Heider Arbeitsverweigerung bei Eutiner 3:1-Galavorstellung
Defensivspieler Tarek von Böhlen, hier gegen Noah Odiase (re.), war der einzige war der einzige Heider Torschütze in Eutin. © 2026 Volker Schlichting

Heider Arbeitsverweigerung bei Eutiner 3:1-Galavorstellung

von Olaf Wegerich·18. April 2026

Der absolute Wahnsinn im Tabellenkeller. Eutin 08 erwischt im Freitagabend-Flutlichtspiel der Flens-Oberliga auf dem Sportplatz Waldeck nach langer Durststrecke wieder einen der so dringend benötigten magischen Momente und schlägt nach einer ganz starken Leistung vor allem in der zweiten Hälfte den Heider SV hoch verdient mit 3:1 (0:1) und verschafft sich damit nach sieben sieglosen Spielen wieder neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Damit sind vor den Samstagsspielen sowohl der MTSV Hohenwestedt, der TUS Rotenhof und Eutin 08 nur durch die Tordifferenz getrennt mit 21 Punkten gleichauf. Der Heider SV kassiert nach einer respektablen ersten Hälfte in der Rosenstadt den nächsten sportlichen Rückschlag und taumelt wie ein angeschlagener Boxer dem Saisonende entgegen.

Ausgeglichene erste Hälfte

Bei frühlingshaften Temperaturen erlebten die Zuschauer am Eutiner Waldeck eine eher ereignislose erste Hälfte mit mehr Spielkontrolle für die Dithmarscher, bei denen der angeschlagene Thede Reimers überraschend in der Startaufstellung stand. Die wenigen Torannäherungen auf beiden Seiten blieben zunächst überschaubar. Hussein Sharba (20.) und Paul Kuszak (34.) zielten für die Gastgeber zu ungenau, und auf Heider Seite wurde Thede Reimers (28.) nach schöner Einzelaktion in Richtung Strafraum erfolgreich geblockt.

Von Böhlen trifft nach Standard von Harms

Der Führungstreffer für die Dithmarscher fällt dann nach einem von Mathis Harms getretenen Eckball. Dabei bleibt der Ball zunächst im Gewühl hängen, wird dann aber per Kopf von Steffen Neelsen auf Tarek von Böhlen verlängert, der aus wenigen Metern den Führungstreffer erzielt.

Hier ist die Fußball-Welt des Heider SV noch auf Wolke sieben. © 2026 Volker Schlichting

Hier ist die Fußball-Welt des Heider SV noch auf Wolke sieben. © 2026 Volker Schlichting

Jaacks mit heftiger Kabinenansprache

In der Pause wurde der Eutiner Trainer Dennis Jaacks bei der Kabinenansprache deutlich: „Wir waren in der ersten Hälfte zu inkonsequent. In der Halbzeit bin ich mit den Jungs hart ins Gericht gegangen.“

Sharba trifft das Lattenkreuz

Eine Ansprache, die anscheinend ihre Wirkung nicht verfehlte, denn nur vier Minuten nach der Pause traf Hussein Sharba (49.) aus der Drehung nur das Quergebälk des Heider Tores. Doch das war für die nun befreit aufspielenden Gastgeber Wachrüttler und Muntermacher zugleich.

Kuszak trifft zum Ausgleich

Nach einer Flanke des Eutiner Kapitäns Lukas Schultz trifft Paul Kuszak (59.) per Kopf zum inzwischen völlig verdienten 1:1-Ausgleich für die Rosenstädter.

Wolf verpasst die erneute Führung

Kurz darauf verpasst Marvin Wolf nach Vorarbeit von Mathis Harms – der wenig später wegen der Vorboten einer sich ankündigenden Grippe ebenso wie Jan Wansiedler den Platz verlassen muss – im Eins-gegen-eins-Duell gegen den Eutiner Torhüter Luca Kiecok die erneute Heider Führung. Dafür kommen die angeschlagenen Fleige und Arndt. Im Anschluss an einen Eckball kann der gerade erst eingewechselte Hendrik Fleige zweimal erfolgreich geblockt werden, aber das war es dann auch schon mit der Heider Herrlichkeit in der zweiten Hälfte, denn fortan übernehmen die Gastgeber das Kommando und haben dabei auch das Glück des Tüchtigen.

So besteht man Abstiegskampf - mit großem Einsatz wie von Philip Kunert (Eutin 08) gegen Thede Reimers  (Heider SV). © 2026 Olaf Wegerich

So besteht man Abstiegskampf – mit großem Einsatz wie von Philip Kunert (Eutin 08) gegen Thede Reimers (Heider SV). © 2026 Volker Schlichting

Sharba mit dem Führungstreffer

Beim Eutiner Führungstreffer zum 2:1 durch Hussein Sharba (73.) bleibt Heides Abwehrchef Patrick Storb beim Versuch, eine Grätsche anzusetzen, im Rasen hängen und muss sechs Minuten später unter Schmerzen gegen Helge Kroeger ausgewechselt werden.

