
Heider SV setzt mit Arbeitssieg Siegesserie fort
Ohne groß zu glänzen, konnte der Heider SV am 14. Spieltag der Flens-Oberliga vor nur knapp 200 Zuschauern im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße bei Dauerregen und stürmischen Böen einen 3:1 (1:0)-Arbeitssieg gegen die U21 des VfB Lübeck einfahren. Zumindest begünstigt wurde der dritte Sieg in Serie durch eine glatte Rote Karte gegen den Lübecker Orgen Marashi wegen groben Foulspiels gegen Patrick Storb unmittelbar nach der Pause. Durch den erneuten Erfolg konnten die Dithmarscher den 6. Platz festigen und sind nach Punkten mit dem TSB Flensburg und dem TuS Rotenhof gleichgezogen. Trotz einer ansprechenden Leistung rutschte die U21 des VfB Lübeck auf den letzten Platz.
Heide ohne den erkrankten Gieseler
Das Spiel begann für den Heider SV unter schlechten Vorzeichen. Völlig überraschend mussten die Gastgeber auf den erkrankten Kapitän Jonah Gieseler verzichten. Dafür rückte der junge Hark Dreyer in die Startelf. Fabian Arndt stand nach überstandener Rückenverletzung ebenso im Kader wie Christopher Buchtmann, der ja schon in Eckernförde zu einem Kurzeinsatz kam. Auch Arndt kam später noch zu Einsatzminuten.
Storb köpft zur frühen Führung ein
In der ersten Hälfte taten sich die Gastgeber bei starkem Gegenwind in einem oft sehr zerfahrenen Spiel schwer, einen geordneten Spielaufbau hinzubekommen. Dennoch gelang es den Dithmarschern, früh in Führung zu gehen: Nach einem von Mathis Harms präzise getretenen Eckball konnte Patrick Storb (8.) nahezu ungehindert zum Führungstreffer einköpfen. Für Abwehrchef Storb, der heute die Kapitänsbinde trug, war es der zweite Saisontreffer.
Bei den extremen Wetterverhältnissen taten sich die Gastgeber weiter schwer, konnten aber gute Möglichkeiten durch Hendrik Fleige, der eine scharfe Hereingabe von Mathis Harms nur knapp verpasste, und Marwan Abduljabar, der aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf, nicht nutzen.
So kam es, dass die spielfreudige und kombinationsstarke U21 des VfB Lübeck mit dem Wind im Rücken wiederholt in der Heider Hälfte auftauchte und mit Standards für Gefahr sorgte, doch klare Torchancen konnte sich die Mannschaft von Trainer Oliver Stutzky dabei nicht herausspielen.
Marashi sieht die Rote Karte
Unmittelbar nach der Pause kommt es dann zu einem groben Foulspiel durch den Lübecker Orgen Marashi gegen Patrick Storb, bei dem sogar der Ball platzt und das Schiedsrichter Falk Schmidt vom TSV Gadeland rigoros mit einer glatten Roten Karte ahndet.

Marwan Abduljabar belohnt sich mit dem ersten Oberligatreffer für den Heider SV. © 2026 Heider SV
Torpremiere für Abduljabar
Nur vier Minuten später gelingt dem erst 17-jährigen Marwan Abduljabar (53.) in seinem 13. Oberligaspiel der erste Treffer in der Flens-Oberliga. Auch dieser Heider Treffer wurde von Mathis Harms, der sich über die rechte Seite durchgetankt hatte und dann von der Grundlinie in den Rückraum auf Abduljabar abgelegt hatte, mustergültig vorbereitet; dieser traf dann mit einem trockenen Schuss aus gut 14 Metern.
Heider Chancenwucher
In der Folge verpassten die Gastgeber es fast fahrlässig, in Überzahl für klare Verhältnisse zu sorgen, denn sowohl der eingewechselte Marvin Wolf (62.) wie auch Hendrik Fleige (67.), die beide am Lübecker Torhüter scheiterten, verpassten es, den Ball im Tor unterzubringen. Eine weitere Glanztat vollbrachte Wladimir Ereschenko im VfB-Tor, als er einen Distanzschuss von Patrick Storb aus gut 25 Metern mit einer starken Parade über die Latte lenkte.
Abgesehen von den sich durchaus bietenden Torchancen haben die Dithmarscher es zudem mehrfach versäumt, ihre Überzahlsituationen vernünftig und sauber auszuspielen.

