
Heikendorfer SV erlebt „unterirdischen“ Auftritt gegen Eidertal Molfsee
Der Heikendorfer SV hat vor heimischem Publikum eine der schwärzesten Stunden seiner jüngeren Geschichte erlebt. Gegen die SpVg Eidertal Molfsee setzte es eine deutliche 0:4-Niederlage, die Trainer Mark Hungerecker als „unterirdisch“ und „katastrophal“ bezeichnete. Die Gäste aus Molfsee feierten dagegen einen hochverdienten Auswärtssieg.
Hungerecker: „Schlechtestes Spiel seit drei Jahren“
Für den Heikendorfer Trainer war das Spiel gegen einen Gegner aus dem unteren Tabellendrittel eine herbe Enttäuschung. „Hochverdienter Sieg für Molfsee“, sagte Hungerecker und sprach von der „knapp oder knapp über drei Jahre, die ich jetzt in Amtszeit bin, das schlechteste Spiel von uns“.
Die Gründe für die Niederlage sah der HSV-Coach in allen Mannschaftsteilen: „Hat überhaupt nichts gepasst, keine Einstellung zum Spiel.“ Besonders schmerzhaft fiel für ihn der Kontrast zum überzeugenden 1:0-Auftritt am Dienstag bei Rot-Schwarz Kiel ins Gewicht: „Wo wir noch überzeugend gewinnen können und die richtige Mentalität hatten, haben wir heute anscheinend alles zu Hause gelassen.“
Hungerecker fasste sein Fazit drastisch zusammen: „Also ich glaube, wir hätten heute eher im Bett bleiben sollen alle. Katastrophaler Auftritt und verdiente Niederlage in so einem wichtigen Spiel.“
Gute Chancen früh vergeben, danach nur Enttäuschung
Der HSV startete nicht ohne Möglichkeiten. Ein Freistoß von Jannik Menken und ein Torschuss von Lucas Deutschmann an die Unterlatte brachten in der Anfangsphase Hoffnung auf einen anderen Verlauf. „Wenn einer von den beiden reingeht, vielleicht geht das Spiel anders aus“, sagte Hungerecker.
Doch nach dem 0:1 durch Luca Schemborski in der 28. Minute brach die Heikendorfer Leistung zusammen. Hungerecker kritisierte das „schlechte Zweikampfverhalten“ und monierte, dass sich seine Mannschaft nach der Pause „wie eine Amateurmannschaft“ angestellt habe. Der Elfmeter durch Kristof Koop zum 0:2 besiegelte die Partie früh. „Danach kam dann wirklich gar nichts mehr von uns“, so der Trainer. Sein Urteil war unmissverständlich: „So kann man nicht auftreten in der Landesliga.“
Molfsee geht „hohes Risiko“ mit junger Mannschaft
Während beim Gastgeber die Stimmung im Keller war, herrschte bei den Gästen Euphorie. Heiko Dukats-Jadwizak zeigte sich „total glücklich“ über den 4:0-Erfolg. Besonders stolz war er auf die Umsetzung seines Spielplans durch eine sehr junge Mannschaft.
„Heute volles Risiko oder hohes Risiko gegangen“, sagte Dukats-Jadwizak. Die Aufstellung enthielt neben Leif Celik (34 Jahre alt), Enis Jashari (27) und Kristof Koop (26) mehrere Spieler der Jahrgänge 2006 und 2007 sowie einen A-Jugendlichen. „Hat mich gefreut, dass sie das tatsächlich so umgesetzt haben, wie wir uns das vorgenommen haben.“
Leif Celik (SpVg Eidertal Molfsee), hier gegen Jan-Eric Kränzke (re., Oldenburger SV), war der Methusale in einem Team voller Benjamins. © 2025 Ismail Yesilyurt
Molfsee bissiger und zielstrebiger
Zu beginn der Partie begleitete die Gäste Fortuna.„Aber danach glaub ich, dass wir ein bisschen bissiger waren“, sagte Dukats-Jadwizak. Nach zehn bis fünfzehn Minuten habe seine Mannschaft „die immer unter Druck gesetzt“ und sei „gefährlich“ gewesen.
„Zugelassen haben wir tatsächlich den Lattenkracher. Ich kann mich sonst an keine Chance erinnern“, so der Trainer der Gäste. Auch als Heikendorf nach der Pause den Anschluss suchte, blieb Molfsee durch Konter gefährlich. „Vier gegen eins und dann trotzdem kein Tor“, monierte Dukats-Jadwizak zwar eine der Möglichkeiten, betonte aber: „Wir hatten übers Spiel gesehen auch die klareren Chancen.“
Alle an einem Strang gezogen
Für Dukats-Jadwizak war der Erfolg vor allem eine Mannschaftsleistung: „Dass alle an einem Strang gezogen haben.“ Er zeigte sich „total froh, zufrieden, dass die Mannschaft das, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt haben“.
Die Tore für Molfsee erzielten neben Schemborski (28.) Kristof Koop per Elfmeter (49.), Leif Celik (65.) und Joel Prempeh ebenfalls vom Punkt (86.).
Aufarbeitung gefordert
Beim Aufsteiger Heikendorfer SV steht nun eine klare Aufarbeitung an. Hungerecker betonte die Bedeutung der kommenden Aufgaben: „Das Spiel gilt es jetzt einmal klar aufzuarbeiten unter der Woche, denn es stehen zwei Spiele, zwei wichtige Spiele an und da müssen wir ein anderes Gesicht zeigen.“ Zunächst reist der HSV (11 Punkte), aktuell auf Platz 11 zu finden, zum nächsten Sechs-Punkte-Spiel zum Tabellen-14. Friedrichsberg-Busdorf. Die Woche darauf erwartet die Hungerecker-Truppe den Tabellen-13. TSV Rantrum.
Dukats-Jadwizak, der mit seine Team mit 9 Punkten auf Platz 12 steht, blickte dagegen zufrieden nach vorn: „Ich bin glücklich und freue mich und jetzt gucken wir mal, was die nächsten Spiele bringen.“ Wobei am kommenden Samstag das Derby gegen den Tabellenzweiten Inter Türkspor Kiel ein Bonusspiel darstellen dürfte. Viel wichtiger ist die Begegnung am 12. Spieltag beim Kellerkind TSV Heiligenstedten.
Stimmen zum Spiel
Heikendorfer SV: Maximilian Müller – Tim Markwardt (46. Javen Jahnke), Bo Bauer (46. Julius von Ketelhodt), Nico Heinrich, Linus Mordhorst – Ronny Palm (77. Lorenz Botschatzke) – Yannick Meenken, Tim Mordhorst (77. Oliver Schmeling), Timo Martens, Lukas Deutschbein (46. Lucas Deutschbein) – Dennis Lühr
Trainer: Mark Hungerecker
SpVgg Eidertal Molfsee: Kim Kuckella – Jascha Puhlmann, Leif Celik, Arda Capat, Jonathan Okhotor – Carlo Heun – Joel Prempeh (87. Johannes Kristen), Enis Jashari (87. Paul Vones), Alexander Root (46. Nikita Podlipnikov), Luca Schemborski (70. Makar Mynzu) – Kristof Koop (79. Tom Braesch)
Trainer: Heiko Dukats-Jadwizak
Schiedsrichter: Mats Stahlberg (Eintr. Lübeck)
Assistenten: Lukas Klingelhöfer, Khaled El-Rifai
Zuschauer: 187
Tore: 0:1 Luca Schemborski (28.), 0:2 Kristof Koop (49., Elfmeter), 0:3 Leif Celik (65.), 0:4 Joel Prempeh (86., Elfmeter)
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