Joker Tom Heldt führt Hattstedt im Nordfriesland-Derby zu 1:1 gegen den TSV Rantrum
Jan-Ole Bruhn (re., TSV Rantrum) brachte die Gäste in Hattstedt mit 1-0 in Front. Links Tom Wüllner (SpVg Eidertal). © 2025 Ismail Yesilyurt

Joker Tom Heldt führt Hattstedt im Nordfriesland-Derby zu 1:1 gegen den TSV Rantrum

von Ismail Yesilyurt·26. September 2026

Der TSV Hattstedt und der TSV Rantrum haben sich im Nordfriesland-Derby mit einem 1:1 (0:0) getrennt. Vor 225 Zuschauern entwickelte sich zunächst eine zähe Partie, ehe die Begegnung nach der Pause deutlich an Fahrt aufnahm. Rantrum ging durch Jan Ole Bruhn in Führung, doch Tom Heldt gelang in der 74. Minute der Ausgleich. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten zum Sieg.

Wenig Tempo und kaum Gefahr vor der Pause

Hattstedt war mit drei Siegen im Rücken in das Derby gegangen und wollte die Erfolgsserie vor heimischer Kulisse fortsetzen. Doch davon war im ersten Durchgang zunächst wenig zu sehen. „Die erste Halbzeit ist wirklich schwer zu beschreiben“, sagte TSV-Trainer Sebastian Kiesbye.

Rantrum agierte wie erwartet häufig mit langen Bällen, bevorzugt auf die linke Seite. Dort suchte die Mannschaft ihren schnellen Angreifer. „Da kam jetzt keinerlei Gefahr auf in der ersten Hälfte“, erklärte Kiesbye. Allerdings blieb auch Hattstedt offensiv vieles schuldig. Die Gastgeber vermissten laut ihrem Trainer die Spielfreude und Laufbereitschaft der vergangenen Wochen.

Auch Rantrums Coach Erik von Lanken sah eine ausgeglichene, aber chancenarme erste Halbzeit. „Keiner hat wirklich viel riskiert“, so der Trainer. Zwar habe seine Mannschaft einige gute Möglichkeiten über die rechte Seite gehabt, insgesamt aber sei die letzte Konsequenz gefehlt. „Die Durchschlagskraft und der Mut, vielleicht auch ganz nach vorne zu ziehen, hatten wir nicht.“

Rantrum geht nach der Pause in Führung

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie offener. Rantrum erwischte den besseren Start und belohnte sich in der 50. Minute mit der Führung. Nach einer Hereingabe konnte Hattstedts Torhüter Fynn Wachsmuth den Ball nur nach vorne abwehren. Jan Ole Bruhn reagierte am schnellsten und schob zum 1:0 ein.

Für Kiesbye war der Gegentreffer besonders ärgerlich. Seine Mannschaft habe bei der Flanke „völlig unsortiert“ gestanden. Nach der Parade des Torhüters sei zudem ein weiterer Rantrumer Spieler frei gewesen.

Die Führung brachte allerdings auch Hattstedt endgültig auf Betriebstemperatur. „Dann wachten wir so ein bisschen auf, fingen endlich an, ordentlichen Fußball zu spielen“, berichtete Kiesbye.

Hansen hält Rantrum im Spiel

In der Folge entwickelte sich eine intensive Phase, in der Rantrum den Vorsprung zunächst verteidigen konnte. Auf Seiten der Gastgeber gab es eine Phase von zehn Minuten “wo unser Torwart dreimal wirklich brillant halten muss und uns da auch im Spiel hält“, würdigte Kiesbye die Leistung seines Keepers Fynn Wachsmuth. Auch von Lanken hob seinen Schlussmann Timon Hansen später ausdrücklich hervor. Zwei- bis dreimal habe Hansen seine Mannschaft vor einem möglichen Rückstand gerettet.

