Holsteins U17-Juniorinnen von Jannik Heitmann stören Handicaps
Emma Nentwich (Holstein Women U17) war eine große Stütze für ihr Team als Torhüterin, die auch aufgrund von Personalproblemen als Feldspielerin nominiert wurde. Fotos: © Ismail Yesilyurt

Holsteins U17-Juniorinnen von Jannik Heitmann stören Handicaps

von Michael Felke·23. Juni 2022

Nach nur einem Jahr ist das Abenteuer Bundesliga für die Holstein Women U17 beendet. Das Nachwuchsteam steigt als Vorletzter der Juniorinnen-Bundesliga Nord/Nordost in die Oberliga ab. Zwei Siege bei lediglich acht Punkten waren zu wenig, um die höchste Spielklasse zu halten.

„Insgesamt müssen sechs Vereine absteigen. Wir wussten von vorneherein, dass es für uns als Aufsteiger eine ganz, ganz schwere Aufgabe werden würde. Aber alle Spielerinnen haben sich weiter entwickelt. Es war ein sehr lehrreiches Jahr“, erklärt KSV-Trainer Jannik Heitmann, dessen Team sich zunächst das Ziel gesetzt hatte, möglichst schnell auf zehn Punkte zu kommen. Zum ersten Punktgewinn kam es jedoch erst am sechsten Spieltag, als der 1. FC Neubrandenburg 04 mit 3:1 geschlagen wurde. „Da hatten wir eine volle Bank, und alle Spielerinnen haben den unbedingten Willen gezeigt, unbedingt gewinnen zu wollen. Das war leider nicht immer so“, gibt Heitmann zu.

Cheftrainer Jannik Heitmann (mitte) hatte nach der Partie wenig Positives in seinem Heft stehen.

Cheftrainer Jannik Heitmann (mitte) schaute sehr oft nach, ob er genügend Speilerinnen hat.

Gerade die personellen Variationsmöglichkeiten fehlten – entweder verletzungsbedingt oder oft auch durch Ausfälle aus persönlichen Gründen. Heitmann musste häufig improvisieren. Ein Handicap, das in der Bundesliga kaum auszugleichen ist. „Es war schwer, eine Achse zu finden. Gerade die geringe Trainingsbeteiligung, die auch dem Abstellen von Spielerinnen geschuldet war, machte es unmöglich, spielerische Elemente einzustudieren“, hadert der Coach mit der Regelung, dass alle Spielerinnen, die in der Landesauswahl spielen wollen, ein Mal die Woche bei den Jungs mittrainieren müssen.

Höhepunkte gab es aber dennoch für die tapferen Kielerinnen, die im Spiel gegen den 1. FC Union Berlin (1:2), bei Turbine Potsdam (1:1) und beim Magdeburger FFC (2:2) nur knapp an einem Sieg vorbei schrammten. Herausragende Spielerinnen waren neben Angreiferin Karoline Meyer, die viel Pech hatte und Torhüterin Emma Nentwich, die sogar als Feldspielerin aushelfen musste, auch Leonie Kuhrt und Kaja Kienitz, die beide jedoch längere Zeit verletzt waren.

Karoline Meyer (li., Holstein Kiel) spielt den Pass vor Lizzy Weinkauf. Michael Felke

Karoline Meyer

Kaja Kienitz

Kaja Kienitz

Leonie Kuhrt

Leonie Kuhrt

Alle Spiele bestritt Jula Schweckendiek, die trotz Knieproblemen durchhielt. Nur die Hälfte aller Spiele bestritt die talentierte Mia Mohr, die oft bei den Jungs mittrainieren musste.

Jula Schweckendiek (re., Holstein Kiel) gegen Kira Bölke (Magdeburger FFC), die zum Ausgleich traf

Jula Schweckendiek (re.)

U15-Nationalspielerin Mia Mohr (mitte) musste verletzt raus, rechts Jula Schweckendiek sowie Sophia Schalke. © Ismail Yesilyurt

U15-Nationalspielerin Mia Mohr (mitte)

„Um in der Bundesliga bestehen zu können, müssen die Abläufe stimmen. Wir hätten eine wesentlich bessere Chance gehabt, wenn wir als eingespielter Verbund hätten auftreten können. Das Potential hatte die Mannschaft. Einige Spielerinnen sind sogar für andere Bundesligisten interessant geworden. Sophia Schalke zum Beispiel wechselt zur SpVg Aurich“, spricht Holstein Trainer Jannik Heitmann trotz aller Widrigkeiten nicht von einem verloren Jahr. Karoline Meyer, Emma Nentwich, Fabienne Laborn und Leonie Kuhrt werden aufgrund ihrer Anlagen und guter Leistungen kommende Saison zum Kader der eigenen Regionalliga-Mannschaft stoßen. Sie alle werden dann von ihren Erfahrungen profitieren.

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