Effektiver VfR Neumünster siegt im Schlammschlacht-Krimi beim TSB Flensburg
Maxim Jurk (TSB Flensburg) mit Kopfball vor Maurice Knutzen (VfR Neumünster). © 2026 Jacqueline Röder

Effektiver VfR Neumünster siegt im Schlammschlacht-Krimi beim TSB Flensburg

von Helwig Pfalzgraf·25. Oktober 2026

Bei bösen Wetterverhältnissen empfing der TSB Flensburg am Sonntag in seinem schönen Stadion an der Eckener Straße den Gast aus Neumünster. Die leider nur wenigen Zuschauer erlebten trotz der widrigen Umstände bei Dauerregen und einem immer tiefer werdenden Platz ein echtes Oberliga-Spitzenspiel, das letztlich der Gast mit 3:2 für sich entscheiden konnte. Die überdachte Terrasse des Vereinslokals „Turners“, die ja allerbeste Sicht aufs Spielfeld bietet, war verständlicherweise voll belegt.

TSB u. a. ohne Steiner und Jessen

TSB-Chefcoach Tore Wächter musste beim so starken Wiederaufsteiger und Ostseehallen-Aspiranten u. a. auf die Leistungsträger Jon Jessen und Lennart Steiner verzichten. Keeper Ole Rathmann saß nur auf der Bank, im Tor stand Lukas Helmer.

Rasensport mit breiter Brust...

Durch die Ergebnisse des Samstags war schon vor dem Spiel klar: Der VfR ist bis zum Cut nach dem 15. Spieltag nicht mehr vom dritten Tabellenplatz zu verdrängen – somit auch in diesem Winter bei den LOTTO MASTERS in der Kieler Ostseehalle zum 21. Mal dabei. Zwar fehlten neben den Langzeitverletzten Sven Freitag, Tom Schilling, Keeper Christopher Newe und Flügelflitzer Luca Aouci auch zum letzten Mal der rotgesperrte Geart Latifi, aber der starke breite Kader fängt diese Ausfälle problemlos auf. Dementsprechend selbstbewusst mit breiter Brust ging man heute in die Begegnung beim Tabellenvierten, der heute ebenfalls einen Riesenschritt Richtung LOTTO MASTERS hätte machen können.

...und Rotation in der Startelf

Trainer Danny Cornelius hatte gegenüber dem Sieg gegen Hohenwestedt in der Vorwoche leichte Veränderungen in der ersten Elf vorgenommen. „Never change a winning team“ galt heute nicht: Nick Neca, Christoph Kahlcke und Berk Akcicek rückten anstelle von Necati Agdan, David Attisso und Ola Adesanya in die Startelf. Auch der in der Vorwoche fehlende Nils Drauschke stand wieder im Kader. Etwas überraschend beginnt Rasensport im 4-3-3.

Kampf ist Trumpf

Beide Teams schenken sich von Beginn an nichts. Absolut auf Augenhöhe wurden hohes Tempo, leidenschaftliche Zweikämpfe und trotz des schweren Bodens auch immer wieder hochklassige spielerische Elemente geboten.

Felix Stühwe (TSB Flensburg) bedrängt Noah Awuku (VfR Neumünster. © 2026 Jacqueline Röder

Visar Mehmeti nutzt die erste Torchance zum 0:1 (15.)

In Führung geht dann der heute äußerst effektive Gast. Über Offensivverteidiger Jan Lippegaus kommt der Ball zu Rafael Krause, der sich links durchsetzt; sein Rückpass von der Grundlinie erreicht mit etwas Glück Visar Mehmeti, der aus 13 Metern den Ball in die Maschen setzt.

TSB entwickelt viel Druck

In der Folgezeit gewinnt der TSB mit enormer physischer Präsenz viele Zweikämpfe und baut somit immer wieder Druck auf. Nach der dritten Ecke scheint der Ausgleich fällig, doch der diesmal als Mittelstürmer spielende Noah Awuku kratzt den Ball für seinen bereits geschlagenen Keeper Jose Aguirre von der eigenen Torlinie (22.). Doch ansonsten ist die Rasensport-Defensive um Kapitän Kenny Korup Herr der Lage. Torraumszenen gibt es trotz der hohen Intensität des Spiels in der ersten Hälfte kaum noch. Der VfR hat durch Nick Neca (40.) nur noch einen Abschluss zu verzeichnen.

Gleich Stimmung nach der Halbzeit

Nach dem Pausentee ist dann der TSB als Erster voll da. Maxim Jurk (47.) wird in letzter Sekunde noch geblockt, nachdem die Wächter-Elf sich mit schönen Flügelwechseln den VfR „zurechtgelegt“ hatte.

