer einzuschätzende Aufgabe. Die Adlerträger sind sowohl personell als auch ergebnistechnisch eine Wundertüte.
Phönix II stand vor dem Rückzug
Dabei war lange Zeit sogar unklar, ob Phönix II überhaupt in dieser Saison in der Oberliga Schleswig-Holstein antreten würde. Aufgrund einer äußerst dünnen Spielerdecke stand die Mannschaft zu Saisonbeginn vor dem Rückzug. Erst auf Initiative der eigenen Spieler entschied sich die Vereinsführung, das Wagnis mit einem Mini-Kader von zunächst überlieferten zehn bis zwölf Akteuren einzugehen.
In den vergangenen Wochen erhielt die Zweitvertretung zudem immer wieder Unterstützung aus dem Regionalliga-Team, soweit dies personell möglich war. Dadurch verändert sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel, was die Vorbereitung auf den Gegner zusätzlich erschwert.
Starker Auftakt, zuletzt sechs Spiele ohne Sieg
Sportlich erwischte Phönix II zunächst einen starken Start. Neun Punkte aus den ersten vier Partien standen zu Buche. Anschließend geriet die Mannschaft allerdings ins Stocken und wartet inzwischen seit fünf Spielen auf einen weiteren Dreier. Immerhin drei dieser Begegnungen endeten unentschieden.
Besonders bitter: Der 2:1-Erfolg am vierten Spieltag bei der Kaltenkirchener TS wurde nachträglich vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband mit 0:5 gegen Phönix gewertet. Grund war der Einsatz des nicht spielberechtigten Andrii Shalabai.
Damit steht für die Lübecker ohne das Einrechnen des 0:5 am grünen Tisch aktuell eine ausgeglichene Bilanz von drei Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen zu Buche. Mit 12 Punkten rangiert Phönix auf Platz acht der Oberliga Schleswig-Holstein.
Phönix kann auch die Großen ärgern
Dass sich Kilia Kiel von der jüngsten Ergebniskrise des kommenden Gegners nicht täuschen lassen darf, zeigte Phönix II bereits am dritten Spieltag. Bei Holstein Kiel II lagen die Lübecker gleich dreimal zurück und verließen den Platz am Ende dennoch als Sieger. Mit 4:3 setzte sich die Mannschaft bei den Jungstörchen durch und fügte de Spitzenreiter damit bislang die einzige Niederlage der Saison zu.
Kilia ist entsprechend vorgewarnt. Für die Mannschaft von Trainer Nicola Soranno wird es darauf ankommen, von Beginn an die nötige Intensität auf den Platz zu bringen und sich nicht von der wechselhaften Bilanz und aktuellen Form der Gäste täuschen zu lassen.
Kilia mitten im Rennen um das LOTTO MASTERS
Für die Kieler geht es dabei nicht nur um die Wiedergutmachung nach dem 1:4 in Heide. Auch der Kampf um die Teilnahme am LOTTO MASTERS 2027 sorgt für zusätzliche Spannung. Das Hallenspektakel in der Merkur Ostseehalle im Januar ist für zahlreiche Oberligisten ein großes Ziel.
Die besten drei Mannschaften der Oberliga Schleswig-Holstein qualifizieren sich für das Turnier. Bis Platz vier dürfte ebenfalls Spannung aufkommen, da davon auszugehen ist, dass Holstein Kiel II unter den ersten vier Teams landet. Bei einem dicht gedrängten Mittelfeld dürfte somit bis zum entscheidenden 15. Spieltag ein enges Rennen um die begehrten Plätze entstehen.
Kilia hat alle Trümpfe selbst in der Hand
Mittendrin befindet sich Kilia Kiel. Mit 17 Punkten aus neun Spielen liegt die Mannschaft von Nicola Soranno derzeit auf dem dritten Tabellenplatz und besitzt damit eine gute Ausgangsposition für die Qualifikation zum LOTTO MASTERS vor knapp 9000 Zuschauern in der Kieler Merkur Ostseehalle.
Das bisherige Abschneiden der Elf von Nicola Soranno entspricht grundsätzlich den Erwartungen. Kilia hat sich in der Spitzengruppe etabliert und damit das erste große Saisonziel fest im Blick. Darüber hinaus bleibt die Aufstiegsrunde und damit der Kampf um die Meisterschaft in der Flens-Oberliga ein weiteres ambitioniertes Ziel.
Ob dieser Anspruch am Ende tatsächlich realistisch ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Dafür muss Kilia vor allem mehr Konstanz in seine Leistungen bekommen. Gelingt das, könnte die Mannschaft im Rennen mit Topfavorit Holstein Kiel II durchaus ein ernstzunehmender Konkurrent sein.
Doch zunächst gilt für die Kilianer: Step by step. Mit Phönix Lübeck II wartet am Samstag eine Mannschaft, bei der niemand genau weiß, welche Version auf dem Platz stehen wird.
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