Eine der größten Rantrumer Chancen vor dem 1:1 bot sich Damian Krause. Nach Vorlage von Kevin Henke nahm Krause den Ball direkt und setzte ihn Richtung Winkel. Wachsmuth verhinderte mit einer starken Parade den möglichen zweiten Treffer. „Das hätte das 2:0 sein müssen, können“, meinte von Lanken.

Joker Tom Heldt sorgt für den Ausgleich

Mit dem 1:1 war die Partie endgültig offen. Hattstedt erhöhte das Tempo und drängte in der Schlussphase sogar noch auf den Sieg. ,„Eine tolle Kombination über außen. Dennis Jeßat gab dann eine scharfe Hereingabe und Tom Heldt verwandelte ins leere Tor“, beschrieb Kiesbye den über die Außenbahn sauber gespielten Angriff.

Coach Sebastian Kiesbye (TSV Hattstedt) war nicht zufrieden mit dem Punktgewinn. © 2025 Ismail Yesilyurt

Hattstedt verpasst den späten Derbysieg

In den letzten Minuten hatte Hattstedt mehrfach die Gelegenheit, das Derby komplett zu drehen. Nach einem Eckball scheiterte ein Hattstedter per Seitfallzieher aus kurzer Distanz an Hansen. Kurz vor dem Abpfiff wurde es noch einmal turbulent: Mehrere Schüsse der Gastgeber wurden geblockt, ehe ein Hattstedter Angreifer frei im Fünfmeterraum zum Abschluss kam. Doch auch diese Möglichkeit blieb ungenutzt.

„Das hätte es noch mal sein können. Hätten wir dann tatsächlich noch mal jubeln können“, ärgerte sich Kiesbye.

Aus Sicht des Hattstedter Trainers wäre ein Sieg aufgrund der Spielanteile und der Chancen durchaus verdient gewesen. Entsprechend fiel sein Fazit trotz der nun vier Spiele andauernden Serie ohne Niederlage eher ernüchtert aus: „Dementsprechend bin ich eher enttäuscht, freue mich jetzt nicht über den Punkt.“

Beide Trainer können mit dem Punkt leben

Von Lanken bewertete das Ergebnis etwas gelassener. Nach der eigenen Führung habe Hattstedt viel Druck entwickelt, während Rantrum seinerseits zuvor die Chance auf das 2:0 gehabt habe. „In der Summe müssen wir am Ende dann mit dem 1:1 zufrieden sein“, sagte der Rantrumer Trainer.

Damit blieb es im Nordfriesland-Derby bei einer Punkteteilung. Hattstedt bleibt damit bereits im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. Für die Mannschaft von Sebastian Kiesbye geht es nun direkt mit dem nächsten Derby weiter: Am kommenden Spieltag steht die Auswärtsaufgabe beim TSV Frisia Risum-Lindholm auf dem Programm.

  • TSV Hattstedt: Fynn Wachsmuth – Ruven Jorden, Leon Poschkamp (33. Luca Sander (55. Tom Heldt)), Manuel Lorenzen, Tobias Wetzel – Mart Lewe Michelsen, Nico Thiesen, Ruda Jaber – Mirko Krueger (54. Oke Paulsen), Dennis Jeßat, Rinor Ademi (70. Niklas Ludwig),

  • Trainer: Sebastian Kiesbye

  • TSV Rantrum: Timon Hansen – Thies Clausen (78. Marvin Theede), Arne Harring, Marvin Matthiesen, Max Flemming – Brian Kliese, Jan Bruhn – Oke Flatterich (61. Gunnar Hermerding), Justin-Jason Pein (87. Louis Petersen), Kevin Henke – Damian Krause,

  • Trainer: Erik von Lanken

  • Schiedsrichter: Jan-Ole Ehlers (TSV Schafstedt)

  • Assistenten: Alexander Salviani, Tarje Lübbe

  • Zuschauer: 225

  • Tore: 0:1 Jan Ole Bruhn (50.), 1:1 Tom Heldt (74.)

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