Hohenwestedt landet Befreiungsschlag mit 5:4-Erfolg in Oldenburg
Tim Sienknecht (Hohenwestedt) hier gen Noah Awuku (VfR Neumünster) spielte diesmal Außenverteidiger. © 2026 Olaf

Hohenwestedt landet Befreiungsschlag mit 5:4-Erfolg in Oldenburg

von Olaf Wegerich·24. Oktober 2026

Fußballwahnsinn beim Oldenburger SV in der Flens-Oberliga: Neun Treffer, zwei Hinausstellungen und ein vergebener Elfmeter sind die nackten Zahlen bei einem Riesenspektakel am Schauenburger Platz. Nach neunzig kurzweiligen Minuten dürfen aber die Gäste vom MTSV Hohenwestedt nach einem schwer erkämpften 5:4-Erfolg (1:3) beim Oldenburger SV ihren dritten Saisonsieg bejubeln. Bereits zur Pause schien das Duell für die Gastgeber mit einer scheinbar sicheren 3:1-Führung entschieden, doch dann meldete sich der stark aufspielende MTSV nach dem Seitenwechsel eindrucksvoll zurück und entführte drei wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Durch den Sieg gelingt dem MTSV ein Riesensprung vom Tabellenende auf den 12. Platz. Der Oldenburger SV kassiert die dritte Heimpleite, bleibt aber weiterhin auf dem 9. Platz.

Die stark abstiegsgefährdeten Gäste begannen mit einer 4-1-4-1-Formation, wobei Tim Sienknecht diesmal als Außenverteidiger eingesetzt war und Thies Kochanski als einziger Sechser agierte.

Sobotta trifft zur frühen Führung

Die Partie auf dem kleinen Kunstrasenplatz in Oldenburg begann wie das Wetter stürmisch. Bereits der erste Angriff der Gastgeber über die rechte Seite – von Silas Bünning schön vorbereitet – brachte durch Marcel Sobotta (1.) den Führungstreffer.

Schaller trifft postwendend zum Ausgleich

Doch die Gäste hatten schnell die passende Antwort parat: Unmittelbar nach dem Anstoß kann sich Fabian Engbrecht – die bis dahin einzige Sturmspitze der Gäste – schön über die linke Seite durchsetzen und bedient den einlaufenden Mats Schaller (2.), der aus wenigen Metern den 1:1-Ausgleichstreffer erzielen kann. Der Ex-Heider Schaller spielte diesmal nicht in der Spitze, sondern wurde auf der Achterposition eingesetzt.

Silas Bünning mit der erneuten Führung

Aber die Gastgeber zeigen sich durch den Ausgleichstreffer wenig beeindruckt und versuchen, durch aggressives Anlaufen und energisches Pressen weiter Stress beim MTSV zu verursachen. Das gelingt dem offensiv mit großer Qualität ausgestatteten Oldenburger SV weiterhin auch sehr gut, denn nach Vorarbeit von Heinrich Lunau gelingt Silas Bünning (16.) der erneute Führungstreffer.

Sobotta baut die Führung aus

Noch vor der Pause kann die Mannschaft von Trainer Florian Stahl nach einem überragenden Solo von Silas Bünning den Treffer zum 3:1 durch den Doppeltorschützen Marcel Sobotta (40.) nachlegen.

Bei einem stark aufspielenden Oldenburger SV glänzten bis dahin Doppeltorschütze Marcel Sobotta und Silas Bünning, der einen Treffer selbst erzielen konnte und zwei weitere vorbereitete.

Um dem Spiel eine Wende zu geben, nahm MTSV-Trainer Arend Müller in der Pause einige Umstellungen vor und stellte auf eine 3-5-2-Formation um. Dabei agierten die beiden Youngster Arsenij Ksenofontov und Lennard Möller als Doppelspitze, was sich schnell als ein kluger Schachzug erweisen sollte.

Rico Mielke vom Oldenburger SV, hier gegen Valton Mehmeti (Holstein Kiel II), wurde des Feldes verwiesen © 2026 Ismail Yesilyurt

Ksenofontov mit dem Anschlusstreffer

Erst fünf Minuten waren nach dem Seitenwechsel absolviert, da fruchtete die Maßnahme zum ersten Mal: Nach einem Steckpass von Kapitän Tjark Sievers kann Arsenij Ksenofontov (50.) auf 2:3 verkürzen.

Freistoß von Sievers bringt den Ausgleich

Und die Gäste, die nun deutlich das Kommando übernahmen, blieben am Drücker. Wieder einmal ist es ein Freistoß von Tjark Sievers (61.) aus gut 25 Metern scharf vor das Tor getreten, der zum 3:3-Gleichstand einschlägt.

Doch was dann binnen sieben Minuten passiert, schlägt dem Fass den Boden aus und bringt die Gäste endgültig auf die Siegerstraße.

Zunächst sieht der Oldenburger Luca Neumann (72.) nach wiederholtem Foulspiel an Thies Kochanski die Ampelkarte.

