
Heiligenstedten feiert überraschenden 6:2-Befreiungsschlag gegen Klausdorf
Der TSV Heiligenstedten hat im Kampf um den Klassenerhalt ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Der Aufsteiger bezwang den TSV Klausdorf überraschend deutlich mit 6:2 (2:2) und feierte damit den sehnlich erwarteten zweiten Saisonsieg. Während die Gastgeber durch den Erfolg den Kontakt zum rettenden Ufer herstellen, mussten die Klausdorfer nach zuletzt 2:4 gegen den Spitzenreiter den nächsten Rückschlag hinnehmen.
Dabei sah es zunächst überhaupt nicht nach einem Heiligenstedtener Befreiungsschlag aus. Doch die Mannschaft von Stefan Pohlmann zeigte nach einem frühen Rückstand eine starke Reaktion und drehte die Partie nach der Pause mit einem regelrechten Offensivfeuerwerk.
Früher Rückstand, starke Antwort
Klausdorf erwischte den besseren Start und ging bereits nach zwei Minuten in Führung. Jonathan Beeck traf nach einem frühen Standard zum 1:0. Für Heiligenstedten war es ein denkbar ungünstiger Beginn.
Nach dem 1-0 von Innenverteidiger Jonathan Beeck war die Fußballwelt für den TSV Klausdorf noch in Ordnung. © 2026 Ismail Yesilyurt
Doch die Gastgeber ließen sich davon nicht beeindrucken. „Die Moral dieser Truppe sieht man dann an der Reaktion der Mannschaft“, lobte Pohlmann seine Spieler. Die Mannschaft habe sich im Verlauf der ersten Halbzeit „richtig reingesteigert“.
In der 21. Minute fiel der verdiente Ausgleich. Konrad Smukowski war nach einem Eckball zur Stelle und köpfte zum 1:1 ein. Nur acht Minuten später drehte Heiligenstedten die Partie komplett. Momo Steinmann setzte Sascha Behrens in Szene, Nick Müller ließ den Ball clever passieren und Behrens vollendete zum 2:1.
Klausdorf schlägt vor der Pause zurück
In dieser Phase schien Heiligenstedten das Spiel endgültig an sich zu reißen. Steven Bolln hatte sogar zweimal die große Möglichkeit, die Führung auszubauen. Beide Male lief der Angreifer alleine auf den Klausdorfer Torwart zu, ließ die Chancen jedoch liegen.
„Da waren wir drauf und dran, das Spiel komplett in unsere Richtung zu kippen“, sagte Pohlmann. Stattdessen schlug Klausdorf zurück. Finn Luca Schwee traf in der 34. Minute per Kopf zum 2:2.
TSV-Trainer Dennis Trociewicz sah seine Mannschaft anschließend in ihrer besten Phase. „Von der 30. bis zur 45. Minute hatten wir dann unsere deutlich beste Phase“, erklärte er. Phil Baumgarn und Tim Hartlep hatten sogar weitere große Möglichkeiten zur erneuten Führung.
So ging es mit einem 2:2 in die Halbzeit. Für Heiligenstedten war trotz der vergebenen Chancen noch alles möglich.
Nach der Pause fängt sich Klausdorf Konter ein
Pohlmann nutzte die Halbzeit, um die angesprochenen Themen noch einmal zu verdeutlichen. Die Wirkung war unmittelbar zu sehen. In der 55. Minute brachte Luke Clasen den Aufsteiger erneut in Führung. Klausdorf hatte danach durchaus die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich. Doch Torhüter Nils Witten entwickelte sich zum entscheidenden Rückhalt der Gastgeber und verhinderte nicht nur einmal das 3:3.

Torwart Nils Witten (TSV Heiligenstedten) sorgte mit einer starken Leistung dafür, dass die Führung nicht fiel. © 2026 Ismail Yesilyurt
„Der glänzend aufgelegte Torwart Nils Witten konnte diese wunderbar parieren“, hob Pohlmann die Leistung seines Schlussmanns bei den Klausdorfer Chancen hervor.
