Hoffnungsschimmer: SG GO hält den Strohhalm mit 2:1 gegen Preetz fest
Abwehrspieler Kevin Beuck und Preetzer TSV hatten in der zweiten Halbzeit einiges an Arbeit. © 2025 Ismail Yesilyurt

Hoffnungsschimmer: SG GO hält den Strohhalm mit 2:1 gegen Preetz fest

von Ismail Yesilyurt·22. April 2026

Die SG Oldenburg/Göhl lebt noch! In einem Nachholspiel am Dienstagabend beim Preetzer TSV sicherte sich die Spielgemeinschaft einen extrem wichtigen 2:1-Erfolg und schöpfte damit frische Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg aus der Verbandsliga Ost. Trotz der prekären Tabellensituation auf Platz 14 bewiesen die Gäste, dass die „Restwahrscheinlichkeit“ auf den Klassenerhalt für sie mehr als nur eine theoretische Größe ist.

Vor allem die Moral der stark verjüngten Truppe, die durch mehrere A-Jugendliche verstärkt wurde, beeindruckte. Co-Trainer Jens Theuerkauf blickte nach dem Abpfiff stolz auf die Einstellung seiner Jungs: „Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wir die Tabelle einfach Tabelle sein lassen. Ich habe daran appelliert, dass jeder eben Fußballer ist und jedes Spiel gewinnen will. Das haben die Jungs wirklich gezeigt.“

Psychologischer Nackenschlag kurz vor der Pause

Die ersten 45 Minuten im Preetzer Stadion gestalteten sich weitestgehend ausgeglichen. Während Preetz durch Alexander Frank und Co. leichte Vorteile beim Chancenverhältnis verbuchte, hielt SG-Schlussmann „Mikey“ Benecke seine Farben mit starken Paraden im Spiel. Theuerkauf verglich die Leistung scherzhaft mit einem Titanen: „Mikey hat wie früher Oliver Kahn pariert – ein guter Torwart hält eben mit allen Körperteilen, in diesem Fall mit dem Kopf.“

Dennis Kowski (SG Oldenburg-Göhl). © 2025 Ismail Yesilyurt

Schütze des 1:0 – Dennis Kowski (SG Oldenburg/Göhl). © 2025 Ismail Yesilyurt

Praktisch mit dem Halbzeitpfiff folgte dann der Schock für die Gastgeber. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete Oldenburg blitzschnell um. Dennis Kowski, der Routinier in der Startelf, behielt die Nerven und überloppte den Preetzer Keeper zum 1:0 (45.). Preetz-Coach Fabian Doege ärgerte sich über die Entstehung: „Irgendwie eine Ping-Pong-Aktion, der Ball landet vor den Füßen des Stürmers und der chippt ihn über den Torwart.“

Eigentor-Pech und mangelndes Energielevel der Schusterstädter

Die Hoffnung des TSV, nach dem Seitenwechsel das Ruder herumzureißen, wurde jäh im Keim erstickt. Nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff erhöhten die Gäste auf 2:0. Nach einem Freistoß von Mika Wölk drückte Connor Prüß so energisch nach, dass Tim Schanko den Ball unglücklich ins eigene Netz lenkte (51.).

In der Folge entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor – allerdings war es das Tor der Preetzer, das unter Druck geriet. Oldenburg/Göhl verpasste es mehrfach, durch Dennis Breuer oder Mika Wölk den Sack endgültig zuzumachen. Doege fand deutliche Worte für den Auftritt seiner Elf im zweiten Abschnitt: „Vom Energielevel, von tiefen Laufwegen, von Kombinationen und vom Spielwitz insgesamt war es ein schlechter Auftritt von uns. Wir haben das Spiel verdient verloren.“

Moritz Danberg (li., Preetzer TSV) im laufduel gegen Delpiero Bamm (Probsteier SG). © 2025 Ismail Yesilyurt

Moritz Danberg (li., Preetzer TSV), im Laufduell gegen Delpiero Bamm (Probsteier SG), und Co entwickelten zu wenig Krevität. © 2025 Ismail Yesilyurt

Ein Sieg für die Moral – Startschuss für die Zukunft?

Zwar gelang Phil Windmüller in der Nachspielzeit (90.+4) noch der Anschlusstreffer zum 1:2, doch für eine Aufholjagd war es zu spät. Während der Preetzer TSV, der in der zweiten Hälfte zwei Mal eine fünfminütige Hochphase hatte, als Tabellenneunter aufpassen muss, nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten, feiert Oldenburg/Göhl einen „Sieg des Willens“.

Ob es am Ende für die Relegation reicht, bleibt bei nur noch fünf ausstehenden Spielen fraglich. Jens Theuerkauf resümierte fast schon philosophisch mit Blick auf den kommenden Trainerwechsel mit dem neuen Coach Mario Markmann: „Wenn das heute gefühlt der Startschuss war, dann ist es ja auch schon mal was.“

Stimmen zum Spiel

Preetzer TSV: Klonikowski – Beuck, Doege, Ziebell (63. Fene), Schanko (68. Kocks) – Moritz Danberg, Müller (68. Kalouf), Windmüller, Tonn, Schulze (74. Kabus) – Alexander Frank (68. Schütt).
Trainer: Fabian Doege.
SG Oldenburg/Göhl: Benecke – Sarau, Zedlewski, Viehrig – Röhrle (87. Janner), Wellendorf – Prüß, Wölk, Kowski (70. Marco Doormann), Jano (78. Tim Doormann) – Röben-Müller (79. Bräuer).
Trainer: Martin Kofski.
SR: Moritz Meier (TSV Neustadt).
Ass.: Florian Uchneytz, Tino Seßelberg.
Z.: 50.
Tore: 0:1 Dennis Kowski (45.), 0:2 Tim Schanko (51., ET), 1:2 Phil Windmüller (90.+4).

Tabelle Verbandsliga Ost

Pos

Verein

Sp.

Tore

Pkt.

1

SVG Pönitz

24

68:44

49

2

Heikendorfer SV

23

47:16

44

3

Probsteier SG 2012

24

73:44

43

4

SG Sarau / Bosau

24

47:41

39

5

Wiker SV Kiel

22

43:34

37

6

SpVg Eidertal Molfsee II (Auf)

24

66:54

35

7

Kieler MTV (Auf)

20

42:31

33

8

TSV Altenholz (Ab)

24

58:53

32

9

Preetzer TSV (Ab)

21

40:35

32

10

TSV Plön

25

51:52

32

11

MTV Dänischenhagen

22

36:50

30

12

TSV Flintbek

24

37:48

28

13

Suchsdorfer SV

21

34:48

25

14

SG Oldenburg / SV Göhl II

22

36:66

18

15

TSV Gremersdorf (Auf)

24

26:88

9

16

TSV Bordesholm zg. (Ab)

0

0:0

0

Stimmen zum Spiel

Jens Theuerkauf (Co-Trainer SG Oldenburg-Göhl)

Fabian Doege (Trainer Preetzer TSV)

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