Geteilte Sechs Tore, zwei Elfmeter: Weiche II und Eidertal bieten Fans was fürs Geld
Nikolai Mailand (Weiche Flensburg 08 II) war im Mittelfeld wieder einmal die Zentrale für die starke Offensive. © 2026 Ismail Yesilyurt

Geteilte Sechs Tore, zwei Elfmeter: Weiche II und Eidertal bieten Fans was fürs Geld

von Ismail Yesilyurt·25. Oktober 2026

Der SC Weiche Flensburg 08 II und die SpVg Eidertal Molfsee haben sich am 14. Spieltag der Landesliga Schleswig in einem unterhaltsamen Schlagabtausch mit 3:3 (1:1) getrennt. In einer temporeichen Partie mit spielerischen Akzenten, zahlreichen Torchancen und wechselnden Führungen kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Beide Mannschaften durften sich zwischenzeitlich Hoffnungen auf den Sieg machen, ehe Lennart Treede für die Flensburger den Schlusspunkt setzte. Am Ende stand eine gerechte Punkteteilung, mit der sich auch beide Trainer anfreunden konnten.

Koop und Ruppert treffen vor der Pause

Die Gäste aus Eidertal erwischten einen guten Start und kamen früh zu einer Großchance. Hennes Graefe schloss nach einer gelungenen Kombination über JoJo Prempeh aus spitzem Winkel ab, scheiterte jedoch am Flensburger Schlussmann Bjarne Schneider. Im weiteren Verlauf übernahm Weiche II zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen, während die Molfseer immer wieder gefährlich nach vorne kamen.

In der 24. Minute ging Eidertal in Führung. Nach einer starken Einzelaktion über die Außenbahn kam Kristof Koop im Strafraum zum Abschluss und wurde dabei von den Beinen geholt. Der Gefoulte übernahm selbst die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß zum 0:1 und zu seinem sechsten Saisontor.

Kapitän Marco Wiegand (SpVg Eidertal Molfsee), eine Defensiv-Säule vor der Abwehr, war erneut verletzungebdingt nicht dabei. © 2026 Ismail Yesilyurt

Die Flensburger ließen sich jedoch davon nicht aus dem Konzept bringen und suchten weiterhin spielerische Lösungen. In der 36. Minute belohnte die Heimelf sich für ihre Bemühungen. Michel Ruppert sorgte für den Ausgleich zum 1:1 und stellte damit noch vor der Pause die Weichen für eine spannende zweite Halbzeit.

Weiches Trainer Dimitry Kehl war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zunächst zufrieden. „Wir haben sehr gut angefangen. Wir haben das Ganze gut im Griff gehabt“, erklärte der Coach. Insgesamt sah Kehl zwei junge Mannschaften, die den Zuschauern ein attraktives Fußballspiel boten.

Reis schlägt zu, Prempeh antwortet vom Punkt

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nicht lange, bis die Begegnung erneut Fahrt aufnahm. Kehl hatte mit Julian Reis einen frischen Spieler gebracht, der sich unmittelbar nach seiner Einwechslung als treffsicher erwies. In der 49. Minute nutzte Reis einen Angriff über die linke Seite und brachte Weiche II mit 2:1 in Führung. Yehya Ibrahim hatte die Vorarbeit geleistet.

Die Freude der Gastgeber währte allerdings nur kurz. Bereits eine Minute später bekam Eidertal seinen zweiten Strafstoß zugesprochen. Joel Prempeh hatte sich in den Flensburger Strafraum durchgetankt, war dabei nach außen gedrängt worden und anschließend zu Fall gekommen. Prempeh trat wie zuvor Mannschaftskollege Koop selbst an und verwandelte zum 2:2.

Joel Prempeh (SpVg Eidertal Molfsee), hier gegen Hawas Hasan (re., Husumer SV) war Vorbereiter und auch Torschütze. © 2026 Ismail Yesilyurt

Damit war der offene Schlagabtausch endgültig in vollem Gange. Beide Teams suchten den Weg nach vorne und erspielten sich weitere Möglichkeiten. Der Gast hätte zwischenzeitlich sogar erneut in Führung gehen können. Nach einer starken Einzelaktion von Prempeh blieb eine bessere Abschlussoption jedoch ungenutzt, weil der Angreifer den freistehenden Makar Mynzu übersah.

Das Team aus dem Süden von Kiel ließ sich davon nicht dauerhaft aufhalten und belohnte sich in der 64. Minute für die Offensivbemühungen. Makar Mynzu setzte sich durch und steckte den Ball auf Carlo Heun durch. Dieser nutzte den sich bietenden Raum und traf aus spitzem Winkel zum 2:3.