Thede Reimers hier mit Patrick Storb (links) und Tarek von Böhlen und Hendrik Fleige (Heider SV) hat etwas zu beanstanden. © 2026 Heider SV.
Schwoon mit dem Anschlusstreffer
So kam, was kommen musste, denn der Lübecker Nachwuchs war von Trainer Oliver Stutzky gut eingestellt und hatte sich trotz des Rückstands zu keinem Zeitpunkt aufgegeben. Der verdiente Lohn für die Hanseaten war der 1:2-Anschlusstreffer durch Samuel Schwoon (83.) mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze, bei dem Torhüter Christopher Thomsen noch mit den Fingern am Ball war.
Kieselbach macht den Sieg perfekt
So war zumindest kurzfristig noch einmal Zittern angesagt, doch nach einem Konter über die rechte Seite und einer schönen Hereingabe von Tarek von Böhlen köpfte der spät eingewechselte Mika Kieselbach (87.) mit seinem sechsten Saisontreffer zum erlösenden 3:1-Endstand ein, der am Ende auch verdient war.

Mathis Harms war Vorlagengeber für die ersten beiden Heider Treffer. © 2026 Volker Schlichting
Fazit: Schöne Erkenntnis: Der Heider SV kann auch eher schwache Spiele zu seinen Gunsten entscheiden. Zudem tritt Mathis Harms immer öfter als Torvorbereiter in Erscheinung und wird damit immer wichtiger für die Mannschaft. Mika Kieselbach scheint seine Torflaute beendet zu haben und trifft wieder regelmäßig. Mit Marwan Abduljabar, Anas Boukara, Rafail Lampros und Hark Dreyer setzt Trainer Leif Hahn zunehmend auch auf junge Spieler, die das mit Leistung danken.
Stimmen zum Spiel
Trainer Leif Hahn (Heider SV): „Wir freuen uns über die drei Punkte, die aufgrund unserer Steigerung in der zweiten Halbzeit auch verdient sind. Gleichzeitig wissen wir, dass wir heute nicht unsere beste Leistung gezeigt haben. Nach dem Führungstor durch eine Eckballvariante haben wir das erwartete Mann-gegen-Mann-Pressing von Lübeck zu selten sauber überspielt und die Achterräume nicht gezielt genug genutzt. Dadurch hatte Lübeck vor der Pause leichte Vorteile mit einer Reihe von Standards, ohne zu großen Torchancen zu kommen.
In der zweiten Halbzeit waren wir besser im Spiel. Nach der Roten Karte hätten wir die Überzahl besser nutzen können. Dafür fehlte uns in den entscheidenden Situationen die Klarheit – wir haben häufig zu früh vertikal gespielt.
Der dritte Sieg in Folge freut mich aber besonders für die Jungs. Auch solche Spiele muss man erst einmal gewinnen – insbesondere bei schwierigen Bedingungen. Das haben wir angenommen. Wir können das Ergebnis genießen und trotzdem unsere Leistung heute einordnen. Genau daran werden wir kommende Woche ansetzen. Es macht Spaß, mit den Jungs Woche für Woche hart zu arbeiten.“
Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV): „Ein hart erkämpfter Arbeitssieg war das heute. Wir haben in vielen Phasen wesentliche Bestandteile unserer fußballerischen DNA vermissen lassen. Gerade in Überzahl hätten wir mit mehr Ruhe und Übersicht früher für klare Verhältnisse sorgen können. Dennoch auch ein Kompliment an Lübeck. Die junge Truppe hat nie aufgesteckt und mit viel Leidenschaft gespielt.“
Trainer Oliver Stutzky (VfB Lübeck U21): „Gegen Heide ist es schwer. Aber meine Mannschaft hat heute kämpferisch und von der Intensität her – davon eine Halbzeit in Unterzahl – dem Heider SV ordentlich Paroli geboten. Die Rote Karte war nicht entscheidend für die Niederlage, hat aber einen großen Teil dazu beigetragen. Die Leistung, die meine Mannschaft heute gezeigt hat, war richtig gut. In der ersten Halbzeit habe ich bei uns sogar einige Prozente mehr gesehen.“
Heider SV: Thomsen – Lampros (75. Busch), Storb, Neelsen, von Böhlen – Reimers, Boukara (46. Arndt) – Dreyer (46. Buchtmann), Abduljabar (58. Wolf), Harms – Fleige (75. Kieselbach).
Trainer: Leif Hahn.
VfB Lübeck II – U21: Ereschenko – Sachau, Schwoon, Majewski (86. Dühnfort), Steiner (68. Filimonenko) – Mensah (68. Angong), Aberger, Seitz, Marquardt (78. Al Sadi) – Marashi, Beck (75. Pomihalov).
Trainer: Oliver Stutzky.
Schiedsrichter: Falk Schmidt (TSV Gadeland).
Assistenten: Jan-Malte Ganz und Jan Malte Plath.
Besondere Vorkommnisse: Orgen Marashi (49., VfB Lübeck) sieht die Rote Karte.
Zuschauer: 200 im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße.
Tore: 1:0 Patrick Storb (8.), 2:0 Marwan Abduljabar (53.), 2:1 Samuel Schwoon (83.), 3:1 Mika Kieselbach (87.).
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