Bolln, Magheli und Bolten machen alles klar
Stattdessen schlug Heiligenstedten im Umschaltspiel eiskalt zu. In der 67. Minute war Steven Bolln zur Stelle und erhöhte auf 4:2.
Damit war der Widerstand der Klausdorfer, bei denen in der Defensive die erfahrenen Stabilisatoren Lukas Göttsch und Daniel Grossmann schmerzlichst vermisst wurden, weitgehend gebrochen. Trociewicz fand für die zweite Hälfte deutliche Worte: „Immer ausgekontert worden, Heiligenstedten jeder, tatsächlich jeder Torschuss ein Treffer.“ Besonders ab der 60. Minute sei das, was seine Mannschaft angeboten habe, „einfach nur noch bodenlos“ gewesen.
Heiligenstedten nutzte die Räume dagegen konsequent. In der 85. Minute erhöhte Junes Magheli, noch A-Jugend-Kicker, auf 5:2. Nur zwei Minuten später setzte Marlon Bolten mit dem 6:2 den Schlusspunkt.
„Endlich in Punkte umgemünzt“
Der zweite Saisonsieg war für Pohlmann mehr als nur ein Erfolg in der Tabelle. Seit Wochen habe sich seine Mannschaft im Training und spielerisch kontinuierlich entwickelt, ohne dies in den Ergebnissen widerspiegeln zu können.

Das 4-2 durch Steven Bolln (TSV Heiligenstedten) versetzte dem TSV Klausdorf einen wirkungsvollen Treffer. © 2026 Ismail Yesilyurt
„Die Jungs haben wirklich in den letzten drei, vier, fünf Wochen richtig, richtig großartige Schritte nach vorne gemacht“, sagte der Trainer. Umso größer war nun die Erleichterung. Der 6:2-Erfolg sei „völlig verdient, auch in der Höhe verdient“.
Für den TSV Heiligenstedten geht es nun darum, den Schwung mitzunehmen. „Jetzt dürfen wir nicht nachlassen“, mahnte Pohlmann. In den kommenden ein, zwei Wochen müsse die Mannschaft nachlegen, „um dann diesen Trend, den wir heute endlich in Punkte umgemünzt haben, auch fortzusetzen“.
Klausdorf muss dagegen nach zwei Niederlagen in Folge schnell wieder in die Spur finden. Der Kontakt zum Spitzenduo der Landesliga Schleswig mit dem TSV Kronshagen und Inter Türkspor Kiel ist durch den überraschenden Ausrutscher in Heiligenstedten weiter abgerissen.
Stimmen zum Spiel
TSV Heiligenstedten: Nils Witten – Fabian Koopmann (87. Christian Klatte), Horatio Schultz, Konrad Smukowski, Yannick Wulf (90. Arthur Kunz) , Steven Bolln – Marlon Bolten, Moritz Steinmann, Nick Müller (77. Jan Zemke) – Luke Clasen (71. Kjell Maurice Butzke), Sascha Behrens (82. Junes Magheli)
Trainer: Stefan Pohlmann
TSV Klausdorf: Joe Gabriel – Nils Adjamgba (46. Kevin Link), Jonathan Beeck (46. Leon Petersen), Michel Petersen, Tim Hartlep (77. Constantin Spliedt) – Finn Schwee, Linus Knöfel (56. Lennart Bossen), Stian-Petter Waschko – Phil Baumgarn (71. Arda Ekti), Driton Gashi, Leon Mordhorst
Trainer: Dennis Trociewicz
Schiedsrichter: Lutz Jessen (IF Stj. Flensborg)
Assistenten: Danny Opitz, Pelle Preuß
Zuschauer: Keine Angabe
Tore: 0:1 Jonathan Beeck (2.), 1:1 Konrad Smukowski (21.), 2:1 Sascha Behrens (29.), 2:2 Finn Luca Schwee (34.), 3:2 Luke Clasen (55.), 4:2 Steven Bolln (67.), 5:2 Junes Magheli (85.), 6:2 Marlon Bolten (87.)
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!