Lennart Treede köpft Weiche II zurück ins Spiel

Die Flensburger mussten nun erneut einem Rückstand hinterherlaufen, bewiesen aber Moral und blieben ihrer spielerischen Linie treu. In der 71. Minute gelang ihnen der erneute Ausgleich. Nach einer Ecke stieg Lennart Treede hoch und setzte sich in der Luft durch. Sein Kopfball zum 3:3 war zugleich der letzte Treffer einer Begegnung, die auch in der Schlussphase nichts von ihrer Spannung verlor.

„Das war schon ein schönes Tor“, erkannte Eidertals Trainer Heiko Dukats-Jadwizak an, der sich über den Gegentreffer nach einer Standardsituation dennoch ärgerte. „Für mich als Trainer ist natürlich immer so: Ach, das ärgert mich, den müsste man verteidigen.“

Beide Mannschaften hatten anschließend weitere Möglichkeiten, die Partie doch noch für sich zu entscheiden. Auf Flensburger Seite boten sich unter anderem Yehya Ibrahim im Eins-gegen-eins mit Torwart Kim Kuckella und Michel Ruppert am zweiten Pfosten Chancen zur erneuten Führung. In der Schlussphase setzte Reis einen Kopfball an die Latte. Auch Eidertal blieb gefährlich.

Kehl und Dukats-Jadwizak loben den Fußball

Trotz der vergebenen Möglichkeiten überwog bei beiden Trainern die Anerkennung für die Leistung der jeweils anderen Mannschaft. Kehl sprach von einem „richtig guten Spiel“ und hob insbesondere den spielerischen Ansatz beider Teams hervor. „Ein richtig geiles Spiel. Also in meiner Welt war das so. Ich habe ein richtig gutes Spiel gesehen von beiden Seiten. Fußballerisch auch sehr viel und nicht diesen Ping-Pong-Fußball, was die meisten heute in unserer Klasse spielen“, sagte der Weiche-Coach.

Trainer Dimitry Kehl (re., Weiche Flensburg 08 II) setzt auf offensiven und technisch guten Fußball. © 2026 Ismail Yesilyurt

Für Kehl hätte seine Mannschaft aufgrund der Chancen in der Schlussphase durchaus noch den Siegtreffer erzielen können. Insgesamt sah er ein leichtes Plus für seine Elf, verwies aber auch auf einen aus seiner Sicht nicht gegebenen Handelfmeter in der Anfangsphase. Mit fast knapp fünf Toren im Schnitt bietet die Auswahl von Dimitry Kehl den attraktivsten Fußball in der Liga.

Eidertals Trainer Dukats-Jadwizak bewertete das Ergebnis ebenfalls als gerecht. Er sah eine intensive Begegnung mit viel Tempo, Leidenschaft und Offensivdrang. Gerade die taktischen Anpassungen seiner Mannschaft nach der Pause hätten gut funktioniert, auch wenn Weiche zwischenzeitlich durch einen Ballverlust im Spielaufbau zur Führung gekommen sei.

„Das war ein spannendes, rasantes Spiel mit großem Hin und Her und mit viel Leidenschaft und Willen von beiden Seiten“, bilanzierte Dukats-Jadwizak. Auch der Eidertaler Coach verwies auf die weiteren Chancen und die Möglichkeit, dass eine Mannschaft in der Schlussphase noch glücklich hätte gewinnen können.

Für die 77 Zuschauer war es ein unterhaltsamer Fußballnachmittag, für beide Mannschaften ein Punkt, der den abwechslungsreichen Spielverlauf widerspiegelte. Mit fast knapp fünf Toren im Schnitt bietet die Auswahl von Dimitry Kehl den attraktivsten Fußball in der Liga. Ein Besuch lohnt sich somit fast in jedem Fall.

  • SC Weiche Flensburg 08 II: Bjarne Schneider – Ilidio Santos, Uchechi Duru (73. Jerreh Darboe), Lennart Treede, Daniel Schaen – Tanju Hassanoglou, Nikolai Mailand (46. Julian Reis), Riley Dronia – Michel Ruppert (73. Triantafyllos Patentalakis), Yehya Ibrahim, Jonas Kabus

  • Trainer: Dimitry Kehl

  • SpVgg Eidertal Molfsee: Kim Kuckella – Jascha Puhlmann, Leif Celik (88. Christian Alberts), Arda Capat, Jonathan Okhotor – Carlo Heun – Joel Prempeh, Hennes Graefe (65. Alexander Root), Nikita Podlipnikov, Makar Mynzu (69. Till Fried) – Kristof Koop (73. Ben Moritz Lipfert).

  • Trainer: Heiko Dukats-Jadwizak

  • Schiedsrichter: Gerrit Steinmetz (Osterrönfelder TSV)

  • Assistenten: Bozidar Macic, Benjamin Hord

  • Zuschauer: 77

  • Tore: 0:1 Kristof Koop (24., Strafstoß), 1:1 Michel Ruppert (36.), 2:1 Julian Reis (49.), 2:2 Joel Prempeh (50., Strafstoß), 2:3 Carlo Heun (64.), 3:3 Lennart Treede (71.)

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