Kenny Korup (VfR Neumünster) gegen Tobias Zuth (re., TSB Flensburg). © 2026 Jacqueline Röder

Mehmeti schnürt Doppelpack, Krause wieder mit Assist

Doch nun kommt auch der VfR in die gefährlichen Räume. Als ein schöner Konter über die rechte Außenbahn bereits abgefangen scheint, ist Berk Akcicek hellwach: Er holt die Kugel zentral 28 Meter vor dem Tor zurück, setzt Krause ein, der auf engem Raum Mehmeti mitnimmt, der trotz Bedrängnis aus 16 Metern zum 0:2 trifft (54.).

TSB belohnt sich endlich

Doch eigentlich war ja der TSB am Drücker – und bleibt es auch. Schon ist die nächste Ecke erzwungen. Cosmo Nitsch tritt von rechts, der früh für den verletzten Leon Knittel eingewechselte Tom Schäpler verkürzt am kurzen Pfosten per Kopf auf 1:2 (56.).

Auch in der Folgezeit drückt der TSB nun intensiv. Die starken Maurice Knutzen, Mehmeti und Akcicek im Mittelfeld-Zentrum des VfR werden körperlich und läuferisch hart gefordert. Nicht immer kann Rasensport in dieser Phase den TSB vom eigenen Strafraum fernhalten. Nach 65 Minuten scheint der Ausgleich unausweichlich, doch gleich zweimal kann der nun phasenweise schwimmende VfR gerade noch Abschlüsse aus Nahdistanz blocken.

Alija nutzt auch die erst vierte VfR-Chance: 1:3 (71.)

Doch wie es oft so geht: Das Tor fällt auf der anderen Seite. Zuerst verzieht Krause nach Alban-Jasari-Vorarbeit noch knapp (68.). Doch dann: Ein langer Ball von Christoph Kahlcke durch die Schnittstelle in den Lauf des eingewechselten Kastriot Alija, der hängt seinen Gegenspieler ab und trifft trocken zum 1:3 (71.).

Viel Moral beim TSB

Doch erneut hält die Zwei-Tore-Führung Rasensports nur kurz: Flachpass aus dem Halbfeld von halblinks ins Zentrum auf Melf Siemund, der aus 17 Metern sofort abschließt. Aguirre ist chancenlos – nur noch 2:3 (76.). Der nächste Joker, der trifft!

Elias Kurzbach (TSB Flensburg) vor Berk Akcicek (VfR Neumünster) am Ball. © 2026 Jacqueline Röder

Es geht hin und her. Nur zwei Minuten später flankt Lippegaus, Alija trifft per Kopfball nur die Latte. Überhaupt kann der VfR nun die Begegnung wieder mindestens ausgeglichen gestalten. Die frisch eingewechselten Akteure bringen in diesem intensiven Abnutzungskampf neue Stabilität. Jonas Schomaker zieht einen wichtigen Freistoß. Der TSB versucht es nun viel mit unpräziser werdenden langen Bällen. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir zum Schluss noch einen fangen, wir standen gut“, so Kahlcke nach dem Schlusspfiff. Bereits am Dienstag, so will es der SHFV, muss der VfR zum Oldenburger SV. Davor ist Trainer Danny Cornelius nicht bange: „Wir haben genügend ausgeruhte Spieler, die dann wieder in die Startelf rücken.“ Es sieht also wieder nach Rotation bei den Lila-Weißen aus.

Fazit

Tore Wächter und seine Mannschaft hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. So haben Stand heute neben den bereits qualifizierten FC Kilia und Rasensport neben dem TSB auch noch der Heider SV, TuS Rotenhof, der PSV Neumünster, selbst der Oldenburger SV und theoretisch auch noch der SV Eichede die Chance aufs Hallenmasters. Dazu müsste der SHFV aber alle noch ausstehenden Nachholspiele über die Bühne bringen – nicht nur OSV gegen VfR am Dienstag!

Stimmen zum Spiel

TSB Flensburg: Helmer – Knittel (27. Schäpler), Thomsen, Zymeraj (76. Neumann) – Jurk (68. Siemund), Noel Kurzbach, Stüwe, Elias Kurzbach, Nitsch – Wojnarowski (58. Friedrichs), Zuth (82. Wunderlich).
Trainer: Tore Wächter.

VfR Neumünster: Aguirre - Neca, Korup, Kahlcke, Lippegaus - Mehmeti (79. Schomaker), Akcicek (71. Drauschke), Knutzen (89. Agdan) - Jasari (79. Adesanya), Awuku (63. Alija), Krause.
Trainer: Danny Cornelius.

Schiedsrichter: Chris Olimsky (Ostroher SC)
Assistenten: Tjark Schröder, Tjark Marten Reimers.

Zuschauer: 100

Tore: 0:1 (15.) Mehmeti, 0:2 (54.) Mehmeti, 1:2 (56.) Schäpler, 1:3 (71.) Alija, 2:3 (76.) Siemund.

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