Sievers verwandelt Handelfmeter – Mielke sieht glatt Rot

Drei Minuten später sind die Gastgeber plötzlich nur noch zu neunt, als Rico Mielke bei einem Klärungsversuch nach einer scharfen Hereingabe von Lennard Möller die Hand zur Hilfe nimmt und der Ball anschließend gegen die Latte klatscht. Schiedsrichter Tom Pasewald hatte Rico Mielke bei der Aktion als den letzten Mann der Oldenburger ausgemacht und zeigte ihm glatt die Rote Karte. Den fälligen Handelfmeter verwandelt Tjark Sievers (75.) sicher zur erstmaligen Führung der Gäste.

Macius Dahm und der MTSV Hohenwestedt konnten ihren ersten Ausweärtssieg feiern. © 2026 Olaf Wegerich

Möller trifft zum 5:3

In doppelter Überzahl drängt der MTSV auf die Vorentscheidung, und die gelingt nur 120 Sekunden später: Nach einem Steckpass von Mats Schaller durch die Kette läuft Lennard Möller (79.) ein und trifft flach in das linke Eck zum 5:3.

Cordes pariert Handelfmeter von Sievers

Doch anstelle einer entspannten Schlussphase wird es noch einmal richtig spannend, denn nach einem erneuten Handspiel – diesmal von Robin Bünning, der nach einer Hereingabe von Felix Ploog am Handgelenk getroffen wurde – scheitert Tjark Sievers beim fälligen Strafstoß am glänzend reagierenden Cedric Cordes, der damit die endgültige Entscheidung vertagt.

Matty Möller kann noch einmal verkürzen

Da die Gäste zwei weitere Überzahlsituationen unsauber ausspielen, gelingt dem spät eingewechselten Matty Möller (89.) nach einem Missverständnis in der Hohenwestedter Hintermannschaft sogar noch der 4:5-Anschlusstreffer.

Und Matty Möller hätte sogar zum Helden der weiterhin aufopferungsvoll dagegenhaltenden Heimmannschaft werden können, doch in der Nachspielzeit steht dem möglichen Ausgleich der Pfosten im Wege.

Trainer Arend Müller (MTSV Hohenwestedt):

„Das war ein dreckiger Sieg. Durch den Erfolg haben wir einen Riesenschritt gemacht. Aufgrund der zweiten Halbzeit, in der wir an einigen Stellschrauben gedreht haben, ist der Sieg aber absolut verdient. Die Umstellungen zur Pause hat die Mannschaft gut umgesetzt. Mit dem verschossenen Elfmeter haben wir die Vorentscheidung verpasst. Unsere Youngster Ksenofontov und Möller waren sehr präsent. Wir wussten, dass es auf dem kleinen Platz ein sehr wildes Spiel werden wird, in dem alles passieren kann. Es ist unfassbar schwer auf diesem Platz. Endlich haben wir uns mit Toren und Punkten belohnt.“

Dennis Jera, sportlicher Leiter beim MTSV Hohenwestedt:

„Es wurde Zeit, dass die Jungs sich belohnen. Wir haben immer sehr knapp verloren. Da ist von der Mannschaft ordentlich was an Last abgefallen. Wir haben die ganze Woche auf Kunstrasen trainiert und uns intensiv auf das Spiel vorbereitet.“

Oldenburger SV: Cordes – Kränzke (67. Wölk), Müller (82. Möller), Robin Bünning, Lunau – Mielke, Sobotta, Neumann, Salke (82. Wellendorf) – Junge, Silas Bünning.

Trainer: Florian Stahl.

MTSV Hohenwestedt: Schultz – Sienknecht (86. Ploog), Schnoor, Dahm, Pingel (86. Struve) – Kochanski – Sierks, Tjark Sievers, Schaller, Ksenofontov – Engbrecht (46. Möller).

Trainer: Arend Müller.

Schiedsrichter: Tom Pasewald (TSV Flintbek).

Assistenten: Jannik Kindt und Luan Grütter.

Zuschauer: 100 auf dem Kunstrasen am Schauenburger Platz in Oldenburg.

Gelb-Rote Karte für Luca Neumann (71., Oldenburger SV) nach wiederholtem Foulspiel.

Rote Karte für Rico Mielke (74., Oldenburger SV) nach Handspiel im Strafraum (vom Schiedsrichter als letzter Mann gewertet), das zum ersten Elfmeter für die Gäste führte.

Bes. Vorkommn.: Cedric Cordes (88.) hält Handelfmeter von Tjark Sievers.

Tore: 1:0 Marcel Sobotta (1.), 1:1 Mats Schaller (3.), 2:1 Silas Bünning (16.), 3:1 Marcel Sobotta (40.), 3:2 Arsenij Ksenofontov (50.), 3:3 Tjark Sievers (61.), 3:4 Tjark Sievers (75., Handelfmeter), 3:5 Lennard Möller (80.), 4:5 Matty Möller (90.)

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