Schüler mit dem dritten Eutiner Treffer

Was dann passiert, ist nur noch in die Rubrik „Pleiten, Pech und Pannen“ einzuordnen, denn nur eine Minute nach seiner Einwechslung unterläuft Kroeger ein fataler Fehlpass, den Tim Schüler (80.) humorlos zum vorentscheidenden Treffer zum 3:1 nutzt. „Ich mache Helge keine Vorwürfe. Er durchlebt gerade eine schwierige Phase“, fand Heides Geschäftsführer Hannes Nissen tröstende Worte für seinen Abwehrspieler. In der Nachspielzeit haben die Dithmarscher Glück, dass Tim Schüler (90+4) das mögliche 4:1 nur knapp verpasst. Die einzig gute Nachricht aus Heider Sicht: Patrick Storb signalisierte, dass seine Verletzung wohl „halb so wild“ war und kein Ausfall am kommenden Wochenende droht.

Stimmen zum Spiel

Trainer Dennis Jaacks (Eutin 08):
„Wir haben heute leidenschaftlich um das Überleben in der Oberliga gekämpft. Nach der Pause wollten wir es erzwingen und haben es mit der Brechstange versucht. Wir sind hoch angelaufen und haben gepresst. Dadurch haben wir Heide zu Fehlern gezwungen. Der Ausgleich war der Dosenöffner. Da haben wir super gekontert. Viele hatten uns schon abgeschrieben. Jetzt haben wir wieder Rückenwind.“

Trainer Markus Wichmann (Heider SV):
„Das war heute in der zweiten Halbzeit Arbeitsverweigerung. Wir haben nicht einen Ball gezogen. Von dem, was wir uns vorgenommen haben, konnten wir nichts umsetzen. Wenn wir uns so gegen Reinfeld präsentieren, bekommen wir auch da was auf die Fresse. Was die Zweikämpfe und die Laufbereitschaft betrifft, hat Eutin 120 Prozent geliefert. Auch in der Rückwärtsbewegung waren wir schlecht. Das war ein Rückfall in alte Zeiten.“

Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV):
„Uns brechen immer wieder wichtige Stützen weg. Damit geht die Sicherheit verloren. Hohenwestedt und Rotenhof werden sich für das, was wir abgeliefert haben, sicherlich herzlich bedanken.“

Fotogalerie (© 2026 Volker Schlichting)

Eutin 08: Kiecok – Broszeit, Zittlau, Kunert – Schrake (93. Weist), Schultz (92. Schröder), Kuszak, Petersenn – Odiase (86. Jenssen) – Schüler, Sharba (93. Golovchanski).
Trainer: Dennis Jaacks.
Heider SV: Thomsen – Neelsen, Storb (79. Kroeger), Luca Wichmann, von Böhlen – Reimers, Lambach – Wolf, Harms (66. Arndt), Wansiedler (66. Fleige) – Schaller.
Trainer: Markus Wichmann.
Schiedsrichter: Anna-Lena Heidenreich (VfB Lübeck).
Assistenten: Oskar Kühle und Joelina Wendtorff.
Zuschauer: 200 in Eutin.
Tore: 0:1 Tarek von Böhlen (35.), 1:1 Paul Kuszak (59.), 2:1 Hussein Sharba (73.), 3:1 Tim Schüler (81.).

26. Spieltag – Oberliga SH

Datum

Begegnung

Erg.

17.04.26

FC Kilia Kiel – 1. FC Phönix Lübeck II

6:1

17.04.26

Eutin 08 – Heider SV

3:1

18.04.26

MTSV Hohenwestedt – TSV Nordmark Satrup

-:-

18.04.26

TuS Rotenhof – Kaltenkirchener TS

-:-

18.04.26

PSV Union Neumünster – SV Todesfelde

-:-

18.04.26

SV Preußen Reinfeld – SV Eichede

-:-

19.04.26

Inter Türkspor Kiel – Holstein Kiel U23

-:-

19.04.26

VfR Neumünster – Oldenburger SV 1865

-:-

Pos

Verein

Sp.

Bilanz

Tore

Pkt.

1

SV Todesfelde (Ab)

25

21-2-2

67:24

62

2

Holstein Kiel U23 II (Ab)

25

16-4-5

64:24

52

3

FC Kilia Kiel

26

15-4-7

75:34

49

4

SV Eichede

23

14-7-2

51:23

49

5

Heider SV

26

12-5-9

52:53

41

6

VfR Neumünster

23

12-3-8

50:42

39

7

1. FC Phönix Lübeck II (Auf)

24

11-4-9

52:46

37

8

Polizei SV Union Neumünster

24

10-5-9

53:45

35

9

Kaltenkirchener Turnerschaft (Auf)

24

9-5-10

39:47

32

10

TSV Nordmark Satrup

23

9-3-11

31:33

30

11

Oldenburger SV

24

7-4-13

47:63

25

12

MTSV Hohenwestedt

24

6-3-15

36:56

21

13

TuS Rotenhof

24

5-6-13

40:64

21

14

Eutin 08

24

5-6-13

26:52

21

15

Inter Türkspor Kiel (Auf)

25

6-2-17

27:66

20

16

SV Preußen Reinfeld

24

3-3-18

28:66

12

Stimmen zum Spiel

Hannes Nissen (Geschäftsführer Heider SV Liga GmbH)

Dennis Jaacks (Trainer Eutin 08)

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